Der Einstieg in die IT erfolgt für viele Beschäftigte nicht über ein Informatikstudium oder eine klassische IT-Ausbildung.
Unternehmen setzen zunehmend auf IT-Quereinsteiger

Eine Bitkom-Umfrage zeigt, dass 69 Prozent der Unternehmen mit IT-Stellen bereits Quereinsteiger als IT-Fachkräfte beschäftigen. 39 Prozent wollen diesen Weg künftig häufiger nutzen.
Praktische Erfahrung gewinnt an Gewicht
Besonders gefragt sind Quereinsteiger, die bereits Kenntnisse aus der IT mitbringen. 80 Prozent der Unternehmen, die entsprechende Fachkräfte beschäftigen, setzen typischerweise auf Personen mit vorhandener IT-Erfahrung.
Dabei stammen die Kenntnisse nicht zwangsläufig aus einem formalen Abschluss. 53 Prozent der Unternehmen beschäftigen Menschen, die sich IT-Wissen im Berufsalltag angeeignet haben. Bei 35 Prozent kommen Quereinsteiger mit einer zusätzlichen IT-Weiterbildung zum Einsatz, etwa nach einem Bootcamp.
Auch autodidaktisch erworbene Kenntnisse spielen eine Rolle. 30 Prozent der Unternehmen beschäftigen Quereinsteiger, die sich IT-Wissen selbstständig angeeignet haben. Weitere 12 Prozent setzen auf Personen, die eine IT-Ausbildung begonnen, aber nicht abgeschlossen haben.
Auch ohne IT-Hintergrund möglich
Der Wechsel in die IT ist allerdings nicht auf Bewerber mit technischen Vorkenntnissen beschränkt. 47 Prozent der Unternehmen beschäftigen Quereinsteiger mit einer Berufsausbildung außerhalb der IT. Bei 30 Prozent arbeiten auch Menschen mit einem Hochschulabschluss ohne IT-Bezug in entsprechenden Positionen.
Die Ergebnisse stammen aus einer repräsentativen Befragung, die Bitkom unter mehr als 600 Unternehmen mit mindestens drei Beschäftigten in Deutschland durchführen ließ.
Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst sieht angesichts des Fachkräftemangels einen wachsenden Bedarf an alternativen Zugangswegen: „Deutschland fehlen weiterhin Zehntausende IT-Fachkräfte, zugleich werden KI-Kompetenzen immer wichtiger.“
Quereinstieg kann auch intern beginnen
Der Wechsel in einen IT-Beruf muss nicht zwingend mit einem Arbeitgeberwechsel verbunden sein. Unternehmen können vorhandene Beschäftigte weiterqualifizieren und ihnen den Übergang in neue Aufgaben ermöglichen.
„Quereinstieg kann auch im eigenen Unternehmen beginnen“, sagt Wintergerst. Voraussetzung seien passende Weiterbildungsangebote sowie Möglichkeiten, praktische Erfahrungen in neuen IT-Rollen zu sammeln. Bitkom fordert in diesem Zusammenhang unter anderem mehr geförderte Quereinstiegsprogramme und Bootcamps sowie finanzielle Unterstützung für berufliche Neuorientierungen.
Auch spezielle Weiterbildungsbudgets könnten dabei eine Rolle spielen. Wintergerst nennt unter anderem ein persönliches Budget für KI-Weiterbildungen sowie geförderte Angebote für kleine und mittlere Unternehmen.
IT-Ausbildung bleibt wichtig
Der stärkere Einsatz von Quereinsteigern bedeutet nicht, dass klassische Ausbildungswege an Bedeutung verlieren. Für 51 Prozent der Unternehmen mit IT-Stellen sind praktische IT-Kenntnisse wichtiger als formale Abschlüsse.
Gleichzeitig beschäftigen 83 Prozent der Unternehmen IT-Fachkräfte mit einer entsprechenden Berufsausbildung. Fast sieben von zehn setzen außerdem auf Mitarbeiter mit einem IT- oder IT-nahen Hochschulabschluss.
Damit zeichnet sich kein vollständiger Wechsel von formalen Qualifikationen hin zu Quereinstieg ab. Vielmehr erweitert sich das Spektrum, über das Unternehmen IT-Fachkräfte gewinnen. Praktische Erfahrung, Weiterbildungen und selbst erworbene Kenntnisse werden dabei zu einer zusätzlichen Möglichkeit, den wachsenden Bedarf an IT- und KI-Kompetenzen abzudecken.
(red/Bitkom)






