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KI Köpfe

15,7 Billionen US-Dollar wird künstliche Intelligenz (KI) im Jahr 2030 zur globalen Wirtschaft beitragen. Das sagt die Unternehmensberatung PwC in ihrer aktuellen Studie „Künstliche Intelligenz in Unternehmen“ voraus. Die Befragung zeigt außerdem, dass 52 Prozent der Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern bereits heute Robotic Process Automation (RPA) einsetzen. 

Bei mittleren Organisationen mit mehr als 500 Beschäftigten sind es 39 Prozent, bei den kleinen immerhin 29 Prozent. Intelligente Lösungen  haben also bereits Einzug in die Betriebe gehalten. Nicolas Hess, einer der Gründer und Geschäftsführer von Roboyo, zeigt, wo KI heute steht und welche Business- Chancen Unternehmen mit ihrem Einsatz realisieren können.

Von der Erkennung visuellen Inputs über die Interpretation von Sprachmustern im jeweiligen Kontext bis hin zu kognitiver Wahrnehmung sind die Fähigkeiten künstlicher Intelligenz heute immens. Unternehmen bringen mittels KI Transparenz in unstrukturierte Informationsberge und nutzen Big Data effizient zur Entscheidungsfindung. Diese eindrucksvolle Technologie wird bereits in vielen Organisationen erfolgreich eingesetzt und entwickelt sich stetig weiter.

Intelligente Automatisierung

Künstliche Intelligenz ist – in Vergleich zur prozessgebundenen RPA – probabilistisch. Das bedeutet, dass sie mit Wahrscheinlichkeiten arbeitet: KI verallgemeinert vorhandene Daten, die ihr zur Verfügung stehen, um die wahrscheinlichste Antwort auf eine Frage zu finden. Dieses Vorgehen ist vor allem dort nützlich, wo der Input unterschiedliche Formate mitbringt, mit denen ein einfacher Roboter nicht umgehen könnte. Außerdem wird es so möglich, automatisiert komplexe Entscheidungen zu treffen. KI lernt selbstständig und kann so Geschäftsprozesse intelligent automatisieren. Allerdings geht intelligente Automatisierung noch einen Schritt weiter: Das Ziel besteht darin, eine Abteilung oder im Idealfall ein ganzes Unternehmen mit einer Reihe von disruptiven Technologien und neuen Arbeitsweisen zu transformieren.

In der Personalabteilung kann das beispielsweise so aussehen, dass sämtliche Interaktionen zwischen HR und den Mitarbeitern automatisiert werden und gleichzeitig die Mitarbeiterbedürfnisse mittels KI vorhergesagt werden – auf Basis der Informationen, die das System über die jeweilige Person aus unterschiedlichsten internen und externen Quellen sammelt. So können Unternehmen die Wünsche ihrer Teams proaktiv aufgreifen und darauf eingehen, um die Zufriedenheit der Menschen deutlich zu steigern. Zusätzlich kann mittels KI ein 24/7-Service zu HR-Themen bereitgestellt werden, der neben Effizienz und Ressourcenschonung ebenfalls auf ein positives Betriebsklima einzahlt, weil niemand mehr lange auf eine Rückmeldung aus der Personalabteilung warten muss. Wann und wo immer ein Mitarbeiter Informationen benötigt, kann künstliche Intelligenz diese komfortabel und in Echtzeit bereitstellen. Für einen solchen Service wäre eine Kombination aus unterschiedlichen intelligenten Lösungen notwendig: RPA, Chatbots, prädiktive Analysen, dynamische Webformulare, personalisierte Portale, Spracherkennung, Gesichtserkennung, mobile Apps, Process Reengineering undweitere Ansätze aus dem KI-Umfeld spielen hier eine Rolle – entscheidend ist die richtige Vernetzung und der zielgerichtete Einsatz dieser Tools.

Status Quo in der Gesichtserkennung

Apropos Gesichtserkennung: Diese Spielart der künstlichen Intelligenz ermöglicht die Erkennung sowie Zuordnung von Personen und lässt sich daher vielseitig einsetzen. Allerdings gibt es hier auch einen Haken. Denn während entsprechende Systeme in kontrollierten Umgebungen mit optimalen Lichtverhältnissen sehr gut funktionieren, lassen die Ergebnisse von Kameras im Freien mit unterschiedlichen Winkeln und Beleuchtungen noch stark zu wünschen übrig. Hinzu kommt, dass der Datensatz, mit dem die KI trainiert wird, meist nicht repräsentativ für die Personengruppe ist, an der die Gesichtserkennung später angewendet werden soll. In den USA führt diese Problematik dazu, dass Minderheiten ungleich behandelt werden und teilweise sogar Bilder mittels KI ausgewertet wurden, ohne dies vorab anzukündigen.

Obwohl die Technologie noch lange nicht ausgereift ist, setzen öffentliche Behörden und Regierungseinrichtungen in den USA sie ein, was weiter zu Problemen führen wird. Entsprechend skeptisch sind viele Menschen gegenüber dieser Technologie. Eine ideale Lösung wären globale Standards für den zulässigen Einsatz von Gesichtserkennung, doch so weit ist dieses Thema noch lange nicht. Entsprechend behutsam sollten Unternehmen damit umgehen und mit dem breiten Einsatz zumindest warten, bis die Ergebnisse der Aufnahmen und Auswertungen eine deutlich höhere Qualität erreichen.

Smarte Roboter als Helfer im Arbeitsalltag

Schon deutlich sicherer einsetzbar sind Roboter, die dank künstlicher Intelligenz inzwischen weit mehr leisten können, alsimmer wiederkehrende Prozesse zuverlässig abzuwickeln. Im Rahmen der intelligenten Automatisierung werden die Fähigkeiten von Robotern um KI ergänzt und so entsprechend ausgeweitet. Diese smarten Helfer können beispielsweise inder Verwaltung vielfältige Dokumente und Daten verarbeiten und so das Fundament für viele unterschiedliche Prozesse bieten. Mit der Hilfe von KI kann RPA diverse Inputformate verarbeiten, Informationen aus verschiedenen Dokumenten herauslesen und auch mit natürlicher Sprache umgehen. Möglich wird dies beispielsweise mit intelligenten Zeichenerkennungssystemen. Der Vorteil an intelligenten Robotern ist ihre enorme Lernfähigkeit. Dank der integrierten künstlichen Intelligenz reichten in einem Praxistest bereits neun Trainingsdokumente aus, um anschließend die relevanten Details aus weiteren zehn Probe-Exemplaren mit einer hohen Geschwindigkeit zu identifizieren. Hinzu kommt die Fähigkeit des learning by doing: Wo eine Information vom System nicht im ersten Versuch richtig erkannt wird, korrigiert der Mensch den entsprechenden Fall und die Lösung lernt durch jedes menschliche Feedback dazu. An dieser Stelle benötigen Teams keine KI-Experten, sondern können ihr jeweiliges System eigenständig schulen. Auf diese Weise ermöglichen intelligente Roboter viele neue, automatisierte Prozesse und minimieren den manuellen Aufwand enorm. Teams gewinnen wieder mehr Zeit für taktische und strategische Themen, während sie sich vorher mit der Verarbeitung von Dokumenten aufhalten mussten. Und auch nach Feierabend kann der smarte Helfer weiter Informationen scannen und kategorisieren.

Fazit

Künstliche Intelligenz ist ein mächtiges Werkzeug, mit dem Unternehmen ihre digitale Transformation effizient vorantreiben können, wenn sie es mit Bedacht und auf Basis der richtigen Vorbereitung bewusst und zielgerichtet  einsetzen. RPAkann dabei einen Einstieg bieten, um relativ  überschaubare, gut strukturierte Prozesse zu automatisieren. Werden dieZusammenhänge komplexer und die erwarteten Ergebnisse anspruchsvoller, ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz der logische nächste Schritt.

 

Nicolas Hess, Gründer und Geschäftsführer
Nicolas Hess
Gründer und Geschäftsführer, Roboyo GmbH

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