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Apple

Quelle: TungCheung / Shutterstock.com

Apple setzt im Konkurrenzkampf um Nutzer von Smartphones und Computern auf Datenschutz und smarte Funktionen.

Am Montag angekündigte neue iPhone-Software soll Text in Fotos auslesen können, auf den Geräten wird automatisches Übersetzen in andere Sprachen möglich, die Videochat-App Facetime wird nach dem Boom von rivalisierenden Diensten wie Zoom in der Corona-Krise deutlich ausgebaut. Zugleich stärkt Apple den Schutz der Privatsphäre mit neuen Funktionen wie neuen Funktionen gegen die Nachverfolgung des Nutzerverhaltens bei E-Mails und im Webbrowser Safari.

Dabei werden zwei Dienste, die bisher nur auf Apple-Geräten verfügbar waren, auch für Nutzer von Technik anderer Anbieter zugänglich. Zum einen werden Hersteller von Hausgeräten die Sprachassistentin Siri integrieren können. Diesen Weg gehen bereits Amazon mit der Assistenzsoftware Alexa und Google mit seinem Assistant. Zum anderen werden sich Nutzer von Android-Smartphones und Windows-Computern künftig auch in Facetime-Videochats einwählen können. Dafür wird man Nutzer in einen Facetime-Chat auch über einen Link einladen können - so wie es etwa beim Videokonferenzdienst Zoom üblich ist.

Facetime

Facetime bekam in der Präsentation zum Auftakt von Apples Entwicklerkonferenz WWDC am Montag ein weitreichendes Update. So wird man mit Hilfe der App künftig gemeinsam Musik hören und Video ansehen können, ohne den Chat zu unterbrechen. Die Funktion wird unter anderem für den Streaming-Dienst Disney+, aber auch für die Video-App Tiktok verfügbar sein. Man kann zum Beispiel gemeinsam mit Freunden, die an unterschiedlichen Orten sind, dieselbe Sendung über die Fernsehbox Apple TV auf dem Fernseher anschauen und sich über das Geschehen austauschen. Apple bessert Facetime auch mit der Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen und einem Porträt-Modus mit verschwommenem Hintergrund auf.

In einer aufsehenerregenden Neuerung lässt Apple nebeneinander positionierte Mac-Computer und iPad-Tablets mit Maus und Tastatur zu bedienen als wäre es ein Gerät, ohne sie dafür speziell verbinden zu müssen. Der Konzern nennt die Funktion «Universal Control».

Siri kann zu Spracherkennung künftig ohne eine Internet-Verbindung auskommen. Bisher wurden die Aufnahmen dafür zur Verarbeitung an die Apple-Server und wieder zurück geschickt. Die Erkennung direkt auf dem Gerät steigert zum einen die Datensicherheit, macht die Software zum anderen auch schneller. Wenn Anwender aktiv zustimmen, werden aber mit Siri auch in Zukunft anonymisierte Daten in die Apple-Cloud gesendet, damit der Dienst mit maschinellem Lernen weiter verbessert werden kann. Zu weiteren Datenschutz-Funktionen gehört das Blockieren von Nachverfolgungs-Pixeln in E-Mails. Auf diese Technologie greifen etwa Absender von Werbung zurück, um zu erfahren, ob und wo eine E-Mail geöffnet wurde.

Zusätzliche Verschlüsselung

Außerdem sichert Apple für Kunden seiner Abo-Dienste künftig die Datenübertragung mit zusätzlicher Verschlüsselung ab. Die Funktion «Private Relay» ist Teil eines neuen Abos iCloud+ und soll besser als herkömmliche VPN-Dienste die übertragenen Daten abschirmen. Im Gegensatz zu einem klassischen VPN-Dienst («Virtual Private Network») können die Kunden aber keinen virtuellen Standort auswählen, um zum Beispiel von Deutschland aus Streaming-Inhalte anschauen zu können, die eigentlich Zuschauern in den USA vorbehalten sind.

Immer weiter ausgebaut werden die Gesundheitsfunktionen der Apple-Geräte. So werden das iPhone und die Apple Watch künftig den Gang eines Nutzer analysieren können, um ihn vor einem erhöhten Fallrisiko zu warnen. In den USA kooperiert Apple mit medizinischen Einrichtungen, damit die Gesundheits-Anwendung «Health» aktuelle Laborergebnisse direkt in der App anzeigen und interpretieren kann.

Während Apple mit einigen Funktionen wie «Universal Control» Neuland betritt, versucht der Konzern etwa mit der Spracherkennung in Fotos auf dem iPhone zu Google aufzuschließen. Bei dem Internet-Konzern gibt es das in dem Dienst Google Lens schon seit einigen Jahren.

dpa


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