Kleine Strukturen bremsen Digitalisierung

Anruf statt App: Kommunikation mit Vermietern bleibt oft analog

Wenn in der Wohnung etwas nicht funktioniert, ist der Weg zur Hausverwaltung für viele Mieterinnen und Mieter noch immer überraschend traditionell.

Eine aktuelle Erhebung des Digitalverbands Bitkom zeigt, dass der Großteil der Kommunikation weiterhin über klassische Kanäle läuft. Telefonate sind nach wie vor das wichtigste Mittel, um Reparaturen zu melden oder Anliegen zu klären. Auch der Briefverkehr spielt weiterhin eine große Rolle, obwohl digitale Alternativen längst verfügbar wären.

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Digitale Wege kommen nur zögerlich an

Zwar greifen mittlerweile viele Mieterinnen und Mieter auf E-Mail zurück, doch darüber hinaus bleibt die Nutzung digitaler Kommunikationsformen überschaubar. Messenger-Dienste oder Videogespräche werden bislang nur von einer kleinen Minderheit genutzt. Spezielle Apps oder Online-Portale, über die Schäden gemeldet oder Dokumente ausgetauscht werden könnten, sind kaum verbreitet. Dabei bieten solche Lösungen praktische Funktionen wie das Hochladen von Fotos oder eine strukturierte Bearbeitung von Anfragen.

Angebot bestimmt die Nutzung

Ein zentrales Ergebnis der Befragung ist, dass die geringe Nutzung digitaler Angebote weniger an mangelndem Interesse liegt als an fehlenden Möglichkeiten. Viele Hausverwaltungen und Vermieter stellen entsprechende Tools schlicht nicht zur Verfügung. Dort, wo digitale Optionen fehlen, äußert ein relevanter Teil der Mieterinnen und Mieter den Wunsch nach modernen Kommunikationswegen, insbesondere nach Apps oder webbasierten Selbstbedienungsportalen.

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Kleine Strukturen bremsen Digitalisierung

Ein Grund für die langsame Digitalisierung liegt in der Struktur des Wohnungsmarktes. Viele Mietobjekte werden von privaten Vermietern oder kleinen Hausverwaltungen betreut, für die eigene digitale Plattformen häufig wirtschaftlich nicht darstellbar sind. Dennoch zeigen die Ergebnisse, dass niedrigschwellige Lösungen wie Messenger-Dienste oder Videoberatung ohne großen technischen oder finanziellen Aufwand umgesetzt werden könnten.

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Die Studie macht deutlich, dass in der Kommunikation zwischen Mietern und Vermietern noch erhebliches Digitalisierungspotenzial besteht. Digitale Kanäle könnten Prozesse beschleunigen, Missverständnisse reduzieren und beiden Seiten Zeit sparen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass entsprechende Angebote geschaffen und aktiv genutzt werden.

Pauline Dornig

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

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