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Agilität

Angesichts der zunehmend dynamischen Entwicklung von Märkten, Kundenanforderungen und technologischen Möglichkeiten setzen mehr und mehr Unternehmen agile Arbeitsmethoden ein. Denn gerade für komplexe Aufgaben in der Produktentstehung und -entwicklung, erweisen sich die besondere Effizienz, Flexibilität und Schnelligkeit der agilen Methoden als deutliche Vorteile.

Einsatzgebiete und Zielsetzungen erstrecken sich von ersten, begrenzten Pilotprojekten über die agile Organisation großer Projekte oder Projektportfolios mit mehreren Teams bis hin zu Kombinationen aus konventionellen und agilen Arbeitsweisen für das gesamte Unternehmen. Unabhängig von Umfang und Zielen gilt aber: Wer seine Agilität nach ersten gemachten Erfahrungen weiterentwickeln möchte, sollte zunächst eine systematische Bestandsaufnahme durchführen. Sie ist die fundierte Basis, um die nächsten Schritte zu planen und die agilen Fähigkeiten der eigenen Organisation auszubauen.

Während die einen noch mit überschaubaren Pilot-Teams experimentieren, haben andere schon die gesamte Produktentstehung agil organisiert. Unabhängig vom Umfang ist die iterative Analyse der erreichten Ergebnisse zentraler Bestandteil jeder agilen Organisationsstruktur. Dasselbe gilt, wenn es darum geht, die eigenen agilen Fähigkeiten weiterzuentwickeln, und so die gesetzten Ziele noch besser zu erreichen, wie bspw. den Wert des Produktes für den Kunden zu erhöhen, die Effizienz in der Entwicklungsarbeit zu steigern und die Time-to-Market zu verkürzen. „Um Verbesserungspotenziale sicher und vollständig zu identifizieren und im nächsten Schritt priorisieren zu können, empfiehlt sich eine methodische und umfassende Analyse des aktuellen agilen Fähigkeitsgrades“, erklärt Dirk Meißner, geschäftsführender Gesellschafter der CO-Improve GmbH & Co. KG, die sich als Beratungsunternehmen auf die agile Transformation von Industrieunternehmen und die agile Entwicklung komplexer mechatronischer Produkte spezialisiert hat.

Fähigkeitsgradmodelle, differenzierte Erfassungsmethoden und Bewertungssystematiken ermöglichen eine umfassende Standortbestimmung. Im Rahmen von „Agile Capability Assessments“ können Bestandsaufnahmen des agilen Fähigkeitsgrades sowohl als Dienstleistung beauftragt, als auch in Eigenregie durchgeführt werden. „Wichtig ist es, alle relevanten Faktoren erfolgreicher agiler Arbeitsweisen gründlich zu untersuchen“ ergänzt Herbert Schönebeck, Leitender Berater bei CO Improve.

Intelligente Priorisierung führt zum Erfolg

Ausbau und Weiterentwicklung agiler Arbeitsweisen innerhalb einer Organisation sind grundsätzlich multidimensionale Aufgaben. Denn es geht um mehr als nur die agil arbeitenden Teams. Eine agile Transformation betrifft letztlich alle Bereiche eines Unternehmens. Prozesse und Aufbauorganisation unterliegen ebenso einem Entwicklungsprozess wie das Wertesystem und die Unternehmens- bzw. insbesondere auch die Führungskultur. Wer versucht, alle Aspekte gleichzeitig zu bearbeiten, läuft Gefahr, sich zu verzetteln.

Meißner: „Vielmehr gilt es, klare Prioritäten zu erarbeiten, die einerseits die wichtigsten ‚Pain Points‘ fokussieren und andererseits an den individuellen Unternehmenszielen ausgerichtet sind. Wichtigste Grundlage einer solchen Priorisierung ist die unvoreingenommene und systematische Analyse des Ist-Zustandes.“ Gerade in agil noch etwas unerfahrenen Unternehmen, empfiehlt es sich, für eine solche Bestandsaufnahme die Unterstützung externer Spezialisten in Anspruch zu nehmen. Einerseits führt ihr neutraler Blick häufig zu authentischeren Ergebnissen. Andererseits bietet die Expertenbegleitung Unternehmen die Chance, sich selbst mit den entsprechenden Methoden und Instrumenten vertraut zu machen, um später regelmäßige Assessments auch in Eigenregie durchführen zu können.

Erprobte Methoden sichern die Qualität der Ergebnisse

Ein Instrument, das eine realitätsnahe Bestandsaufnahme in Bezug auf die agile Fähigkeit eines Unternehmens machen kann, muss daher in der Lage sein, alle Aspekte der agilen Transformation zielgerichtet zu beleuchten. Dabei haben sich als Methoden vor allem das Beobachten der agilen Teams sowie die Befragung der agil arbeitenden Mitarbeiter und Stakeholder, aber auch der Mitarbeiter aus Bereichen an den Schnittstellen zu den agilen Teams oder anderer betroffenen Bereiche bewährt. Daneben bietet sich die Analyse der Artefakte wie z.B. des Product Backlog an. Eine Besonderheit stellt die Einschätzung der agilen Fähigkeiten von Führungskräften dar, für die ein 360°-Feedback eingesetzt werden sollte.

Die vollständige Fähigkeitsanalyse ist in sechs Kompetenzfelder eingeteilt. Dies erlaubt einerseits, die Fähigkeitsbewertung modular aufzubauen und somit auf die Schwerpunkte zu fokussieren, in denen das Unternehmen Handlungsbedarf erkennt. So macht es etwa keinen Sinn, den für Skalierung erreichten Fähigkeitsgrad zu bewerten, wenn das Unternehmen noch mit singulären agilen Teams arbeitet. Daneben erlaubt der Aufbau über die Gliederung in Kompetenzfelder mit Gebieten eine strukturierte Auswertung, die bei der Umsetzung zielorientierter Verbesserungs- bzw. Weiterentwicklungsmaßnahmen hilft.

Quelle: CO Improve GmbH & Co. KG.

Um die Gesamtheit der agilen Fähigkeit eines Unternehmens zu analysieren, hat CO Improve folgende Kompetenzfelder in das Bewertungstool aufgenommen:

1. Agiles Selbstverständnis

Zentrale Frage ist, inwieweit die Werte und Prinzipien erfolgreicher agiler Arbeitsweisen tatsächlich im Unternehmen oder den aktuell agil organisierten Teams gelebt werden. Meißner bestätigt: „Selbst, wenn alle Beteiligten überzeugt und begeistert sind, ist das erforderliche Umdenken eine große Herausforderung. Es lohnt sich deshalb regelmäßig zu prüfen, ob zum Beispiel die Kommunikation wirklich offen und transparent gestaltet ist oder ob das Feedback positiv, konstruktiv und an den zuvor formulierten Anforderungen orientiert erfolgt.“

Cora Rosenkranz, IT-Journalistin
Cora Rosenkranz
IT-Journalistin, Wordfinder
Als Fachjournalistin beschäftigt sich Cora Rosenkranz vor allem mit Zukunftsthemen. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, technische Innovationen und die Chancen der Digitalisierung vor allem für potenzielle Anwender und Entscheider in Unternehmen interessant und anschaulich darzustellen. Denn nur wer möglichst viele Optionen kennt, kann fundierte Entscheidungen treffen.

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