Anzeige

KI

Künstliche Intelligenz (KI) ist längst in Deutschlands Schwerpunktindustrien angelangt, hilft bei vielfältigen Problemstellungen und hält im besten Fall innovative Lösungen bereit. Und gerade weil der Einsatz dieser größtenteils intransparenten Technologie immer mehr in den Fokus unseres Denken und Handelns rückt, sollten ethische Werte die Basis bilden.

Sie müssen definiert werden und die weitere Entwicklung rund um KI begleiten. Künstliche Intelligenz zählt unbestritten zu den größten Möglichkeiten unserer Zeit, trägt zum Wohl der Gesellschaft bei, nutzt uns im Kampf gegen den Klimawandel, unterstützt bei der ärztlichen Diagnose und lässt in Bälde Fahrzeuge autonom fahren.

„Da Künstliche Intelligenz immer breiter genutzt und öffentlichkeitswirksamer wird, Problemfelder entstehen lässt und ethische Risiken birgt, gilt es diese zu minimieren. Unternehmen sollten sich deshalb in Bezug auf die KI-Nutzung zu ethischen Standards bekennen und diese bestmöglich kontrollieren“, sagt Dr. Katja Nagel, Leiterin des Global Organizational Integrity Institutes (GOII) in München.
 

Kühle Logik vs. moralische Vertretbarkeit

In der Gegenwart werden richtungsweisende Entscheidungen – und damit auch mögliche Fehlentscheidungen – in Unternehmen von Führungspersonen getroffen. Wenn wir in die Zukunft blicken, werden viele dieser Entscheidungen vermehrt in KI-Systemen respektive Algorithmen unterstützt oder sogar vorweggenommen. Im Personalwesen soll etwa mithilfe von KI die Auswahl von Bewerbern nicht nur erleichtert, sondern auch gerechter werden. Zeitersparnis, fairere Beurteilung, mehr Diversität – so die Annahme. Die andere Wahrheit lautet aber auch: Die Bewertung durch Algorithmen kann zu Diskriminierung führen. 

Diese für den Menschen kaum nachvollziehbaren „Black Box-Entscheidungen“ entsprechen der kühlen Logik des KI-Systems. Für eine gezielte Diskriminierung fehlt der Maschine aber das Bewusstsein. Sie zieht ihre ganz eigene, logische Schlussfolgerung, die der menschlichen nicht immer entspricht, aber auf ihr gründet: durch die dem KI-System bereitgestellten Informationen. Dessen müssen sich die Unternehmen zwingend bewusst sein. Wenn Künstliche Intelligenz also nicht nur technologisch revolutionär sein soll, sondern auch moralisch höchsten Ansprüchen genügen möchte, dann ist für den KI-Einsatz die Etablierung einer Strategie und eines Verhaltenskodex anhand ethischer Prinzipien unabdingbar.

 

Notwendigkeit eines Wertesystems

Für Verantwortungsträger bedeutet das, die Implementierung eines Wertesystems, das auf Fairness, Solidarität, Toleranz, Transparenz, Nachhaltigkeit und Gemeinwohl fußt, zu fördern. Es muss unternehmensintern auf allen Ebenen Berücksichtigung finden und transparent nach außen kommuniziert werden. Die getroffenen Entscheidungen des KI-Systems sollten wiederum die Integrität eines Unternehmens unterstützen und im besten Fall widerspiegeln.

„Die ethische Betrachtungsweise von KI-Systemen muss nun in den Fokus der Unternehmen rücken. Dabei geht es nicht darum, die Innovationkraft einzuschränken, sondern moralische Grundsätze sicherzustellen. Das eine schließt das andere nicht aus: Bei aller technischen Entwicklung müssen die Grundwerte immer die Basis bilden und geschützt werden“, so Dr. Katja Nagel. „Und am Ende wird es sich nicht nur vertrauensbildend auf die Kunden, sondern auch nachhaltig auf den Unternehmenswert auswirken.“

www.goii.org


Weitere Artikel

Cloud Computing

Der erste Schritt zum digitalen Personalwesen mit Cloud-Lösungen

Cloud-Lösungen sind mittlerweile in vielen deutschen Unternehmen angekommen: Bereits 80 Prozent setzen auf Daten und Anwendungen aus der Cloud. Arbeitnehmer*innen profitieren vor allem von einer erhöhten Mobilität und effizienteren Arbeitsabläufen.
Online Wahlen

E-Demokratie und E-Vote – Ängste und Lösungsansätze

Seitdem das deutsche Bundesverfassungsgericht im Jahr 2009 die elektronische Stimmabgabe über bestimmte Geräte für verfassungswidrig erklärte, haben die deutschen Behörden die unterschiedlichsten Ansätze zur Digitalisierung der Stimmabgabe evaluiert.
Digitalisierung

Mit 5 Schritten das Unternehmen digitaler aufstellen

Die letzten anderthalb Jahre haben unsere Arbeitswelt digitaler gestaltet. Um Remote Work in der Pandemie zu ermöglichen, mussten Unternehmen oft auf die Schnelle neue Lösungen finden. Viele konnten so deutliche Fortschritte machen und sich…
Wearable

Zukunft der Unterhaltungselektronik: Smartphones, Wearables, Streaming

Spielekonsolen, Fernseher, Kopfhörer: Der Markt für Unterhaltungselektronik bleibt weiterhin stabil. In diesem Jahr wird der Umsatz voraussichtlich 8,96 Milliarden Euro betragen. Das prognostiziert der Digitalverband Bitkom in seiner Trendstudie „Zukunft der…
Event

Hybride Events sind die Zukunft

Trotz steigender Impfquote wird es noch eine ganze Zeit dauern, bis Präsenzveranstaltungen wieder uneingeschränkt stattfinden können. Auch wenn teilweise “vor Ort”-Events möglich sind, ist die Zahl der Plätze meist stark limitiert und die eigentliche…
Deutschland Digital

IT-Mittelstand fordert Aufbruch in die digitale Souveränität

Knapp eine Woche vor der Bundestagswahl veröffentlicht der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) sein Positionspapier „Aufbruch in die digitale Souveränität“ mit Empfehlungen für die nächste Legislaturperiode.

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.