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CryptoLocker, GoldenEye, Locky, WannaCry – Ransomware hat mit der Geiselnahme von Dateien durch Verschlüsselung in den letzten Jahren eine beachtliche und unrühmliche Karriere hingelegt. Und da sich Kriminelle auch bei Digitalisierungstrends wie as-a-Service-Angeboten nicht lumpen lassen, hat die Untergrundökonomie mit Ransomware as a Service (RaaS) rasch ein lukratives Geschäftsmodell für sich entdeckt.

Das Prinzip ist denkbar einfach – wie in der legalen Wirtschaft sind die Dienstleistungen ganz auf die Bedürfnisse einer möglichst breiten Kundschaft zugeschnitten: Auf Ransomware-as-a-Service-Plattformen können nun auch technisch wenig versierte Kriminelle ins Cyber-Erpressergeschäft einsteigen und sich von Schadware-Entwicklern die entsprechende Service-Leistung gegen Abgabe einer festen Gebühr oder einer Provision basierend auf den Lösegeldeinnahmen besorgen.

Satan & Co.: Komfortable Ransomware-Abos mit Profi-Marketing

Ein Beispiel für eine Ransomware-as-a-Service-Operation, die an Bekanntheit gewonnen hat, ist die Satan RaaS-Plattform, die es Cyberkriminellen besonders benutzerfreundlich ermöglicht, in großem Umfang, einfach anpassbare Ransomware-Angriffe auszuführen. Interessierte Kriminelle mit minimalen technischen Fähigkeiten sind in der Lage, die Satan-Plattform zu abonnieren und eigene Angriffe zu starten. Dazu bietet die RaaS-Plattform praktische Tipps zur Malware-Verteilung sowie Auswertungsübersichten zu Infektionsraten und eingenommenen Lösegeldern. Alles für eine 30-prozentige Provision auf die Lösegeldeinnahmen an die Ransomware-Schöpfer.

Im Fall des RaaS-Angebots für die Cerber-Ransomware bewerben die Malware-Entwickler ihre Dienstleistung sogar über Bannerwerbung und Forenbeiträge im Darknet, ein Hinweis auf das Ausmaß solcher Kampagnen. Und die Macher der Philadelphia-Ransomware preisen ihr Crimeware-Package einfach gleich in einem schicken RaaS-Werbevideo an, in dem die Benutzerfreundlichkeit und umfangreichen Features ihres Produkts anschaulich dargestellt werden – von PDF-Reports, Angriffs-Tracking, Google-Maps-Unterstützung für die Suche nach neuen Angriffszielen sowie kostenlose Software-Updates bis hin zu einer sogenannten „Mercy“-Funktion für Opfer, die mit ihren Bitten eventuell doch das Herz des Angreifers erweichen. Mit dieser kann er Gnade walten lassen, indem er die verschlüsselten Daten tatsächlich auch wieder entschlüsselt.

Best Practices gegen Ransomware

Zwar sorgt die RaaS-Entwicklung für eine Ausweitung der Angriffe, die Abwehrmaßnahmen entsprechen jedoch denen gegen eine klassische Ransomware-Attacke. Im Folgenden acht Best Practices zum Schutz:

Regelmäßige Datensicherung

Eine sorgfältige Datensicherung kann im Ernstfall den durch einen Ransomware-Angriff verursachten Schaden erheblich begrenzen, da verschlüsselte Daten ohne Zahlung eines Lösegelds wiederhergestellt werden können. Unternehmen sollten ihre Backup- und Disaster Recovery-Strategie regelmäßig testen, um zu gewährleisten, dass diese auch zuverlässig funktioniert.

System- und Software-Updates immer auf dem neuesten Stand halten

Ransomware nutzt teilweise Sicherheitslücken in veralteter Software aus, um Systeme zu infiltrieren, wie im Beispiel der WannaCry-Angriffswelle deutlich wurde. Software-Updates enthalten in der Regel Patches für Sicherheitslücken und sollten sofort installiert werden, sobald sie verfügbar sind.

Mitarbeiter im Umgang mit Social-Engineering und Phishing-Mails schulen

Phishing-Angriffe per Email sind eine der häufigsten Methoden, um Ransomware und andere Malware über infizierte Anhänge oder Links zu bösartigen Websites verbreiten. Daher ist die Aufklärung und Sensibilisierung der Mitarbeiter eine der wichtigsten Maßnahmen für die Unternehmenssicherheit. Indem Unternehmen ihre Angestellten über grundlegende Schutzmaßnahmen informieren und mit den aktuellen Sicherheitsbedrohungen vertraut machen, können sie das Risiko einer erfolgreichen Ransomware-Attacke erheblich senken.

Deaktivieren von Makroinhalten in Microsoft Office-Anwendungen

In vielen Fällen wird Ransomware über infizierte Microsoft Office-Dokumente verbreitet, die bösartige Makros enthalten, die Malware herunterladen und ausführen. Das Deaktivieren von Makros kann helfen, einen Sicherheitsverstoß zu vermeiden, selbst wenn eine infizierte Datei von einem Benutzer geöffnet wird.

Deaktivieren von Autorun für alle angeschlossenen Geräte: Das Deaktivieren von Autorun verhindert, dass sich Malware selbstständig verbreiten kann, ein wichtiger Schritt zur Eindämmung von Malware im Falle einer Infektion.

Deaktivieren von Remote-Desktop-Verbindungen, wenn möglich: Das Deaktivieren dieser Funktion verhindert, dass Angreifer oder Malware auf Geräte und Dateien von Benutzern aus der Ferne zugreifen können.

Administrator-Login nur so lange wie nötig: Administratorrechte und die Verwendung von Admin-Konten sollten begrenzt werden, um sicherzustellen, dass ein kompromittierter Benutzer nicht versehentlich einem Angreifer, der Zugriff auf sein Konto erhalten hat, Administratorrechte gewährt.

Sicherheitssoftware als Schutz vor Ransomware

Es gibt eine Vielzahl von Lösungen, die helfen können, Ransomware-Infektionen zu verhindern. Antiviren-Software und Firewalls können zumindest dazu beitragen, bekannte, verbreitete Malware-Stämme zu blockieren. Für zusätzlichen Schutz sollten Unternehmen Endpoint Detection and Response (EDR) und Advanced Threat Protection (ATP)-Lösungen in Betracht ziehen, um das Erkennen und Blockieren von Ransomware zu optimieren, sowie Whitelisting-Lösungen für Anwendungen, um die Ausführung von bösartigem Code zu unterbinden. 

ChristChristoph M. Kumpa, Director DACH & EE bei Digital Guardian, https://digitalguardian.com/


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