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Auswirkungen bestimmter Persönlichkeitsmerkmale

Antonellis Aufstieg: Was Unternehmen über Talent und Potenzial lernen können

Der Erfolg des jungen Formel-1-Fahrers Kimi Antonelli zeigt, dass außergewöhnliche Leistungen nicht zwangsläufig an langjährige Erfahrung gebunden sind.

Antonellis Aufstieg: Was Unternehmen über Talent und Potenzial lernen können
Bildquelle: F1

Sein Aufstieg wirft auch für Unternehmen eine wichtige Frage auf: Sollten bei Einstellungen und Beförderungen bisherige Berufsjahre tatsächlich stärker zählen als Lernfähigkeit, Anpassungsvermögen und persönliches Potenzial?

Mit seinem dritten Platz beim Rennen in Mexiko-Stadt machte der 20-jährige Italiener seinen ersten Weltmeistertitel perfekt. Damit wurde er zum jüngsten Fahrer, der diesen Erfolg in der Geschichte der Formel 1 erreicht hat. Für Allison Howell, CEO von Hogan Assessments, ist seine Karriere ein Beispiel dafür, warum Unternehmen ihre Vorstellungen von beruflicher Eignung überdenken sollten.

Potenzial kann wichtiger sein als Berufsjahre

In vielen Unternehmen gelten langjährige Erfahrung, formale Qualifikationen und ein geradliniger Lebenslauf weiterhin als zentrale Auswahlkriterien. Diese Merkmale lassen sich vergleichsweise einfach erfassen und miteinander vergleichen. Sie sagen jedoch nicht zwangsläufig aus, wie leistungsfähig jemand in einer neuen oder besonders anspruchsvollen Situation ist.

„In einem Umfeld, in dem Höchstleistungen gefragt sind, zählt nicht, wie viele Jahre Erfahrung jemand mitbringt, sondern wie schnell er lernt, sich anpasst und das Gelernte in die Praxis umsetzt“, erklärt Howell. Erfahrung bleibe relevant, sei aber nicht automatisch der entscheidende Wettbewerbsvorteil.

Gerade in dynamischen Branchen kommt es darauf an, neue Informationen schnell aufzunehmen, auf Veränderungen zu reagieren und auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben. Diese Fähigkeiten lassen sich nicht allein anhand der bisherigen Dauer einer beruflichen Tätigkeit beurteilen.

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Mercedes setzte auf Entwicklung statt auf Routine

Dass diese Überlegung auch bei wichtigen Personalentscheidungen eine Rolle spielen kann, zeigt Antonellis Weg in die Formel 1. Der Italiener hatte bereits in den Nachwuchsserien beachtliche Erfolge erzielt. Unter anderem dominierte er die Formula Regional und gewann die Formel-2-Meisterschaft in seiner ersten Saison.

Mercedes entschied sich dennoch für einen vergleichsweise unerfahrenen Fahrer und nahm damit ein gewisses Risiko in Kauf. Denn Erfolge in Nachwuchsserien garantieren nicht, dass ein Fahrer auch unter dem Druck und den Anforderungen der Formel 1 bestehen kann. Das Team bewertete offenbar nicht nur seine bisherigen Ergebnisse, sondern auch das Potenzial, sich auf höchstem Niveau weiterzuentwickeln.

Auf Unternehmen übertragen bedeutet das, bei der Besetzung wichtiger Positionen auch Kandidaten zu berücksichtigen, die noch nicht über einen langjährigen Erfahrungsschatz verfügen, aber durch ihre Fähigkeiten und ihre bisherige Entwicklung überzeugen.

Wie Menschen mit Druck und Rückschlägen umgehen

Neben fachlichem Wissen spielen persönliche Eigenschaften eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, anspruchsvolle Aufgaben erfolgreich zu bewältigen. Dazu gehören die Fähigkeit, Feedback aufzunehmen, aus Fehlern zu lernen und auch bei unvollständiger Informationslage Entscheidungen zu treffen.

Howell verweist dabei auf den Einfluss der Persönlichkeit: „Die Persönlichkeit bestimmt, wie Menschen ihre Erfahrungen tatsächlich einsetzen. Zwei Menschen können denselben beruflichen Hintergrund mitbringen und trotzdem ganz unterschiedliche Ergebnisse erzielen.“

Damit wird deutlich, warum ein vergleichbarer Lebenslauf nicht automatisch auf eine vergleichbare Leistungsfähigkeit schließen lässt. Entscheidend ist auch, wie jemand vorhandenes Wissen anwendet und auf neue Herausforderungen reagiert.

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Personalauswahl braucht einen breiteren Blick

Für Unternehmen ergibt sich daraus die Notwendigkeit, Auswahl- und Beförderungsprozesse weiterzuentwickeln. Wer sich ausschließlich an Berufsjahren, Abschlüssen und bisherigen Positionen orientiert, kann Bewerber mit großem Entwicklungspotenzial übersehen.

Insbesondere bei Tätigkeiten, die schnelle Entscheidungen und einen souveränen Umgang mit Veränderungen erfordern, sollten Lernfähigkeit, Anpassungsvermögen und Belastbarkeit stärker berücksichtigt werden. Das bedeutet nicht, Erfahrung grundsätzlich geringer zu bewerten. Vielmehr geht es darum, sie nicht als alleinigen Maßstab für Eignung und Leistung zu verwenden.

„Unternehmen sollten sich nicht nur fragen, wie viel Erfahrung jemand mitbringt“, sagt Howell. „Viel wichtiger ist, wie sich diese Person schlägt, wenn es wirklich darauf ankommt.“

Antonellis Weltmeistertitel ist ein außergewöhnliches Beispiel aus dem Motorsport. Die dahinterstehende Frage betrifft jedoch auch die Arbeitswelt: Wie viel Potenzial bleibt unentdeckt, wenn Unternehmen vor allem auf das schauen, was Menschen bereits erreicht haben, statt darauf, was sie unter den richtigen Bedingungen noch leisten können?

(red/Hogan Assessments)

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