Anzeige

Hacker Gasmaske

Das amerikanische Department of Homeland Security (DHS) hat hochsensible Daten zum nationalen Anti-Bioterrorismus-Programm der USA über ein Jahrzehnt lang auf einer ungesicherten Webseite gespeichert, wo sie für Hacker quasi auf dem Präsentierteller lagen.

Das brisante Material beinhaltete unter anderem die geheimen Standorte von"BioWatch"-Messstationen, die an öffentlichen Plätzen angebracht sind, um Anthrax oder andere luftübertragene Bio-Kampfstoffe aufzuspüren, Listen mit Krankheitserregern und medizinischen Wirkstoffen sowie Notfallpläne für Angriffe von Bioterroristen.

Technik zu komplex für Personal

"Dass es auf behördlicher Ebene - national wie international - immer wieder zu derartigen Sicherheitslecks kommt, zeigt, wie komplex das Sicherheitsthema mittlerweile geworden ist", erklärt Digitalisierungsexperte Thomas R. Köhler gegenüber pressetext. Denn auch für so mächtige und finanziell gut aufgestellte Institutionen wie das DHS sei es letztendlich schwierig, mit der rasanten technologischen Entwicklung Schritt zu halten. "Etwas verwunderlich ist es aber schon, dass so sensible Informationen über einen so langen Zeitraum relativ ungesichert im Web bleiben konnten", betont Köhler.

Im vorliegenden Fall stelle sich die Frage, ob die Verantwortlichen womöglich Sicherheit für Bequemlichkeit eingetauscht haben. "Das ist die Ursache vieler Sicherheitslecks. Ein anderer Grund könnte einfach Fahrlässigkeit sein", meint der Experte. Oft sei die verwendete Technik zu komplex für die Mitarbeiter. "Deshalb ist es wichtig, nicht nur regelmäßig die Sicherheits-Software upzudaten, sondern auch die Mitarbeiter zu schulen. Bei besonders kritischen Systemen sollte man außerdem nicht den billigsten Security-Anbieter nehmen und unabhängigen Firmen die Prüfung überlassen", rät Köhler.

"Gefahr für Nationale Sicherheit"

Laut einem Bericht der "Los Angeles Times" hat das BioWatch-Programm, das die US-Steuerzahler über 1,6 Mrd. Dollar (rund 1,4 Mrd. Euro) kostet, in internen Kreisen nicht gerade den besten Ruf. Kritiker bemängelten in der Vergangenheit bereits des Öfteren, dass die Technologie nur wenige Krankheitserreger erkennen kann und nicht in der Lage ist, einen echten Schutz gegen terroristische Angriffe zu bieten. Das Government Accountability Office, das als überparteiliches Untersuchungsorgan dem US-Kongress unterstellt ist, gab zudem 2015 zu, dass das System seit 2003 bereits 149 Falschalarme ausgelöst hat.

Auch die laxe Sicherheit im Umgang mit entsprechenden Daten, die im Rahmen von BioWatch gesammelt werden, soll schon nach einer Sicherheitsbeurteilung im Jahr 2017 als "kritisch" und "höchst riskant" bezeichnet worden sein. Als ein ehemaliger Security Manager das offen ansprechen wollte und darauf hinwies, das hier eine "Gefahr für die Nationale Sicherheit" vorliegt, soll er allerdings von Kollegen nur belächelt worden sein.

www.pressetext.com
 


Newsletter Anmeldung

Smarte News aus der IT-Welt

Sie möchten wöchentlich über die aktuellen Fachartikel auf it-daily.net informiert werden? Dann abonnieren Sie jetzt den Newsletter!

Newsletter eBook

Exklusiv für Sie

Als Newsletter-Abonnent erhalten Sie das Booklet „Social Engineering: High Noon“ mit zahlreichen Illustrationen exklusiv und kostenlos als PDF!

 

Weitere Artikel

Nachhaltigkeit

5 Tipps: Wie Smartphones, Laptops und Co. länger halten

Wer ein wiederaufbereitetes statt ein neues Smartphone erwirbt, spart über 80 Prozent CO2 ein und reduziert den benötigten Rohstoffverbrauch um 77 bis 91 Prozent. Das hat der Online-Marktplatz für gebrauchte und wiederaufbereitete Elektronikgeräte Back Market…
Youtube

YouTube-KI verschärft Altersbeschränkungen

Google-Tochter YouTube will Altersbeschränkungen bei Videos mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) stärker durchsetzen. Ab jetzt werden deutlich mehr Inhalte einen Account-Login erfordern, mit dem User ihre Volljährigkeit nachweisen müssen. Kinder und…
MobilePayment

Mobile Payment: So bezahlen Sie entspannt mit Ihrem Handy

Mobile Payment per Handy oder Smartwatch erfreut sich hierzulande immer größerer Beliebtheit. Insbesondere an Supermarktkassen können Nutzer dank der Unterstützung verschiedener Anbieter ihre Einkäufe kontaktlos bezahlen.
Gamer

Games: Spieler bevorzugen Audio-Werbung

Gamer bevorzugen bei mobilen Videospielen Audio-Werbung gegenüber Videos, die den Spielfluss unterbrechen. Letztere Anzeigen sind bei 86 Prozent der Gamer verhasst. Werbung, die Spieler nur hören können, sind weniger störend und haben einen positiveren Effekt.
Neues release

Neues Release - PostgreSQL 13

PostgreSQL 13 enthält Verbesserungen bei der Indizierung, einschließlich Platzersparnis und Leistungsgewinnen für Indizes, schnellere Antwortzeiten für Abfragen, sowie eine bessere Planung der Anfragen bei Verwendung erweiterter Statistiken. Zusammen mit…
E-Spionage

"Mole" macht Smartphone-User zu Spionen

Mit der neuen US-App "Mole" können User andere Menschen weltweit als Spione anheuern. Diese "Agenten" filmen dann mit ihren Smartphones ein bestimmtes Ziel und schicken dem Auftraggeber das Material als Stream. Die Anwendung ist als "Uber für die Augen"…

Anzeige

Newsletter Anmeldung

Smarte News aus der IT-Welt

Sie möchten wöchentlich über die aktuellen Fachartikel auf it-daily.net informiert werden? Dann abonnieren Sie jetzt den Newsletter!

Newsletter eBook

Exklusiv für Sie

Als Newsletter-Abonnent erhalten Sie das Booklet „Social Engineering: High Noon“ mit zahlreichen Illustrationen exklusiv und kostenlos als PDF!