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Es gibt eine Art Diversität am Arbeitsplatz, die oft ignoriert wird. Es ist nicht die Angehörigkeit zu einer Ethnie oder das Geschlecht, sondern das Alter. Die Menschen leben immer länger. Viele arbeiten auch im Alter weiter, weil sie das Geld brauchen oder weil ihre Arbeit ihnen Freude bereitet. 

Seit Jahren steigt der Anteil der älteren Arbeitnehmer in Deutschland. Das führt dazu, dass in den Unternehmen heute das Altersspektrum der Mitarbeiter größer ist als je zuvor. Mitarbeiter, die gerade erst die Universität verlassen haben, interagieren mit Kollegen, die 40 Jahre oder mehr Berufserfahrung haben.

Die daraus resultierenden generationenübergreifenden Erfahrungen haben viele positive Folgen für die Unternehmen. Das große Altersspektrum der Mitarbeiter steigert sowohl die Produktivität von Teams als auch die Qualität der Entscheidungen, weil ein breiterer Erfahrungsschatz zur Verfügung steht. Viele Mitglieder generationenübergreifende Teams geben außerdem an, dass das große Altersspektrum auch zu reichhaltigeren Gesprächen und einprägsamerer Zusammenarbeit führt.

Fünf verschiedene Generationen sind heute erwerbstätig. Ein Beispiel für ihre Einteilung ist:

  • Stille Generation oder Veteranen oder Traditionals – geboren vor 1946
  • Baby Boomers – geboren zwischen 1946 – 1964
  • Generation X – geboren zwischen 1965 – 1980
  • Generation Y oder Millennials – geboren zwischen 1981 – 1998
  • Generation Z – geboren nach 1998

Die jüngsten Angehörigen der Stillen Generation sind 73 Jahre alt und es arbeiten mehr von ihnen, als viele denken: 2016 war jeder neunte Deutsche zwischen 65 und 74 Jahren erwerbstätig.

Für jede Generation existiert eine ganze Reihe von Stereotypen. Zum Beispiel denken viele Führungskräfte bei Millennials an Emporkömmlinge, die eine Vorliebe für flexible Arbeitszeiten haben und sinnvolle Arbeit höher schätzen als ein gutes Gehalt. Oder sie werden als freizeitorientiert mit wenig Interesse für Politik charakterisiert. Eine umfassende Untersuchung des Marburger Soziologieprofessors Martin Schröder hat jedoch ergeben, dass sich die Generation Y in Wirklichkeit gar nicht von anderen Generationen unterscheidet und auch keine besonderen Merkmale aufweist. Millennials sind demnach keine Emporkömmlinge. Zudem machen sie in Deutschland bereits 30 % der Erwerbstätigen aus.

Doch nicht nur das: Laut Schröder weichen die Lebenseinstellungen in der Generation Y und anderen Generationen wie den Babyboomern, den 68ern oder der Generation X kaum voneinander ab. Die Gegensätze am Arbeitsplatz sind eher durch die gegensätzlichen Stile von Alt und Jung als durch unterschiedliche Werte bedingt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die Führung von generationenübergreifenden Teams nicht mit einer Reihe komplizierter Herausforderungen verbunden ist. Beispielsweise hat ein 20-Jähriger meist ganz andere Ziele als ein 70-Jähriger, der kurz vor seinem Renteneintritt steht.

Hier sind drei konkrete Maßnahmen, die Manager in Betracht ziehen sollten, wenn sie erfolgreich Teams aus mehreren Generationen leiten wollen.

Arbeitsmittel für alle Altersgruppen: Auswahl der Tools mit Bedacht

Der UCaaS-Anbieter Fuze hat Anfang 2018 mehr als 6.000 Arbeitnehmer weltweit befragt. Bei der Auswertung stellte sich heraus, dass es erhebliche Unterschiede gab, wie oft verschiedene Arbeitsmittel von den jeweiligen Generationen verwendet werden. Mitarbeiter unter 25 Jahren nutzen ihr Smartphone doppelt so häufig für die Kommunikation am Arbeitsplatz wie Kollegen, die über 55 Jahre alt sind. Bei Videokonferenzen sind die Altersunterschiede noch ausgeprägter. Jüngere Arbeitnehmer nutzen die Technologie viermal so häufig wie Babyboomer. Darüber hinaus nutzen ältere Mitarbeiter Cloud-Speicherlösungen etwa halb so oft wie ihre jüngeren Kollegen. In Deutschland nutzt laut der Fuze Studie die Gruppe der unter 35-Jährigen Emails und Telefon knapp 10 % weniger als die Befragten ab 35 Jahren. Dafür nutzen die unter 35-Jährigen häufiger Instant Messaging und firmeneigene Soziale Netzwerke.

Diese unterschiedliche Nutzung von Arbeits- und Kommunikationsmitteln stellt eine Herausforderung für Manager dar. Werden anstatt Unified Communications (UC) voneinander getrennte Kommunikationstechnologien eingesetzt, kann dies zu Problemen führen und die Produktivität reduzieren. Dank UC könnte ein Millennial beispielsweise einem Babyboomer per Chat eine Frage stellen, und der Babyboomer könnte über die gleiche App zurückrufen, um die Frage zu beantworten. Wird der Babyboomer stattdessen über eine Stand-Alone-Messaging-App angeschrieben, muss er erst zum Adressbuch wechseln und den Kontakt in seinem Adressbuch heraussuchen. Oberflächlich betrachtet bringen solche UC-Lösungen, mit denen Mitarbeiter problemlos von Telefonie zu Videokonferenzen zu Chat wechseln, bloß geringe Zeiteinsparungen. Bei genauerer Analyse zeigt sich aber, dass ihre Auswirkung noch viel weiter geht: Sie führen zu einer erheblichen Steigerung der Produktivität. Das ist nicht nur gut für die Unternehmenszahlen, sondern hat auch einen erheblichen positiven Einfluss auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter

Manager sollten daher die Altersstruktur ihrer Teams berücksichtigen und insbesondere Kommunikationsmittel auswählen, die ihnen dabei helfen, ihre Ziele zu erreichen und Störungen minimieren. In einigen Fällen ist die neueste Technologie vielleicht nicht die beste Wahl.

Teams mit großem Altersspektrum schneiden besser ab

Manager sollten versuchen, in ihren Teams verschiedene Altersgruppen zu mischen. Jede Generation kann ihre ganz einzigartigen Fähigkeiten in Projekte einbringen. Teams mit homogenem Alter mögen eine einfache Lösung dafür sein, um das Aufeinandertreffen der gegensätzlichen Stile von Alt und Jung zu verhindern. Allerdings könnte ein Team von Millennials auf Hindernisse stoßen, weil ihm tiefgreifendes Verständnis für die Prozesse eines Unternehmens fehlt. Umgekehrt hat eine Gruppe aus Babyboomern vielleicht keine Erfahrung mit den neuesten Technologien und Trends.

In Teams mit Mitgliedern unterschiedlichen Alters können erstens ältere Mitarbeiter ihre Jahrzehnte umfassende Erfahrung einbringen und ihr Wissen mit jüngeren Mitarbeitern teilen. Bei Verzicht auf generationenübergreifende Teams begrenzen Führungskräfte dagegen den Wissenstransfer, durch den Millennials erst richtig leistungsfähig werden.

Wissensvermittlung ist zweitens keine Einbahnstraße. Reverse Mentoring ist ein neuer Trend, bei dem ein jüngerer Mitarbeiter als Mentor für einen älteren Mitarbeiter agiert. Zum Beispiel könnte eine junge Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung die Mentorschaft für einen erfahrenen Reporter übernehmen und ihm beibringen, wie sich neue Tools wie Snapchat als Werkzeug in Stories integrieren lassen.

Mitarbeitervorteile für alle Altersgruppen

Bei der Überlegung, Mitarbeitervorteile einzuführen, sollten Entscheider in Betracht ziehen, dass für einige Benefits ein breiteres Interesse existiert als bisher angenommen. Zum Beispiel ist es ein typisches Vorurteil, dass nur Millennials großen Wert auf flexibles Arbeiten legen. Die Fuze Studie ergab beispielsweise, dass auch für knapp 50 % der Befragten ab 45 Jahren flexibles Arbeiten (Mobilarbeit, Gleitzeit, Teilzeit) ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines neuen Jobs ist.

Branchen in den USA, in denen Arbeitskräftemangel herrscht, haben bereits Änderungen wie Mobilarbeit, Jobsharing und eine komprimierte Arbeitswoche eingeführt, um Babyboomern Anreize zu bieten, später in den Ruhestand zu gehen. Diese Benefits helfen, ältere Arbeitnehmer im Job zu halten und sprechen gleichzeitig jüngere Arbeitnehmer an.

https://de.fuze.com


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