IT-Sicherheit in Produktion und Technik
12.09.17 - 13.09.17
In Berlin

Be CIO: IT Management im digitalen Wandel
13.09.17 - 13.09.17
In Köln

IBC 2017
14.09.17 - 18.09.17
In Amsterdam

Orbit IT-Forum: Auf dem Weg zum Arbeitsplatz der Zukunft
27.09.17 - 27.09.17
In Leverkusen

it-sa 2017
10.10.17 - 12.10.17
In Nürnberg

BizzTrust Die Polizei Niedersachsen führt als erste eine mobile und gleichzeitig sichere Lösung für Streifenbeamte ein: 500 speziell gesicherte Tablet-Computer unterstützen die Kommissare bei ihrer Arbeit. Ein Zugriff auf den Polizeicomputer ist für die Beamten dadurch von überall schnell und sicher möglich.
 

Eine vermisste Person identifizieren, die Personalien überprüfen und Einblick in frühere Delikte eines Verdächtigen gewinnen: Streifenpolizisten benötigen während ihrer Arbeit laufend Informationen, die im Polizeicomputer abliegen.Anstatt die Daten über ein Smartphone oder Tablet abzurufen oder per Email zu empfangen, werden diese jedoch üblicherweise per Funk bei der Leitstelle abgefragt.

So auch bei der Polizei Niedersachsen. „Die als Schutz bereitgestellten Sicherheitsmechanismen von herkömmlichen mobilen Geräten reichen nicht aus“, erklärt Peter Rost von Rohde & Schwarz Cybersecurity den Grund für diese Vorsichtsmaßnahme. „Sensible Daten lassen sich deshalb ganz einfach auslesen.“

Vor allem gegen die neuesten Bedrohungen wie „Zero Day Exploits“ oder APTs („Advanced Persistant Threats“) bieten die Schutzmechanismen von handelsüblichen mobilen Geräten keinen adäquaten Schutz. Zero-Day Exploits erkennen und nutzen Sicherheitslücken, noch bevor diese geschlossen werden können, und richten ihren Angriff direkt gegen den Kern des Betriebssystems – mit fatalen Folgen für die gespeicherten Daten.

Funkabfrage ist keine Alternative

Die Abfrage per Funkgerät bei der Leitstelle ist für die Streifenpolizisten allerdings keine wirkliche Alternative – denn diese ist zeitintensiv und oft auch ungenau. Ein Foto kann beispielsweise nur beschrieben werden. Hinzu kommt ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die Beamten. „Angenommen, ich habe einen Verdächtigen und möchte seine Personalien überprüfen“, beschreibt Polizeikommissarin Christel Schuchardt von der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen das Problem. „Dann muss ich für die Funkabfrage mit der Leitstelle möglichst ungestört sein. Ich muss mich also von ihm entfernen. Das birgt immer auch ein Angriffs- oder Fluchtrisiko.“
Die Polizei Niedersachsen hat diese Probleme nun als erste Polizeibehörde mit einer modernen Sicherheitstechnik gelöst. Seit August sind 500 spezielle Tablet-Computer des deutschen IT-Sicherheitsunternehmens Rohde & Schwarz Cybersecurity in sieben Polizeidirektionen und 33 Polizeiinspektionen im Einsatz. Mit diesen so genannten „BizzTrust Tablets“ haben die Polizisten von überall sicheren Zugriff auf die Daten des Polizeiservers.

BizzTrust senkt die Fehlerquote

„Wenn ich BizzTrust statt der Leitstelle nutze, sehe ich direkt ein Foto auf dem Tablet und kann es mit dem Aussehen meines Gegenübers abgleichen“, schildert Polizeikommissar Dennis Karp vom Polizeikommissariat Misburg, welches zur Polizeidirektion Hannover gehört, die Vorteile der neuen mobilen Lösung. „Das ist eine enorme Arbeitserleichterung. Nicht zuletzt senkt die Nutzung von BizzTrust die Fehlerquote.“ Ein weiterer Vorteil: Mit BizzTrust kann man die Personalien direkt in der Nähe des Verdächtigen abgleichen. Das erhöht die Sicherheit der Beamten im Dienst.

BizzTrust Tablets sind durch einen so genannten gehärteten Sicherheitskern mit besonders starken Sicherheitsmechanismen geschützt. Ein zusätzlicher Schutz entsteht dadurch, dass das Gerät in einen offenen („Personal“) und einen sicheren, geschäftlichen Bereich („Business“) getrennt ist. Alle Anwendungen und Daten sind auf diese Weise streng voneinander getrennt. Nutzer können deshalb nach Belieben eigene Apps verwenden, ohne dass diese auf sensitive Daten zugreifen können.

Sicherheit durch Trennung in „Business“ und „Personal“

Die Trennung zwischen „Business“ und „Personal“ ermöglicht auch den sicheren Zugriff auf Emails, Kontakte, Kalender und das Intranet. Aus dem „Business“-Bereich wird dafür die Verbindung über einen sicheren VPN (virtuelles privates Kommunikationsnetz)-Tunnel hergestellt. Auch der Zugriff auf externe Webseiten erfolgt im Business-Bereich über die Firewall, die gefährliche Inhalte ausfiltern kann. Die Nutzer der Polizei Niedersachsen haben so Zugriff auf das Intranet und alle Applikationen, die sie im Alltagsgeschäft benötigen.

Vor allem wenn es schnell gehen muss, ist BizzTrust eine große Hilfe. Polizeikommissar Thomas Focke beschreibt dazu folgendes Szenario: „Wir haben eine routinemäßige Fahrerkontrolle durchgeführt. Ich hatte den Eindruck, dass der Fahrer unter Einfluss von Rauschmitteln stand. Beim Abgleichen der Personalien mit BizzTrust habe ich sehen können, dass der Fahrer wegen Besitz von Rauschgift bereits vorbestraft war. So konnte ich direkt handeln.“

Keine Schulung notwendig

Bislang ist das Angebot für die niedersächsischen Beamten optional. Dass die BizzTrust-Tablets sehr gut angenommen werden, liegt auch daran, dass das System spielend einfach zu nutzen ist. Die Kommissare finden die identischen Anwendungen vor, die sie von ihren Rechnern im Büro kennen. „Eine Schulung ist zur Benutzung von BizzTrust nicht nötig“, erklärt Steve Schuchardt, Polizeioberkommissar und Sachbearbeiter Systemintegration. „Wir haben aber für jedes Gerät einen Gerätepaten bestimmt, der eine kurze Einweisung vornimmt und bei Fragen und Problemen zur Seite steht. Wir legen Wert auf den direkten Kontakt im Support – das schafft auch die hohe Akzeptanz bei den Nutzern.“

Für die Beamten bedeutet das Tablet zudem eine enorme Zeitersparnis: Was früher handschriftlich notiert und am Abend im Büro abgetippt werden musste, kann jetzt schon unterwegs eingegeben und hochgeladen werden. Alle dafür notwendigen Formulare stehen auf dem Gerät zur Verfügung. Der lästige Papierkram nach Dienstschluss erübrigt sich damit.

Niedersachsen hat Vorbildfunktion

Während aktuell jeweils zwei Tablets in den Kommissariaten im Einsatz sind, soll zukünftig jeder Kommissar über ein personalisiertes Tablet verfügen. Zudem plant die Polizei Niedersachen einen eigenen App-Store, sodass die Nutzer auch den persönlichen Bereich ihres Tablets mit den von ihnen benötigten Apps nutzen können.

Der Einsatz der neuen Technologie hat sich bereits herumgesprochen: „Mehrere Polizei- und Verwaltungsbehörden sowie der Zoll haben uns bereits besucht, um BizzTrust live im Einsatz zu sehen“, freut sich Polizeihauptkommissar und Teilprojektleiter Mark-Stephan Röhrig. „Nur Niedersachsen verfügt bislang über eine derart sichere mobile Lösung für Streifenbeamte. Wir haben hier eine echte Vorbildfunktion.“

BizzTrust lässt sich natürlich überall dort einsetzen, wo ein Schutz von mobil verfügbaren Informationen kritisch für das Geschäftsmodell ist. Das gilt für Behörden ebenso wie für Unternehmen.

https://cybersecurity.rohde-schwarz.com/de  

Frische IT-News gefällig?
IT Newsletter Hier bestellen:

Newsletter IT-Management
Strategien verfeinert mit profunden Beiträgen und frischen Analysen

Newsletter IT-Security
Pikante Fachartikel gewürzt mit Shortnews in Whitepaper-Bouquet