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„Liquid Workforce“ verändert die Art wie Organisationen arbeiten. Das Konzept bricht mit einer jahrzehntelangen Tradition, in der qualifizierte Mitarbeiter nur in ihrem jeweils definierten Aufgabengebiet tätig waren.  

Die Covid-19-Pandemie zwingt nahezu jeden Industriezweig weltweit zum Umdenken. Hier ist „Liquid Workforce“ eine Alternative, um die Produktivität aufrechtzuerhalten. Denn dabei beziehen Unternehmen das benötigte Know-how von verschiedenen Stellen innerhalb und außerhalb des Unternehmens. Um Lücken zu schließen, finden kontinuierlich Weiterbildungen statt. Immer mehr Organisationen eignen sich dieses Konzept an.

Flexibel und anpassungsfähig

Oberflächlich betrachtet ist Liquid Workforce eine Vision für höhere Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Denn dadurch sind Unternehmen in der Lage, die richtigen Köpfe für eine bestimmte Anforderung zu finden. Bei genauerer Betrachtung wird jedoch ersichtlich, dass Liquid Workforce einen sehr achtsamen Umgang mit den Mitarbeitern erfordert. Es geht dabei um die Themen Change Management, Sensibilität der Mitarbeiter und Sicherheit sowie die Frage, wie Mitarbeiter umgeschult werden können, um ihre Fähigkeiten und ihre Agilität innerhalb der Organisation zu steigern.

Gemischte Teams in einer Liquid Workforce

Um Leistung auf höchstem Niveau abzurufen, darf die Arbeit nicht in Silos stattfinden, sondern in Teams, in denen jeder gemäß seinen Fähigkeiten mitwirkt. In Technologieunternehmen gehören neben Produktmanagern, Experten für die Benutzererfahrung (UX) und Entwickler auch Ingenieure für die Website-Verfügbarkeit sowie Datenwissenschaftler und Dateningenieure zu einem solchen Team. Dadurch erweitern Entwickler ihre Kenntnisse über UX und Datenexperten bilden sich hinsichtlich des Produktmanagements weiter, während Produktmanager ihr Know-how in allen Bereichen verbessern.

Ein Site Reliability Engineer befasst sich beispielsweise mit unzählig vielen Daten. Mit Hilfe eines Dateningenieurs lernt er, wie er eine Pipeline erstellt, die nur eine bestimmte, entscheidende Teilmenge an eine Datenplattform liefert, mit deren Hilfe sich Betriebsprobleme finden und lösen lassen. Oder ein Mitarbeiter aus dem Bereich der Vertriebsentwicklung erhält zunächst Unterstützung von einem Dateningenieur sowie einem Datenwissenschaftler und lernt anschließend, möglichst viele Tätigkeiten selbstständig zu erledigen.

Liquid Workforce hat auch Grenzen

Eine Belegschaft „liquid“ zu machen, ist ein schrittweiser Prozess, der jedoch auch seine Grenzen hat. Ein Site Reliability Engineer und ein Mitarbeiter aus dem Vertrieb können zwar einiges über Datentechnik und -wissenschaft lernen, es werden wahrscheinlich nicht ihre Kerngebiete werden. Es wird deshalb immer notwendig sein, je nach Unternehmen, spezialisierte Fachkräfte in die „Liquid Workforce“ einzubetten, wie beispielsweise einen Quantenwissenschaftler, Biochemiker oder einen Nuklearingenieur, deren Fähigkeiten auf einer langjährigen Erfahrung beruhen. 

Das richtige Liquid Workforce-Team zusammenstellen

Eine Schlüsselherausforderung bei der Entwicklung einer Liquid Workforce besteht darin, das richtige Gleichgewicht zu finden: Es geht darum, eine Kultur zu schaffen, die die Prinzipien der Quer- und Höherqualifizierung in leichter zugängliche Spezialisierungsbereiche unterstützt und gleichzeitig Experten nach Bedarf zur Verfügung stellt. Da insbesondere Kompetenzen zu neuen Technologien wie Künstliche Intelligenz und Machine Learning eher Mangelware sind, muss eine Balance zwischen der Einbeziehung externer Talente und der Höherqualifizierung eines Teams gefunden werden.

Außerdem ist der Bedarf einer Liquid Workforce unter dem Gesichtspunkt von zwei Arbeitsbelastungs-Kategorien zu betrachten: Klassische Workloads – Altsysteme wie ERP-Software, Mainframes, Visual Basic und Visual C++ – spielen weiterhin eine Rolle, es ist jedoch unwahrscheinlich, dass hier weitere Investitionen und Erweiterungen notwendig sind. Zu den modernen Workloads der heutigen, digital transformierten Welt gehören SaaS- und Cloud-native Lösungen, die immer wichtiger werden. 

Mehr Wissen generieren

IT-Entscheidungsträger sollten klassische Workloads liquider machen, um Fachwissen zu erweitern, das möglicherweise zu verschwinden droht. Dabei kann die Schulung neuer Mitarbeiter an ERP-Systemen zu unerwarteten Innovationen führen, da etablierte Praktiken in Frage gestellt werden. 

Moderne Workloads lassen sich möglicherweise leichter liquid machen, denn diese Systeme sind hochgradig automatisiert und für Self-Service konzipiert. Ein gutes Beispiel hierfür ist Business Intelligence: Ein Unternehmen mit einem wertvollen, on-premise Data Warehouse, das viele Jahre für die Erstellung und Unterstützung wichtiger Analyse- und Reporting Workloads genutzt wurde, kann diese wertvolle Ressource nicht einfach ignorieren. Um die Kontinuität zu wahren, lassen sich die nötigen Fähigkeiten weitervermitteln. Aber gleichzeitig können neue Workloads in einem Cloud Data Warehouse wie Snowflake oder Redshift erstellt werden, das einen Großteil der Arbeit der Datenbankadministratoren automatisiert. In einem solchen Szenario ist es für einen Business-Intelligence-Analysten möglich, ein gesamtes Data Warehouse mit minimaler Hilfe von traditionellen Supportmitarbeitern zu erstellen. 

Entwicklung der IT-Umgebung

Damit Entscheidungsträger und Personalverantwortliche abwägen können, welches Potenzial die Entwicklung hin zu einer Liquid Workforce bietet, müssen sie erkennen, wie sich die IT-Umgebung entwickeln muss, um neue, agile Teams zu unterstützen. Um produktiv zu sein, müssen die Systeme für eine Liquid Workworce mit Hypervigilance auf die personalisierten Schnittstellen- und Kollaborationsbedürfnisse jedes Einzelnen ausgelegt sein. Nur so können Mitarbeiter reibungslos zwischen ihren verschiedenen Einsatzgebieten wechseln. Plattformen zur Unterstützung einer Liquid Workforce müssen deshalb ein hohes Maß an Kombinierbarkeit und Consumability bieten.

Auswirkungen eines effektiven, digitalen Arbeitsplatzes

Parallel zu dieser Neugestaltung ihrer Workforce stehen Unternehmen vor der Herausforderung, sich mit den Auswirkungen eines wirklich effektiven digitalen Arbeitsplatzes auseinanderzusetzen. Da Unternehmen in den aktuell schwierigen Zeiten nur eingeschränkt höchst effizient arbeiten können, stellt sich die Frage nach potenziellen Werkzeugen und Techniken, die sie zukünftig optimal unterstützen. Eine Lösung ist ein ‚Fluid Workplace‘, der einer mobilen, potenziell dezentralisierten Belegschaft eine Reihe von Vorteilen bietet: Intelligente IT misst und bewertet dynamisch die Benutzererfahrung, um Veränderungen voranzutreiben. Intelligente Maschinen passen sich spontan an die Anforderungen der Nutzer an. Intelligente „Skill-Marktplätze“ ermöglichen es Managern, die besten Mitarbeiter für anstehende Aufgaben zu finden. Und intelligente Räume, physische Umgebungen, unterstützen Arbeitnehmer dabei, sich ganz auf ein produktives Arbeiten zu konzentrieren.

Liquid Workforce sorgt für schnelle Reaktionen

Die umfassende Vision einer Liquid Workforce versetzt Unternehmen in der Lage, schnell zu reagieren und die Zahl der Beschäftigten in Bereichen mit benötigten Qualifikationen zu erhöhen. Weitere Vorteile sind:

  • Verbesserte Nutzung von Ressourcen
  • Mehrdimensionale Sicht auf einzelne Probleme mit unterschiedlichen Lösungsansätzen
  • Schaffung und Erhaltung eines lebendigen, sachkundigen Unternehmens-Ökosystems

Der Weg dorthin wird dadurch geebnet, dass jeder Mitarbeiter ein bisschen mehr darüber weiß, was alle anderen tun. Letztendlich sind viele Hände mit vielen Fähigkeiten die Basis für eine Liquid Workforce.

Kalyan Kumar B, Corporate Vice President & Chief Technology Officer
Kalyan Kumar B
Corporate Vice President & Chief Technology Officer, HCL

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