Anzeige

Ransom Note

Die Bedrohungslage durch Ransomware verschärft sich weiter. Regelmäßig treten neue Fälle auf, in denen IT-Systeme namhafter Unternehmen verschlüsselt und damit ganze Produktions- und Wertschöpfungsketten stillgelegt werden.

Wie schon der Name der Schadsoftware verrät (engl. ransom = Lösegeld), geht die Ransomware-Infektion mit der Forderung eines Lösegeldes einher. Nach dessen Zahlung wird die Entschlüsselung und damit die Freigabe der verschlüsselten Daten in Aussicht gestellt. Allerdings kam es auch immer wieder zu Fällen, in denen die versprochene Datenwiederherstellung trotz Lösegeldzahlung ausblieb. Was sollten Unternehmen also tun, wenn die Produktion stillsteht, wichtige Geschäfts- und Kundendaten bedroht sind und die eigene Existenz auf dem Spiel steht? Lösegeld zahlen oder lieber nicht?

Nach Ansicht des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist die Antwort klar. In ihrer aktuellen Veröffentlichung „Ransomware – Bedrohungslage, Prävention & Reaktion 2019“ rät die Behörde ausdrücklich von der Zahlung des Lösegeldes ab. Jede erfolgreiche Erpressung zeige den Erfolg eines Angriffes und motiviere die Kriminellen, weiterzumachen. Außerdem würden Lösegeldzahlungen wiederum die Weiterentwicklung und -verbreitung der Schadsoftware finanzieren.

Angesichts fehlerhafter, verschlüsselter oder schlichtweg nicht vorhandener Back-ups sehen sich Unternehmen allerdings häufig gezwungen, das Lösegeld zu zahlen. Das ist nicht nur finanziell riskant, sondern kratzt unter Umständen auch am Image. Denn wer möchte seine Daten schon in die Hände eines Unternehmens geben, das mit Kriminellen verhandelt? Wird der Cyberangriff erst einmal öffentlich, ist die Erklärungsnot meist groß.

Mittlerweile haben die Angreifer darauf reagiert, dass betroffene Unternehmen immer häufiger Abstand von der Lösegeldzahlung nehmen. So sind die Hintermänner der Maze-Ransomware Ende vergangenen Jahres dazu übergegangen, die Daten zahlungsunwilliger „Kunden“ zu veröffentlichen, darunter der italienische Wurstwarenhersteller Fratelli Beretta. Damit dürften sich in Zukunft wieder mehr Opfer zur Zahlung genötigt sehen.

Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen endlich mehr gegen den Erfolg dieser Attacken unternehmen. Denn die Mehrheit der Angriffe wäre mit entsprechender Vorsorge vermeidbar. Ein permanentes Security Monitoring schlägt bei anomalen Vorgängen frühzeitig Alarm. Ein kontinuierliches Schwachstellen-Management deckt Sicherheitslücken auf, die durch Konfigurationsfehler oder fehlerhafte Updates täglich neu entstehen. Eine Strategie zur regelmäßigen Datensicherung und -wiederherstellung schützt vor dem Risiko, im Ernstfall vor dem Nichts zu stehen. Wer dann noch über einen strategischen Incident Response Plan verfügt, muss sich die Ausgangsfrage gar nicht mehr stellen.

www.8com.de
 


Newsletter Anmeldung

Smarte News aus der IT-Welt

Sie möchten wöchentlich über die aktuellen Fachartikel auf it-daily.net informiert werden? Dann abonnieren Sie jetzt den Newsletter!

Newsletter eBook

Exklusiv für Sie

Als Newsletter-Abonnent erhalten Sie das Booklet „Social Engineering: High Noon“ mit zahlreichen Illustrationen exklusiv und kostenlos als PDF!

 

Weitere Artikel

Cyberattacke

Weitere Verdopplung der Cyberattacken im dritten Quartal

Im dritten Quartal des Jahres mussten die Cyber-Defense-Spezialisten aus Bochum fast doppelt so viele Cyber-Angriffe wie im zweiten Quartal 2020 abwehren. Mit großen Kampagnen attackieren Angreifer sowohl private Rechner, als auch Firmennetzwerke. Besonders…

Digitale Sicherheit in der Vorweihnachtszeit

Mitte 2020 hat das Cybereason Research Team eine aktive Malware-Kampagne entdeckt, die brasilianische Kunden von MercadoLivre, einem der größten Online-Markplätze Lateinamerikas, ins Visier genommen hat.
Datendiebstahl

86 Prozent der Verbraucher Opfer von Identitätsdiebstahl & Co.

86 Prozent der Verbraucher sind in diesem Jahr Opfer von Identitätsdiebstahl, Kredit-/Debitkartenbetrug oder einer Datenschutzverletzung geworden. Das ergab eine aktuelle Studie von OpSec Security. 2019 lag dieser Anteil noch bei 80 Prozent. Das jährliche…
Hacked

Cyber Crime: Im Notfall einen kühlen Kopf bewahren

Canon, Xerox, Carnival Cruises: Immer wieder werden namhafte Unternehmen verschiedener Branchen Opfer von Cyberkriminalität. Doch es trifft längst nicht mehr nur die „Großen“. Im Gegenteil: Die Hacker haben Unternehmen vom kleinen Mittelständler bis zum…

Anzeige

Newsletter Anmeldung

Smarte News aus der IT-Welt

Sie möchten wöchentlich über die aktuellen Fachartikel auf it-daily.net informiert werden? Dann abonnieren Sie jetzt den Newsletter!

Newsletter eBook

Exklusiv für Sie

Als Newsletter-Abonnent erhalten Sie das Booklet „Social Engineering: High Noon“ mit zahlreichen Illustrationen exklusiv und kostenlos als PDF!