Team-Based Learning: Funktioniert gemeinsames Lernen in einer hybriden Arbeitswelt?

Gemeinsames Lernen und Schulungen in einer Gruppe vom Kollegen sind wichtig. Studien zeigen, dass der direkte Austausch und die gemeinsame Lernerfahrung viele Vorteile bieten. Aber lässt sich diese Methode auch in unsere heutige Arbeitswelt mit verteilten Teams, mobilem oder arbeiten vom Home-Office übertragen?

Die Zeiten, in denen alle Mitarbeiter fünf Tage pro Woche an ihren Arbeitsplatz gehen und dort acht Stunden arbeiten, sind für viele Unternehmen offiziell vorbei. Unsere Arbeitsplätze sind nicht mehr notwendigerweise an physische Räumlichkeiten gebunden, und Besprechungen finden nicht mehr ausschließlich an langen Konferenztischen statt. Was als Krisenmodus begann, ist heute für viele Unternehmen Normalität – denn die meisten Unternehmen arbeiten mit hybriden Modellen für Anwesenheit im Unternehmen, Home Office und mobiles Arbeiten.

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Das schafft sowohl neue Möglichkeiten als auch Herausforderungen. Dabei sind sowohl Anpassungen von Arbeitsprozessen notwendig als auch neue Strategien für Aufgaben wie die Weiterbildung und Schulung von Mitarbeitern. Eine Studie von Skillsoft untersuchte deshalb speziell den Aspekt, ob und wie gemeinsames Lernen in Mitarbeitergruppen und Teams auch in hybrid arbeitenden Belegschaften funktionieren kann. Basierend auf den Studienergebnissen hat Skillsoft außerdem fünf Ansatzpunkte zusammengestellt, um Lernprogramme im heutigen Arbeitsumfeld effektiv umzusetzen.

Im Auftrag von Skillsoft untersuchte das Marktforschungsunternehmen Brandon Hall Group, wie Organisationen das Thema Corporate Learning und Mitarbeiterentwicklung nach den Erfahrungen durch die Maßnahmen rund um die Pandemie angehen. Die resultierende Studie „Exploring the Role of Team-Based Learning for a Hybrid, Post Pandemic Workforce“ zeigt, dass Mitarbeiter und Verantwortliche das Lernen in der Gruppe als sehr wichtig ansehen. Auf der anderen Seit zeigt sie kritische Fragen auf, die sich Unternehmen stellen müssen, um entsprechende Angebote in einer hybrid arbeitenden Belegschaft effektiv umsetzen zu können.

Die Bedeutung von gemeinsamem Lernen

Digitales Lernen und Schulungsangebote sind nicht neu, haben in der Zeit der Pandemie jedoch einen weiteren Schub erlebt. Häufig werden die Kursoptionen dabei aber vor allem als flexible Option für individuelles Training betrachtet. Neben individuellen Einzeltrainings und ad-hoc-Zugriff auf Wissen und Anleitungen im Alltag, sollte aber auch die Bedeutung von gemeinsamen Lernerfahrungen nicht unterschätzt werden.

  • 91 Prozent der Befragten sehen teambasierte kollaborative Lernerfahrungen als wichtig an, da sie Mitarbeitern ermöglichen, Wissen und Ideen auszutauschen.
  • 84 Prozent sehen einen verbesserten Zusammenhalt zwischen Kollegen nach gemeinsamen Lernerfahrungen
  • 71 Prozent konnten eine erhöhte Informationsspeicherung beim gemeinsamen Lernen feststellen.

Die gute Nachricht ist, dass teambasierte kollaborative Lernerfahrungen auch über virtuelle Plattformen funktionieren. Die Studienteilnehmer konnten dies während der Pandemie feststellen. Lösungen, die dazu von besonders vielen Befragten genutzt wurden, sind unter anderem digitale Meeting Tools wie Zoom oder WebEx etc. (83 Prozent) sowie digitale Workspace Tools wie Microsoft Teams (77 Prozent). Andere digitale Kommunikations-Tools wie Slack oder Jabber wurden von 24 Prozent der Befragten eingesetzt.

Lernangebote in einem hybriden Arbeitsumfeld effektiv umsetzen

Wenn Unternehmen versuchen, das gemeinsame Lernen in einem hybriden Arbeitsumfeld zu verbessern, sollten sie sich zunächst folgende Fragen stellen:

Haben wir die Infrastruktur, um eine effektive Lernumgebung für eine hybride Belegschaft zu schaffen?
Verfügen wir über die Technologie, die Inhalte und die Kompetenzen, um effektive virtuelle Inhalte zu erstellen und bereitzustellen?
Setzen wir Trainingsangebote mit Kursleitern richtig, um den heutigen Bedarf an einem hybriden Lernansatz widerzuspiegeln?

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5 Ansatzpunkte für die Umsetzung von effektiven Schulungsprogrammen:

VILT umsetzen – Virtuell, aber persönlich: Virtuelle Trainingsangebote müssen heute keine generischen, unpersönlichen Online-Übungen sein. Entwickeln Sie gezielt virtuelle, von Trainern geleitete Programme, sogenannte Virtual Instructor-led Trainings (VILT) mit Fokus auf die Lernenden und ihre Lernumgebung. Dabei ist es wichtig zu berücksichtigen, dass man Präsenzschulungen nicht 1:1 in die virtuelle Welt übertragen kann. Digitales, Trainer-geleitetes Lernen im Team erfordert andere Arten von Inhalten, eine andere Art der Interaktivität sowie entsprechende Moderationsfähigkeiten.

Einbindung in bekannte Tools: Nutzen Sie diejenigen Plattformen zur Zusammenarbeit und Kommunikation, die Ihre Mitarbeiter bereits verwenden. In unserem stressigen Arbeitsalltag ist es immer wichtiger, dass Mitarbeiter das Lernen einfach und sinnvoll in ihren Arbeitsablauf einbinden können. Können Lerninhalte und Kurse daher in bekannte IT-Umgebungen eingebunden werden, erleichtert das die Nutzung und baut Hürden bei der Akzeptanz ab.

Mitarbeiterbindung und -motivation: Mitarbeiter zu halten und zu motivieren ist heute, nicht nur im Hinblick auf den Fachkräftemangel, so wichtig wie nie. Gleichzeitig ist es aber in Zeiten von mobilem Arbeiten und Home Office schwieriger, ein Teamgefühl und die Bindung zum Unternehmen herzustellen. Weiterbildungsmaßnahmen und Optionen im eigenen Unternehmen die eigene Karriere voranzubringen, sorgen nachweislich für Bindung und Motivation. Gemeinsame Trainings sind zudem eine Option, das Teamgefühl zu stärken.

Fokus auf wichtige Fähigkeiten: Neue Software, neue Compliance-Vorgaben, neue Methoden und Führungsfähigkeiten – die Anforderungen an Mitarbeiter ändern sich immer schneller. Daher ist es besonders wichtig, neben Schulungen für sogenannte „Hard Skills“ auch Fähigkeiten zu fördern, die Ihre Belegschaft auf den Umgang mit neuen Anforderungen sowie ein ständiges Lernen und Weiterentwickeln vorbereiten, damit sie flexibel und agil reagieren kann. Das gilt für die Kompetenzentwicklung bei Führungskräften genauso wie für Fachkräfte quer durch alle Unternehmen.

Erfahrungen nutzen: Nur weil Präsenztraining wieder möglich ist, heißt das nicht zwingend, dass man zum alten Schulungsmodell zurückkehren muss. Da sich die Arbeitsbedingungen durch die hybriden Modelle geändert haben, sollte sich das auch in den Schulungsangeboten widerspiegeln. Nutzen Sie die Erfahrungen mit den verschiedenen Trainingsoptionen, um die für ihre Mitarbeiter am besten geeigneten und effektivsten Methoden zu kombinieren.

“Das Konzept des heutigen Arbeitsplatzes hat sich dauerhaft verändert. Die Art, wie wir zusammenarbeiten und gemeinsam neue Kompetenzen aufbauen, muss sich diesen Gegebenheiten anpassen. Nur so können Unternehmen Qualifikationsherausforderungen umsetzen, Kompetenzen aufbauen und Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel begegnen“, resümiert Andreas Rothkamp, VP für die Region DACH bei Skillsoft.

www.skillsoft.de
 

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