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Mensch und Maschine

Ob mögliche Anwendungsszenarien oder Auswirkungen auf Arbeitsplätze: Über Künstliche Intelligenz wird heftig diskutiert. Dabei sollten jedoch diffuse Ängste von harten Fakten klar getrennt werden.

Von Matrix bis Terminator: So manche Science-Fiction-Filme haben als Zukunftsvision einen Kampf zwischen Menschen und Maschinen dargestellt. Scheinbar hat dies ein tiefes Misstrauen gegen Künstliche Intelligenz gesät. Entsprechend haben viele Menschen Angst vor unkontrollierbarer Technik, nicht mehr nachvollziehbaren Entscheidungen oder einem Verlust des eigenen Jobs.

Doch die Wahrheit sieht völlig anders aus, es geht nicht um Mensch gegen Maschine, sondern um Mensch mit Maschine. Daher ist „Künstliche Intelligenz“ ein missverständlicher Begriff und sollte durch „Erweiterte Intelligenz“ ersetzt werden. Denn die Technologie erweitert die menschlichen Arbeitsprozesse statt sie durch künstliche zu ersetzen.

KI ist bereits alltäglich

Nicht jedem Zweifler ist dabei klar, dass KI schon heute in jedem Bereich des Lebens eingesetzt wird – von Amazon Alexa über Google Home-Geräte bis hin zu Chatbots auf Webseiten und Big-Data-Analysen zur Vorhersage von Kundenwünschen. Die Vorteile – von der Erkennung natürlicher Sprache bis zur frühzeitigen Ermittlung von Trends und Sicherheitsgefahren – sind dabei schnell klar. Daher sollten Konsumenten und Unternehmen jede KI-Anwendung für sich betrachten und deren Stärken und Schwächen beurteilen.

Denn es gibt keine allgemeine KI, sondern verschiedene KI-basierte Lösungen für bestimmte Anwendungen, die in verschiedene Prozesse zerlegt werden, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Entsprechend müssen sich zum Beispiel Unternehmen überlegen, welche KI-Systeme sie in welchen Bereichen einsetzen können – vom Kundenservice über Web-Anwendungen bis hin zum Backoffice.

Keine Gefahr für Arbeitsplätze 

Bislang haben Unternehmen in der Regel viele kleine KI-bezogene Projekte durchgeführt, um Erfahrungen zu sammeln. Doch immer mehr wollen nun groß einsteigen, ob im Zuge von Cloud-Migrationen, loT oder der Einführung globaler Prozesse. Diese Skalierung hat zu immer heftigeren Debatten darüber geführt, ob Automatisierung und KI-Implementierung zu einer Verdrängung von Arbeitsplätzen führt. Doch in Wirklichkeit dürfte KI viele neue Arbeitsplätze schaffen. Dabei werden zwar bestimmte Rollen ersetzt, aber dafür kommen ganz neue Arbeitsbereiche hinzu.

Dies zeigt auch die Studie „Jobs lost, jobs gained“ des McKinsey Global Institute Report. Demnach wird bis 2030 auf Basis verschiedener Szenarien eine große Bandbreite von Arbeitsplätzen geschaffen. So wird es genügend Jobs für Menschen geben, um in den nächsten zehn Jahren Vollbeschäftigung zu ermöglichen.

Schließlich übernimmt KI nur bestimmte, sich täglich wiederholende Aufgaben, so dass Menschen sich auf höherwertige Tätigkeiten konzentrieren können. Dazu gehört die richtige Interpretation der ermittelten Daten. In vielen Fällen wird dies von KI-Systemen unterstützt, doch in der Regel von Menschen durchgeführt.

Gemeinsame Verantwortung

Um diese Aufgaben übernehmen zu können, müssen die Mitarbeiter weitergebildet werden. Aber die Menschen müssen auch selbst dazu bereit sein, ständig zu lernen und die notwendigen Qualifikationen zu erhalten. Aufgrund der Menge an verfügbaren Online-Kursen, brauchen sie dazu nicht mehr auf Angebote ihres Arbeitgebers zu warten, sondern können sich selbstständig weiterbilden – auch im eigenen Interesse, um eine bessere Position in der Firma oder bei anderen Unternehmen zu erhalten.

Dabei hat der Mensch den Vorteil, dass er viele Fähigkeiten auf Basis weniger Daten erlernen kann, während Maschinen dazu eine große Menge an Informationen benötigen. Dies verhindert auch die befürchtete massenhafte Verlagerung von Arbeitsplätzen zu KI. Dagegen hat KI den Vorteil, dass es sehr große Datenmengen in kurzer Zeit auswerten kann. Doch einerseits bleibt die Entscheidung der sich daraus ergebenden Folgen für das Unternehmen beim Menschen. Und andererseits müssen Menschen die für KI-Systeme notwendigen Daten ermitteln, finden und verwalten.

Vorsicht bei der Datenbasis!

Gerade hier gibt es für Unternehmen eine große Gefahr: Denn geben sie nur ungenügende, sich widersprechende oder gar falsche Daten in die KI-Systeme ein, kommen auch unsichere und falsche Ergebnisse heraus. Daher ist die Überprüfung der Korrektheit und Vollständigkeit der verwendeten Datenbasis absolut erfolgsentscheidend. Um dies zuverlässig beurteilen zu können, sind Kenntnisse von spezialisierten Data Scientists nötig.

Um möglichst viele Daten unterschiedlicher Formate nutzen zu können, benötigen Unternehmen auch Systeme, die Informationen über mehrere Plattformen von Watson über Alexa, Cortana und Skype bis zu Slack nutzen können. Denn nur mit umfassenden, sauberen und zuverlässigen Daten kann KI einen echten Mehrwert bringen. Dann werden Unternehmensprozesse agiler, individueller, schneller und interoperabler.

Kalyan KumarKalyan Kumar, CVP und CTO IT Services bei HCL Technologies

www.hcltech.com/de

 

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