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Ransomware

Ransomware-Angriffe haben im vergangenen Jahr weltweit stark zugenommen. Aufgrund der Corona-Krise mussten zahlreiche Unternehmen von einem Tag auf den anderen auf Home-Office umstellen. Oft wurden die Fernzugriffe in der Kürze der Zeit nicht ausreichend gesichert ­- perfekte Bedingungen für die Angreifer.

Dabei werden die Attacken der Erpresser immer gezielter und vielfältiger. 

Ein Ransomware-Angriff kann teuer werden und schwerwiegende Folgen für das Business haben. Daher sollten die betroffenen Unternehmen nicht auf die Lösegeldforderungen eingehen und sich möglichst schnell wieder von der Attacke erholen. Wie gut sie dazu in der Lage sind, hängt auch von der Komplexität der Cloud-Umgebungen ab. Das hat der Backup- und Recovery-Spezialist Veritas in einer weltweiten Untersuchung festgestellt. Veritas befragte Vertreter der Finanzbranche, des öffentlichen Dienstes sowie des Einzelhandels zu ihren Erfahrungen mit Erpresser-Software. Das Ergebnis: Unternehmen mit einer besonders komplexen Cloud-Infrastruktur sind in der Regel stärker von den Konsequenzen einer Ransomware-Attacke betroffen als Firmen mit einfachen Cloud-Umgebungen. 

Einzelhandel: Komplexe Cloud-Strukturen, geringe Ausgaben für IT-Security und Datensicherheit

Der Einzelhandel beispielsweise hat im vergangenen Jahr Pandemie-bedingt besonders stark auf die Cloud gesetzt, um sein Online-Geschäft auszubauen. Laut Studie nutzen derzeit 28 Prozent der Retail-Unternehmen jeweils mehr als 20 Cloud-Dienste. Der branchenübergreifende Durchschnitt liegt bei 16 Prozent. Ransomware-Angriffe machen der Branche vergleichsweise stark zu schaffen. So geht fast ein Drittel der Einzelhändler auf die Lösegeldforderungen der Erpresser ein. Und nur ein Viertel der Befragten (26 Prozent) ist der Ansicht, dass ihre Systeme innerhalb von fünf Tagen nach einer Attacke wieder einsatzbereit sind. Im Branchendurchschnitt gaben dies immerhin 34 Prozent der Studienteilnehmer an.  

Die mangelnde Resilienz des Einzelhandels dürfte aber auch auf die geringen Ausgaben für Datensicherheits- und Wiederherstellungslösungen zurückzuführen sein: Aufgrund der Pandemie-bedingten Umsatzeinbußen hat mehr als ein Drittel der Befragten (36 Prozent) seine IT-Sicherheitsausgaben gekürzt. „Einzelhändler haben mit den Folgen von COVID-19 auf ihr Geschäft zu kämpfen, sie müssen ihre Existenz sichern“, erklärt Patrick Englisch, Technical Sales Manager bei Veritas Technologies. „Es ist daher keine Überraschung, dass ihre IT-Sicherheitsbudgets in den letzten Monaten zurückgegangen sind.“ Im Zuge der Anpassung an die neuen Rahmenbedingungen habe die Branche zudem mehr Prozesse in die Cloud verlagert. Mit dieser wachsenden Komplexität der IT-Infrastruktur könnten die IT-Abteilungen vieler Einzelhändler nicht mehr Schritt halten.

Die Finanzbranche – begehrtes Ziel von Hackern

Die Finanzbranche stellt angesichts ihrer hohen Geldbestände und ihrem Umgang mit hochsensiblen Daten ein besonders begehrtes Angriffsziel für Cyberkriminelle dar. Laut Veritas-Studie sind auch bereits 63 Prozent der Finanzunternehmen einem Cyber-Angriff zum Opfer gefallen, das sind 21 Prozentpunkte mehr als der Branchendurchschnitt (42 Prozent). Und fast ein Drittel der betroffenen Firmen zahlte das geforderte Lösegeld in voller Höhe.

Bislang ist die Komplexität der IT-Infrastrukturen im Bankensektor zwar vergleichsweise gering. So nutzen nur sechs Prozent der Finanzinstitutionen jeweils mehr als 20 Cloud-Services. Aber auch hier stehen vor allem seit dem vergangenen Jahr alle Zeichen auf digitale Transformation, immer mehr Prozesse werden in die Cloud verlagert. Online-Banking sowie weitere von den Kunden gewünschte digitale Angebote zwingen die Unternehmen dazu, ihre Cloud-Infrastrukturen weiter auszubauen, was zu einer höheren Komplexität und damit zu noch größeren Risiken für die Branche führen kann.



Öffentlicher Sektor: Nur wenige Einrichtungen zahlen Lösegeld

Umgekehrt zeigt der öffentliche Sektor, dass eine schlanke Cloud-Umgebung den Umgang mit Ransomware-Attacken erleichtert. Im Schnitt sind hier lediglich 6,4 Clouds im Einsatz, mehr als 20 Services werden nur in fünf Prozent der öffentlichen Einrichtungen genutzt. Zwar haben bereits 46 Prozent der Befragten Erfahrungen mit solchen Angriffen, betroffen war vor allem das Bildungswesen. Laut Studie verhandeln öffentliche Einrichtungen aber seltener mit den Erpressern als jede andere Branche. So konnten sich 86 Prozent der Institutionen der Lösegeldzahlung entziehen, im Durchschnitt gelingt dies nur 43 Prozent der von einer Ransomware-Attacke betroffenen Unternehmen.

Der öffentliche Sektor hat im vergangenen Jahr aber auch überdurchschnittlich hohe Investitionen in die Datensicherung und IT-Security getätigt: Während branchenübergreifend im Schnitt nur jedes zweite Unternehmen seine diesbezüglichen Ausgaben verstärkt hat, waren es im öffentlichen Sektor 73 Prozent. Laut Englisch ist das ein weiterer Grund dafür, dass sich öffentliche Einrichtungen wesentlich schneller von einem Angriff erholen als Unternehmen anderer Branchen: „Trotz der erhöhten Gefahr liegt der öffentliche Sektor in punkto Resilienz an der Spitze. Laut unserer Untersuchung sind öffentliche Einrichtungen in der Lage, mehr als 90 Prozent ihrer Daten nach einem erfolgreichen Ransomware-Angriff wiederherzustellen. Im Branchendurchschnitt schaffen dies nur 69 Prozent der betroffenen Unternehmen.

Die Schäden, die durch entsprechende Taten entstehen, sind hoch. So schätzt der Branchenverband BITKOM, dass der Wirtschaft 2019 ein Schaden von über 100 Milliarden Euro durch Cyberangriffe entstanden ist. Neben Wirtschaftsunternehmen sind öffentliche Einrichtungen bevorzugte Ziele der Täter, die sich hier hohe kriminelle Gewinne erwarten."

Englisch empfiehlt allen Kunden, die bereits multiple Clouds nutzen, auf eine konsolidierte Plattform für Backup und Wiederherstellung zu setzen. Auf diese Weise können Firmen das Risiko von Datenverlusten und Angriffen über die gesamte Infrastruktur hinweg deutlich reduzieren.

Methodik

Der Ransomware Resiliency Report 2020 wurde von Wakefield Research im September 2020 durchgeführt und enthält die Antworten auf Fragen von 2.690 leitenden IT-Führungskräften in Unternehmen mit 1.000 oder mehr Mitarbeitern in Australien, Benelux, China, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Indien, Italien, Japan, Polen, Russland, Saudi-Arabien, Singapur, Spanien, Südafrika, Südkorea, Schweden, Türkei, VAE, Großbritannien und den USA.

Den vollständigen Ransomware-Resilienzbericht 2020 finden Sie hier

www.veritas.com/de

 


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