Anzeige

Hacker

Die Experten von Kaspersky Lab (GReAT) haben mehrere Infektionen eines bisher unbekannten Trojaners entdeckt, der höchstwahrscheinlich vom chinesischsprachigen Bedrohungsakteur ,LuckyMouse‘ stammt.

Die Malware ist mit einem außergewöhnlichen Treiber ausgestattet, der mit einem legitimen digitalen Zertifikat eines Herstellers für Security-Software signiert ist.

Die Gruppe LuckyMouse ist bekannt für zielgerichtete Cyberangriffe auf große Unternehmen weltweit. Die Aktivitäten der Gruppe stellen eine Gefahr für ganze Regionen dar, da ihre Angriffe eine politische Agenda zu haben scheinen. Erst im vergangenen Juni hatte die Gruppe ein Datenzentrum in Zentralasien im Visier. Kaspersky Lab vermutet aus der Analyse der Opferprofile und der bisherigen Angriffsvektoren der Gruppe, dass der entdeckte Trojaner möglicherweise für staatlich unterstützte Cyberspionage eingesetzt wurde.

Kaspersky-Report zeigt Vorgehen von LuckyMouse

Der von Kaspersky Lab entdeckte Trojaner infizierte einen anvisierten Computer mit einem Treiber, der von den Bedrohungsakteuren selbst erstellt wurde. Damit konnten die Angreifer übliche Aufgaben wie Befehlsausführung, Down- und Upload von Dateien ausführen sowie den Netzwerkverkehr abfangen.

Der Treiber wurde offenbar mit einem gestohlenen digitalen Zertifikat versehen, das ursprünglich von einem Softwarehersteller für Informationssicherheit stammt, um ihn als vertrauenswürdig einstufen zu lassen. Damit sollte verhindert werden, dass die Malware-Samples von Sicherheitslösungen entdeckt werden – eine legitime Signatur lässt die Malware als legale Software erscheinen.

Obwohl der Akteur LuckyMouse in der Lage ist, selbst eigene schädliche Software zu erstellen, wurde für die verwendete Software scheinbar eine Kombination aus öffentlich zugänglichem Code aus öffentlichen Quellen und eigener Malware verwendet. Der Einsatz von gebrauchsfertigen Codes von Drittanbietern, anstatt eigenen Code zu schreiben, spart den Entwicklern Zeit und erschwert zudem die Zuschreibung (Attribuierung).

„LuckyMouse-Kampagnen erscheinen fast immer im Vorlauf eines hochkarätigen politischen Ereignisses und der Zeitpunkt eines Angriffs geht normalerweise einer Veranstaltung mit hochrangigen Politikern voraus“, so Denis Legezo, Sicherheitsforscher bei Kaspersky Lab.

Sicherheitsempfehlungen von Kaspersky Lab

  • Trotz digitalem Zertifikat können Backdoor-Programme in der Software enthalten sein; dem Code auf dem System sollte nicht automatisch vertraut werden.
  • Eine robuste Sicherheitslösung mit Verhaltenserkennungstechnologie erkennt selbst unbekannte Bedrohungen.
  • Threat-Intelligence-Services wie Kaspersky Threat Intelligence gewähren frühen Zugang zu Informationen über die neuesten Entwicklungen in puncto Taktiken, Techniken und Vorgehensweisen von komplexen Bedrohungsakteuren.

Mehr Informationen zur Gruppe LuckyMouse und deren Vorgehensweise unter https://securelist.com/luckymouse-ndisproxy-driver/87914/
 


Weitere Artikel

Ransomware

Die Ransomware-Krise braucht einen globalen Lösungsansatz

Ransomware hat sich mittlerweile zu einem globalen Problem entwickelt. Cyberkriminelle Gruppen operieren von Ländern aus, die ihnen einen sicheren Unterschlupf bieten und es ihnen ermöglichen, sogar raffinierteste Angriffe zu starten. Um eine Eskalation zu…
Facebook Hacker

Spionagekampagne gegen Kurden durch hinterhältige Facebook-Posts

ESET-Forscher haben eine mobile Spionagekampagne untersucht, die sich gezielt gegen Kurden richtet. Die Operation läuft mindestens seit März 2020 und verbreitet sich über spezielle Facebook-Profile. Hierüber werden zwei Android-Backdoors verteilt, die als 888…
Ransomware

Großteil der Unternehmen zweifelt an eigener Ransomware-Resilienz

Anhaltende Cyberbedrohungen und neue Technologien wie Cloud-native Anwendungen, Kubernetes-Container und Künstliche Intelligenz stellen Unternehmen weltweit bei der Datensicherung vor große Herausforderungen. Das zeigt der Dell Technologies 2021 Global Data…
Hacker E-Mail

E-Mail-Account gehackt – Was nun?

Was tun, wenn man die Kontrolle über das E-Mail-Konto verloren hat? Wie sollte man sich im Fall der Fälle verhalten und welche Maßnahmen sollten ergriffen werden, um den Schaden eines gehackten E-Mail-Accounts so gering wie möglich zu halten.
Hacker

48 Prozent der ICS-Experten wissen nicht, ob sie gehackt wurden

Das SANS Institute veröffentlicht die Ergebnisse seiner Umfrage zur ICS-Sicherheit 2021. Die OT-Cybersicherheitslandschaft hat sich in den letzten zwei Jahren seit dem Erscheinen der letzten Studie erheblich verändert.

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.