Anzeige

Cassie

Bild: oregonstate.edu

"Cassie", der zweibeinige Roboter von Forschern der Oregon State University (OSU) hat Geschichte geschrieben.

Dem künstlichen Gehilfen, der seine Laufbewegungen mithilfe von maschinellem Lernen auch in schwierigem Outdoor-Terrain steuern kann, ist es nun erstmals gelungen, eine Strecke von fünf Kilometern in einem Stück zu absolvieren. Für die gesamte Distanz brauchte er nur 53 Minuten und eine einzige Akkuladung.

Tierähnliche Leistungslevels

"Den Studenten am Dynamic Robotics Laboratory am OSU College of Engineering ist es gelungen, ihre Expertise im Bereich von Biomechanik mit existierenden Konzepten zur Roboterkontrolle und neuen Tools des maschinellen Lernens zu verbinden", so Jonathan Hurst, Robotik-Professor an der OSU und Mitgründer des Cassie-Herstellers Agility Robotics, angesichts der Erreichung des jüngsten Meilensteins. "Diese Art von ganzheitlichem Ansatz wird tierähnliche Leistungslevels ermöglichen. Das ist unglaublich spannend."

"Cassie ist ein etwas anderer Roboter, was daran liegt, wie er designt und gebaut worden ist", erklärt Jeremy Dao, PhD-Student am Dynamic Robotics Laboratory. Im Wesentlichen sei er eine sehr robuste, zweibeinige Forschungsplattform, die über eine ganztägige Akkulaufzeit und eine offene Architektur verfüge. "Cassie ist das weltweit beste Werkzeug für neue Anwendungen in der Zweibein-Robotik. Dadurch sind wir in der Lage, wirklich an die Grenzen zu gehen und zu zeigen, was diese Hardware alles leisten kann", erläutert der Experte.

"Deep Reinforcement Learning"

Der Roboter, der über Knie verfügt, die sich wie bei einem Straußen biegen können, hat sich das Laufen mithilfe von "Deep Reinforcement Learning" - einem speziellen Teilbereich des maschinellen Lernens - quasi selbst beigebracht. Um beim Rennen nicht umzufallen, muss der künstliche Körper nämlich permanent dynamisch ausbalanciert werden. Bei Cassie erledigt das ein ausgeklügelter Algorithmus, der "gelernt" hat, wie es mit subtilen Korrekturen möglich ist, auch in der Bewegung aufrecht zu bleiben.

Beim aktuellen Test hat es Cassie in nur 53 Minuten und drei Sekunden geschafft, die volle Strecke von fünf Kilometern zurückzulegen. Darin eingerechnet sind auch sechseinhalb Minuten, die der Roboter brauchte, um sich nach zwei Stürzen wieder zu erholen. An einem davon war den Forschern zufolge ein überhitzter Computer Schuld, beim zweiten Unfall war der Roboter in einer Kurve zu schnell unterwegs und kippte um.

www.pressetext.com


Artikel zu diesem Thema

ERP-System
Jul 19, 2021

KI-Systeme erhöhen die Automatisierung im ERP-Umfeld

Die Automatisierung von Unternehmensabläufen schreitet voran, auch durch den zunehmenden…
Chatbot
Jul 14, 2021

Umgang mit Softwarerobotern: Andere Meinung? Du bist ein Bot!

Schreibt hier ein Mensch oder steckt Künstliche Intelligenz dahinter? Wer auf Twitter,…

Weitere Artikel

Künstliche Intelligenz

Vorbehalte gegen Künstliche Intelligenz gehen zurück

Vorbehalte gegen Künstliche Intelligenz gehen in der Bevölkerung einer Umfrage zufolge zurück.
Dr. Marc Sesterhenn

Dr. Marc Sesterhenn ist neuer Geschäftsführer Operations bei Rittal

Dr. Marc Sesterhenn (48) ist zum 1. Oktober 2021 zum Geschäftsführer Operations des führenden Schaltschrank- und Systemanbieters berufen worden. In den Geschäftsführungsbereich gehören die deutschen Produktionsstätten in Haiger, Rittershausen und Hof sowie…
Kette

Gesamte Konnektivitätskette ist Ziel von Cyberangriffen

Im aktuellen NETSCOUT Threat Intelligence Report wurden im ersten Halbjahr 2021 rund 46.000 Angriffe auf die Konnektivitätskette gemeldet.
Vision 2035 - Netzwerk für globalen Datenaustausch

Vision 2035 - Das selbstfahrende Unternehmen

Dieses Buch stellt die Vision des selbstfahrenden Unternehmens im Jahr 2035 vor, zeigt den Weg dorthin auf und illustriert diesen mit zahlreichen praxisnahen Beispielen.
Facebook

Facebook will attraktiver werden

Facebook will unter dem Konkurrenzdruck des chinesischen Rivalen Tiktok attraktiver für junge Nutzer werden. Alle Facebook-Apps bekämen das Ziel, zu besten Diensten für junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 29 Jahren zu werden, «statt für eine größere…
Chatbot

Chatbot-Apps helfen chronisch Kranken

Das französische Start-up Wefight will chronischen Patienten mittels Apps und einem darin integrierten Chatbot helfen.

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.