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KI am Arbeitsplatz

Seit einiger Zeit wird heftig diskutiert, ob intelligente Technologien Mitarbeitern die Arbeitsplätze wegnehmen. Analysten warnen vor dem „Risiko der Computerisierung“, das mehr als 50 Prozent der Arbeitsplätze in der Europäischen Union redundant machen soll. Aber ist das Risiko wirklich so groß?

Tatsächlich übernehmen Maschinen bereits einiges an Arbeit – vor allem routinemäßige, zeitaufwendige Aufgaben. Eine kürzlich durchgeführte Studie von ABBYY ergab beispielsweise, dass die Hälfte der über 2.000 Befragten Aufgaben wie Dokumentenprüfung, Dateneingabe und Inventur und Reportings gerne an Roboter abgeben würden.

Das ist ein wichtiger und kaum diskutierter Aspekt der künstlichen Intelligenz. Sie unterstützt uns dabei, das Leben und die Arbeit weniger monoton, dafür aber angenehmer und spannender zu gestalten. KI kann Informationen verarbeiten und Routineaufgaben blitzschnell bewältigen, sodass den Mitarbeitern mehr Zeit für komplexere Prozesse, Kreativität und Persönlichkeitsentfaltung bleibt. Bei einem großen Bauprojekt wäre es in der heutigen Zeit schließlich auch seltsam, mit einer Schaufel zu graben, wenn es einen Bagger gibt, der die Grube aushebt. Analog dazu sollten die Mitarbeiter also im aktuellen Entwicklungsstadium die technologischen Chancen annehmen und sich anspruchsvolleren und produktiveren Tätigkeiten zuwenden.

Wunsch nach KI-Unterstützung generationenabhängig

Wie KI zukünftige Berufe schafft

Führungskräfte auf C-Level sind sich der Notwendigkeit bewusst, KI-Technologien im Unternehmen einzuführen, um bessere Entscheidungen schneller treffen zu können, dadurch neue Kunden zu gewinnen und so letztendlich den Umsatz zu steigern. Die Frage ist: Wie werden neue Technologien das Leben der Mitarbeiter verändern? Mitarbeiter großer Unternehmen werden in den nächsten Jahren neue Fähigkeiten erlernen oder den Umfang ihrer Aktivitäten vollständig verändern müssen. Einige Berufe, die wahrscheinlich teilweise oder sogar ganz eliminiert werden, sind Dateneingabe-Techniker, Buchhalter, Sekretäre, Auditoren oder Postbeamte. Im Zuge dessen werden aber auch neue spannende Berufe entstehen, wie beispielsweise KI Business Development Manager, KI-Medizintechniker, Genetic-Code-Editoren oder Teammanager für Mensch und Maschine.

Der Mensch wird außerdem durch die Automatisierung mehr Zeit zur Verfügung haben, um komplexe Herausforderungen wie die Umweltverschmutzung zu erforschen, zu experimentieren und geeignete Lösungen zu finden. Ein Entsorgungsingenieur wird hier in Zukunft einer der gefragtesten Spezialisten überhaupt sein. Darüber hinaus stehen solche ungewöhnlichen Berufe wie Berater für alternative Energiequellen, Erdbebenprädikatoren, Gedächtnischirurgen und IoT-Reparaturassistenten auf der Liste. Alle diese Spezialgebiete werden einen umfassenden Einsatz intelligenter Technologien beinhalten. Aber auch Entwickler von mobilen Anwendungen, Webentwickler und Datenwissenschaftler nehmen einen bedeutenden Platz auf der Liste der begehrtesten Jobs der Zukunft ein.

Das Ende der Routine

Die eigentliche Herausforderung besteht heute darin, zu verstehen, welche beruflichen Fähigkeiten gefragt sind und welche Aufgaben den Robotern überlassen werden sollen. Was sollte man studieren und welche Fähigkeiten entwickeln, um am Ball zu bleiben? Berufe, deren Hauptaufgabe die Entwicklung von Technologien der künstlichen Intelligenz und die Interpretation und Anwendung der Ergebnisse ist, sind bereits sehr gefragt. Unabhängig der Branche wird es immer wichtiger, mit Informationen aus verschiedenen Quellen arbeiten zu können, daraus Schlüsse zu ziehen und verschiedene Berichte zu erstellen.

In den meisten Berufen geht es nicht darum, Menschen durch Maschinen zu ersetzen, sondern zeitraubende Aufgaben an sie zu delegieren. Mitarbeiter können mit Hilfe von KI zu kreativeren Tätigkeiten übergehen und ihr Potenzial dann tatsächlich vollständig ausschöpfen. Der Hauptgewinn für Unternehmen liegt also nicht in der absoluten Automatisierung, sondern viel mehr in der geschickten Kombination von Mensch und Maschine. Daher sprechen wir von der Automatisierung von Routineaufgaben, die 80 Prozent der Tätigkeiten der meisten Menschen ausmachen.

2017 Prozent mehr Einsatz von KI

Im Bankwesen und Handel, der Industrie und der Energiebranche werden die vollautomatische Datenerfassung und Primäranalyse die Nachfrage nach Mitarbeitern mit Managementkompetenz und der Fähigkeit zur Lösung von Sonderaufgaben erhöhen. Die steigende Lebenserwartung verstärkt auch die Nachfrage nach Fachkräften im medizinischen Bereich. Während die Automatisierung hochpräzise chirurgische Eingriffe und Primärdiagnostik beflügeln kann, erfordert aber die Kommunikation mit den Patienten weiterhin empathische Fähigkeiten, zu denen künstliche Intelligenz nicht in der Lage ist.

Wenn Mensch und Maschine „Hand in Hand“ arbeiten, dann wird es laut WEF-Prognosen in nur vier Jahren 58 Millionen neue Arbeitsplätze rund um Roboter und KI geben. In gewisser Hinsicht befreien Roboter damit Menschen von unnützem Ballast und schenken ihnen wertvolle Zeit, die sie gewinnbringend in wirklich interessante Aufgaben und ihre Selbstverwirklichung investieren können.

Markus PichlerMarkus Pichler ist Vice President für Global Partnerships and Alliances und verantwortlich für die Entwicklung von Lösungsstrategien für ABBYYs Partnergeschäft. Markus verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Softwarebranche mit Fokus auf ECM, Informationserfassungs- sowie Daten- und Dokumentenmanagementprojekten und war in verschiedenen Funktionen tätig, unter anderem als Director of Product Marketing bei ABBYY oder im Produkt Management bei arvato. Er hat einen Abschluss in Wirtschaftsinformatik und einen Master of Business Administration und ist häufig Referent zu Themen rund um Informations- und Dokumentenmanagement in der Presse und auf Konferenzen.

www.abbyy.com/de
 

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