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Darknet

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat beim Landgericht Gießen gegen die mutmaßliche Betreiber der inzwischen geschlossenen Darknetplattform «Hansa Market» Anklage erhoben.

Über diese sollen zwischen 2015 und 2017 vor allem Drogen, Falschgeld, gefälschte Dokumente und ausgespähte Kreditkartendaten gehandelt worden sein. Nach Ansicht der Ermittler kassierten die beiden 34 Jahre alten Männer von jedem Verkauf eine Provision.

Zudem sollen sie gemeinsam mit einem 50 Jahre alten Komplizen über das illegale Internet-Portal «LuL.to» urheberrechtlich geschützte E-Books und Hörbücher verbreitet haben, wie die Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Dadurch sei den Rechteinhabern ein Schaden von rund 45 Millionen Euro entstanden.

Zweitgrößter Darknet-Marktplatz

Die Behörden gehen davon aus, dass über den damals weltweit zweitgrößten Darknet-Marktplatz kriminelle Geschäfte in Millionenhöhe getätigt wurden: Zuletzt waren den Angaben zufolge mehr als 40 000 Verkaufsangebote eingestellt – rund die Hälfte davon betraf den Handel mit Betäubungsmitteln. Registriert waren mehr als 3000 Verkäufer. Bezahlt wurde in der Kryptowährung Bitcoin. Betrieben wurde die Plattform den Ermittlungen zufolge von Gießen und Köln aus.

Die deutschen Behörden hatten die beiden Plattformen im Rahmen einer internationalen Kooperation mit Strafverfolgungsbehörden aus den Niederlanden Mitte 2017 geschlossen. Dabei wurden unter anderem Bitcoins im Wert von mehr als 12 Millionen Euro sichergestellt. Die Anklageerhebung zog sich so lange hin, weil die Zuständigkeiten zunächst unklar waren und mehrfach wechselten. Die drei Verdächtigen sind derzeit auf freiem Fuß.

dpa


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