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NewNormal

Die Digitalisierungswelle im letzten Jahr hat für alle Bürobeschäftigten einen Wandel in Richtung Flexibilität, Selbstbestimmtheit und Unabhängigkeit initiiert, somit den Weg für New Work geebnet.

Diese Entwicklung konnte jedoch vor allem für Beschäftigte ohne festen Desktop-Arbeitsplatz bisher nicht greifen. Wie kann also New Work auch für Non-Desktop-Mitarbeitenden zugänglich gemacht werden. 

Spätestens das vergangene Jahr hat gezeigt: Stillstand ist Rückschritt. Unternehmen, die die digitale Transformation verschlafen haben, gehören zu den Verlierern. Denn die Digitalisierung initiiert einen unaufhaltbaren Wandel und legt die Grundsteine für New Work. Das Konzept rückt den Menschen wieder in den Fokus und setzt auf Wertschätzung und Eigenverantwortung. Produktivität wird nicht mehr zum alleinstehenden Richtwert, denn Arbeit muss sinnstiftend sein und zur persönlichen Verwirklichung beitragen. Ein angepasstes Arbeitsumfeld macht Mitarbeitende zur wichtigsten Ressource der Unternehmen. Das Ziel ist die Einbindung aller Beschäftigten, ob in der Produktion, im Handel, in der Logistik oder im Krankenhaus. Doch entspricht die vollständige Inklusion aller Mitarbeitenden, auch jene ohne festen Desktop-Arbeitsplatz, bereits der Realität?

Die Digitalisierungswelle im letzten Jahr hat für die Bürobelegschaft der Unternehmen viel verändert. Standortunabhängiges, flexibles Arbeiten unterstützt von digitalen Anwendungen ist die neue Normalität. Vergleicht man diese Entwicklung mit dem Status Quo in den Produktionshallen oder auf den Krankenstationen, wird schnell deutlich: hier konnte dieser Umschwung nicht greifen. Für die meisten Beschäftigten in einem Non-Desktop-Beruf ist Arbeit noch immer ein starres System aus festen Arbeitszeiten, mangelnder Flexibilität, fehlender Selbstbestimmung und schlechter Kommunikation. Firmen mit einer multilateralen Belegschaft sind mit einem Wandel aus zwei Richtungen konfrontiert. Zum einen wurden Strukturen für die Bürobelegschaft schon angepasst und der Veränderungsprozess ist in vollem Gange. Zum anderen stagniert der Wandel hin zu flexiblem und eigenverantwortlichem Arbeiten vor allem im Handel, der Produktion und der Logistik.

Fraglich bleibt, wie es Unternehmen schaffen, New Work auch für Non-Desktop-Mitarbeitende zugänglich zu machen. 

Um New Work für alle Mitarbeitenden erlebbar zu machen, müssen zunächst einmal Unternehmen mit einer multilateralen Belegschaft verstehen, dass jede Belegschaftsgruppe auf eine andere Art und Weise unterstützt werden muss. 

Non-Desktop-Mitarbeitende wollen in Entwicklungen integriert werden, stellen jedoch andere Ansprüche als Kolleg:innen aus dem Büro. Denn der Arbeitsalltag dieser beiden Beschäftigtengruppen könnte unterschiedlicher nicht sein. So ist der klassische Arbeitstag im Büro gekennzeichnet von der Nutzung digitaler Anwendungen und einem verpflichtenden Austausch zwischen den Beschäftigten. Im Fokus steht dabei, die Prozesse und Kollaboration so effizient wie möglich zu gestalten. 

Die Arbeitsaufträge der Frontline Arbeiter:innen hingehen sind oftmals charakterisiert von einer festgelegten Routine - ein bekannter Ablauf, der wiederholt durchgeführt wird. Vergleicht man zum Beispiel die Anforderungen, die Non-Desktop-Mitarbeitenden an digitale Tools haben, mit den Bedürfnissen der Bürobelegschaft, so wird deutlich, dass es für Frontline Arbeiter:innen vor allem auf Einfachheit, Intuitivität und Flexibilität ankommt. Hier scheinen viele Unternehmen noch aufholen zu müssen. Das fehlende Verständnis für die Bedürfnisse der Mitarbeitenden resultiert dabei oft aus einem mangelhaften Austausch im Unternehmen. 

Längst sollten Handzettel und Aushänge der Vergangenheit angehören. Dennoch sind sie allseits beliebte und viel genutzte Kommunikationsmittel. Dass diese Methoden jedoch nur unzureichend zuverlässig sind und nicht gezielt die gesamte Belegschaft informieren können, wurde spätestens im vergangenen Jahr deutlich. Denn die Digitalisierung erreicht aktuell nur jene Beschäftigten, die bereits digital sind, also die Desktop Belegschaft. Dies bedeutet wiederum auch, dass ein umfassender Zugang zu Information weiterhin ein Privileg dieses Teils der Belegschaft bleibt. Für alle Beschäftigten in einem Non-Desktop-Segment bleiben nämlich Schwarze Bretter und der Flurfunk primäre Informationsplattformen, da ihnen der Zugang zu digitalen Kommunikationsplattformen verwehrt bleibt. Wie kann diese Kluft geschlossen werden? Mit Kommunikation. Ein regelmäßiger abteilungs- und standortübergreifender Austausch wird zur Voraussetzung eines erfolgreichen Zusammenarbeitens. Denn Kommunikation verbindet, verknüpft und vereint die Belegschaft und macht damit die Digitalisierung und folglich New Work zum ersten Mal auch für Beschäftigte in der Produktion, im Handel und im Gesundheitswesen zugänglich.  

Dies setzt jedoch voraus, dass Kommunikation nicht mehr nur Top-Down sondern auch Bottom-Up stattfinden kann. Sicherlich ist Top-Down-Kommunikation, gerade wenn es um die neuesten Hygienevorschriften oder Unternehmensnews geht, nicht weg zu denken. Dennoch müssen alle Beschäftigten die Möglichkeit bekommen, auch auf diese Informationen reagieren zu können. Denn New Work lebt von einem Austausch und der Vernetzung in der Belegschaft. 

Strukturen im Unternehmen können einen Wandel nicht von heute auf morgen erfahren. Stück für Stück sollten sich Unternehmen der Herausforderung annehmen und den Arbeitsalltag auch für Non-Desktop-Beschäftigte revolutionieren. So ist, wie bereits erwähnt, Kommunikation ein Schlüsselelement, um New Work im gesamten Unternehmen zu etablieren. Dabei wäre es ein Schritt, mobile Kollaborations- und Informationsplattformen einzuführen, die unter anderem den Bedürfnissen der Frontline Arbeiter:innen entsprechen. Durch eine vereinfachte Top-Down- und Bottom-Up-Kommunikation kann leichter Feedback eingeholt werden und ein aktiverer Austausch stattfinden. Somit stehen die Bedürfnisse der Mitarbeitenden wieder ein Stück weit im Vordergrund, was ein Grundstein von New Work ist. 

Des Weiteren können auch Schicht- und Einsatzpläne mobil zugänglich gemacht werden, womit die Arbeitszeiten- und Urlaubsplanung flexibilisiert werden kann. Oftmals sind Schichtpläne nur über einen Aushang im Pausenraum verfügbar, was die individuelle Arbeitszeitenplanung immens einschränkt. Durch eine mobile Version des Schichtplans können Arbeitszeiten einfacher verteilt und getauscht werden. Selbstbestimmtes und flexibles Arbeiten wird somit auch hier möglich. 

Eine weitere Ergänzung könnte die Job-Rotation sein. Man nehme zum Beispiel eine Angestellte in der Produktion. Sie bekommt die Möglichkeit während ihrer Schicht an verschiedenen Maschinen rotierend zu arbeiten und entgeht damit einer einseitigen Belastung. Die Job-Rotation ist auch in weiteren Branchen anwendbar so wie im Handel. Mitarbeitende können nicht nur in einer, sondern in mehreren Abteilungen eingelernt werden, sind damit vielseitig einsetzbar und können so flexibel bei Urlaub oder Krankheit aushelfen. 

Schlussendlich gibt es verschiedene Ansätze und Möglichkeiten wie New Work in Stücken eingesetzt werden kann. Denn so facettenreich wie das Konzept selbst, sind auch die Anwendungsmöglichkeiten. Voraussetzung ist jedoch, dass die Digitalisierung im ganzen Unternehmen angenommen wird, nicht nur in Desktop-Berufen. Denn nur so kann ein digitaler, flexibler und transparenter Austausch zwischen den Beschäftigten stattfinden. Dieser Austausch und damit die Kommunikation, ist die Basis und der Schlüssel dazu, um New Work zu mehr als nur einem utopischen Konzept werden zu lassen. Denn funktionieren kann das Konzept für all jene Unternehmen, die verstehen, was es bedeutet den Menschen in den Vordergrund zu stellen. Damit kann, wenn jede/r Einzelne als wertvolle Ressource wertgeschätzt wird, die Arbeit so selbstbestimmt und flexibel wie nur möglich gestaltet werden, auch für Non-Desktop-Mitarbeitende. 

 

Benedikt Ilg, Gründer und CEO
Benedikt Ilg
Gründer und CEO, Flip GmbH
Bis Ende 2018 war Benedikt als Projektleiter bei der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG tätig und verantwortete dort die Konzipierung der Data Analytics/Process Mining Strategie. Es fehlte ihm ein klares, einheitliches Tool für die interne Kommunikation. Kurzerhand gründete er sein heutiges Unternehmen Flip. Seine Vision: mit der gleichnamigen Mitarbeiter-App alle Mitarbeiter eines Unternehmens gleichermaßen schnell und effizient zu informieren sowie miteinander zu vernetzen. Er arbeitet kontinuierlich an seiner Vision und ist heute CEO von Flip mit einem rund 50-köpfigen Team.

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