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Krank Büro

Über zwei Drittel der Mitarbeiter in der Medien- und Informationsbranche fühlen sich mindestens einmal wöchentlich gestresst, wenn nicht gar überfordert. Das ergab der Workface-View 2020, für die im Zeitraum zwischen Oktober 2019 und Januar 2020 (und damit vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie) über 30.000 Angestellte befragt wurden. 

Welche Präventionsmaßnahmen Mitarbeiter ergreifen können und welche Herausforderungen Arbeitgeber zu stemmen haben, zeigt dieser Beitrag schlaglichtartig.

Stress im Job? Die Präventionsmaßnahmen sind vielseitig

Wer etwas über Stress-Prävention im Arbeitsalltag liest, der findet meist Ideen, die direkt beim Menschen oder an der Arbeitsstelle ansetzen. Diese Modelle sind häufig bekannt, wichtig und richtig und umfassen beispielsweise diese Einzelmaßnahmen:

  • Der Job sollte regelmäßig daraufhin geprüft werden, ob das Anforderungsprofil zum Leistungsprofil passt. Dabei muss es nicht zwingend deckungsgleich sein, allerdings muss die Erfüllbarkeit gegeben sein, was bedeutet: Jeder Mitarbeiter muss einen Großteil seiner Aufgaben durch Ausbildung, Erfahrung, Wissen und Persönlichkeit stemmen können. Hinzu sollte ein kleiner Baustein kommen, der den Mitarbeiter fördert und fordert.
  • Arbeitnehmer sollte praxisnahe Coachings erhalten, die aufzeigen, welche Faktoren Stress auslösen und wie diese in den Griff zu bekommen sind. Nur so lassen sich effektive Maßnahmen kreieren, die dort ansetzen, wo die persönlichen Stressfaktoren zu finden sind. Das kann bei einem Mitarbeiter Arbeitsumfeld, Kollegen und Vorgesetzte sein; anderen wiederum fehlt es an Fertigkeiten wie etwa dem aktiven Zeitmanagement.
  • Bewusste Auszeiten im Arbeitsalltag sollen verhindern, Stress als unausweichlichen Strudel zu empfinden, bei dem der Mitarbeiter von einer unlösbaren Herausforderung in die nächste schliddert und sich damit unaufhörlich Stress aussetzt. Die Vermittlung von Entspannungstechniken kann an dieser Stelle hilfreich sein – allerdings nicht als Einzelmaßnahme. Dies könnte im schlechtesten Fall zu einer Stigmatisierung des Mitarbeiters führen, was den Stresspegel erneut ansteigen lässt. An dieser Stelle sind Gruppencoachings die bessere Methode.

Rahmenbedingungen stressfreier gestalten

Natürlich ist es Sache des Unternehmers, das Arbeitsumfeld so zu gestalten, dass es nicht zur Überforderung, wohl aber zu motivierenden Herausforderungen kommt. Darüber hinaus ist es hilfreich, als Unternehmer Angebote zu schaffen, die die Rahmenbedingungen für den Arbeitnehmer optimaler gestalten. Die folgenden Tipps können hierfür Inspirationen liefern.

  • Stichwort: Absicherung. Eine Informationsveranstaltung, welche Formen der finanziellen Absicherung es gibt, könnte langfristig betrachtet die Rahmenbedingungen für den Mitarbeiter stressfreier gestalten. Wer beispielsweise die Option nutzt, beim Anbieter ONVERSO Versicherungen auszuloten, die im Falle eines Falles die Familie absichern, könnte beispielsweise den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung in Betracht ziehen. Diese könnte eine Berufsunfähigkeitsrente ausbezahlen, wenn der stressige IT-Job kurz- oder langfristig nicht mehr ausgeübt werden kann. 
  • Stichwort: Familienfreundlichkeit. Familienfreundlichkeit ist ein Schlagwort, das häufig genutzt wird, um beispielsweise flexiblen Arbeitszeiten einen hochtrabenderen Namen zu geben. Echte, gelebte Familienfreundlichkeit jedoch kann gerade Mitarbeitern mit Familien eine große Last von den Schultern nehmen. Familienfreundlichkeit kann dabei bedeuten, dass der Betreuungsplatz in Krippe oder Kindergarten seitens des Arbeitgebers bezuschusst wird oder das Unternehmen gar selbst Betreuungsmöglichkeiten schafft. Familienfreundlichkeit kann auch bedeuten, dass es kein bürokratischer Akt ist, wenn das Kind krank ist und der Mitarbeiter kurzerhand nichts ins Büro kann.
  • Stichwort: Arbeitszeiten. Natürlich lassen sich in jeder Stellenbeschreibung heute Hinweise auf flexible Arbeitszeitmodelle finden, jedoch versteckt sich dahinter nur allzu oft der zeitversetzte Arbeitsbeginn – nicht um 8 Uhr morgens, sondern um 9 Uhr morgens. Sicherlich ent-stresst das den Morgen für Eltern, die ihre Kinder erst in den Kindergarten oder zur Schule bringen müssen, richtig flexibel geht aber anders – und hilft nicht nur Eltern. Gibt es die Möglichkeit, bereits früh morgens zu starten, weil der Berufsverkehr noch geringer ist, oder abends länger zu arbeiten, weil am Nachmittag wichtige Termine angestanden sind, ist das wahre Flexibilität. 

Die IT-Branche ist keinesfalls gefeit vor stressbedingten psychischen Erkrankungen 

Dass Stress krank macht, fällt längst in die Kategorie „Public Knowledge“, aber dass vor allem in der IT-Branche zahlreiche Fachkräfte gestresst sind, das ist vielen unbekannt. Ein Blick in diverse Studien zeigt jedoch, dass gerade hinter den Monitoren, in den Büros, in denen sich Kaffeetassen neben Fastfood-Kartons türmen, vieles krank machen kann.

  • Die vertraglich geregelte 40-Stunden-Woche wird in vielen IT-Unternehmen zur 80-Stunden-Woche – und zwar ohne dafür Unternehmensanteile als Ausgleich zu erhalten, wie das noch Ende des 20. Jahrhundert bei Microsoft gehandhabt wurde.
  • Chill-Out-Areas, die von vielen Betrieben als attraktive Auszeit-Ecken wahrlich angepriesen werden, dienen in der Praxis dazu, den gestressten und überarbeiteten Mitarbeitern eine kurze Auszeit zu gönnen – ohne dass sie dafür das Unternehmen verlassen.
  • Deadlines, die vor allem für IT-Projekte meist recht kurz gehalten sind, empfinden zwei Drittel der Befragten als Stressfaktor; Unterbrechungen, die in der Praxis üblich sind, sind für 70 Prozent der Befragten Stress pur. Kein Wunder, dass ein Drittel angab, den IT-Job nicht bis zur Rente ausführen zu wollen (oder zu können).

 


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