Verschlüsselung ab Werk

Android 17 führt ECH ein, um Web-Tracking durch Netzbetreiber zu erschweren

Android
Bildquelle: Jon Chica/Shutterstock.com

Google führt mit Android 17 mehrere neue Netzwerksicherheitsfunktionen ein, die den Schutz der Verbindungsprivatsphäre verbessern.

Android 17 unterstützt künftig den Standard Encrypted Client Hello, kurz ECH, der gemeinsam mit privatem DNS verhindern soll, dass Dritte anhand besuchter Domainnamen ein Profil einzelner Nutzer erstellen können. ECH fungiert dabei als Datenschutzerweiterung für TLS, das Protokoll, über das HTTPS-Verbindungen abgesichert werden, indem es den einleitenden Teil des TLS-Handshakes verschlüsselt, der normalerweise über die sogenannte Server Name Indication den kontaktierten Hostnamen preisgibt. Selbst bei einer grundsätzlich abgesicherten Verbindung können Internetanbieter und WLAN-Betreiber bislang weiterhin sehen, welches konkrete Ziel ein Nutzer ansteuert, was sich kommerziell zur Profilbildung nutzen lässt.

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Zwar profitieren Android-Nutzer bereits seit Chrome 117 beziehungsweise Firefox 119 von ECH-Unterstützung auf Browserebene, Android 17 verankert den Schutz nun jedoch direkt auf Betriebssystemebene. In der eigenen Ankündigung erklärt Google:

„Dieser neue Datenschutzstandard funktioniert zusammen mit privatem DNS, um die von euch besuchten Domainnamen zu verschleiern.“

Google

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Durch die Verschlüsselung des Zielseitennamens von Beginn an sollten Netzbetreiber und Lauscher im Netzwerk bei unterstützten Websites und Apps nicht mehr ohne Weiteres erkennen können, welche Seiten oder Apps ein Nutzer tatsächlich aufruft.

Aktiviert wird ECH künftig standardmäßig für Apps, die auf Android 17 ausgelegt sind, sofern diese eine kompatible Netzwerkbibliothek wie aktuelle Versionen von OkHttp, WebView oder HttpEngine verwenden. Unterstützt der jeweilige Server ECH nicht, sendet Android stattdessen ein als ECH GREASE bezeichnetes, täuschend echt wirkendes Scheinfeld, damit echte ECH-Verbindungen im allgemeinen Datenverkehr nicht auffallen, wenngleich der Hostname in diesem Fall weiterhin sichtbar bleibt. Googles eigene Datenschutz- und Zensurumgehungs-Einheit Jigsaw testete diesen Mechanismus nach eigenen Angaben gegen die 10.000 meistbesuchten Domains sowie über 740 Internetanbieter in 202 Ländern, ohne dabei Ladeprobleme oder unerwartete Netzwerksperren festzustellen.

Android 17: Zusätzlicher Schutz für Heimnetzwerke und Ende für unsicheres 2G

Ergänzend kündigte Google weitere Netzwerkschutzfunktionen an. Der bestehende lokale Netzwerkschutz verlangt künftig eine ausdrückliche Berechtigung von Apps, bevor diese nach Geräten im lokalen Netzwerk eines Nutzers suchen oder sich mit ihnen verbinden dürfen. Zudem aktiviert Android 17 standardmäßig die sogenannte Certificate Transparency, wodurch Website-Zertifikate künftig in öffentlichen Protokollen erscheinen müssen und sich gefälschte Zertifikate dadurch leichter erkennen lassen. Teilnehmende Mobilfunkanbieter sollen zudem künftig in der Lage sein, den älteren 2G-Standard für einzelne Kunden automatisch zu deaktivieren, wodurch sich die Angriffsfläche gegenüber sogenannten SMS-Blastern sowie betrügerischen Mobilfunkmasten verringert, über die sich schädliche Nachrichten verbreiten oder sensible Daten benachbarter Geräte abgreifen lassen.

(red)

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