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Speicher-Herausforderungen 2023: Einblicke in deutsche Unternehmen

Die große Storage-Leserbefragung 2023 von it-daily.net & speicherguide.de

Eine Leserumfrage von it-daily.net/speicherguide.de gibt Einblicke in die Storage-Herausforderungen: Fast alle sehen die Kompatibilität als kritisch an, während der wachsende Speicherbedarf und hohe Investitionskosten die vorherrschenden Probleme bleiben. Das Backup-Verhalten variiert stark, und der Ausbau der Cybersicherheit hat oberste Priorität.

Die große Storage-Leserbefragung 2023 von it-daily.net & speicherguide.de

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Storage ist einer der großen Kostenfaktoren in modernen Rechenzentrum, vom Kleinbetrieb über den Mittelstand bis hin zum Großunternehmen. Sie alle gehören zur Leserschaft von it-daily.net und speicherguide.de. Also haben wir unsere Leser befragt, wie sie ihre Storage-Anforderungen bedienen. Das betrifft Kapazität, Technologie und Investitionen im Speicher-Bereich. Zutage kamen teils überraschende Ergebnisse. Vorab kann man zusammenfassen, dass deutsche Unternehmen Innovation und Transformation offen gegenüberstehen.

it-daily.net und speicherguide.de haben im Mai 2023 zu dieser Leserumfrage eingeladen, um Strategien, Lösungen und Pläne ihrer deutschsprachigen Leser zum Thema Speicher zu ermitteln. Gefragt haben wir nach aktuellen Herausforderungen im Umgang mit Primärspeicher, Sekundärspeicher, Cloud und neuen Technologien und Services, aber auch nach dem klassischen Einsatz von Backup zur Datensicherung. Zudem Fragen wir nach Projekten, an denen die Unternehmen derzeit arbeiten.

Rund 500 Teilnehmer haben sich an unserer Umfrage beteiligt. Das ergibt durchaus ein aussagekräftiges Abbild dessen, was Anwender hierzulande in Sachen Storage umtreibt. Gleichzeitig handelt es sich um eine Leserumfrage, wodurch wir nicht alle Firmengrößen gleichmäßig abdecken. An einigen Stellen gehen wir daher davon aus, dass das tatsächliche Marktbild variiert.

Herzlichst Ihr
Michael Baumann
Redaktion speicherguide.de

Die Ergebnisse: Speicherformen – was ist im Einsatz?

Den Auftakt macht die Frage, welche Speicherformen derzeit im Einsatz sind. Die überwiegende Mehrheit nutzt File-Speicher (88 Prozent), der nebst im Server-verbauten Platten vor allem in NAS-Systemen (Network Attached Storage) mit NFS- oder SMB-File System bereitgestellt wird. Exakt die Hälfte (50 Prozent) nutzt Block-Speicher. Dieser, etwa in Form von SAN-Systemen (Storage Area Networks), gilt als komplexer und kostspieliger, ist aber auch Voraussetzung für bestimmte Applikationen wie Datenbanken. 

Neben diesen »klassischen« Speichern haben sich auch die neueren Storage-Formen etabliert. Gut über die Hälfte nutzt die Cloud als Speicherziel. 40 Prozent nennen einfach Cloud-Speicher, weitere zehn Prozent nutzt die hybride Cloud und acht Prozent multiple Cloud-Lösungen. Ersteres beschreibt einen Mix aus lokalem und ausgelagertem Speicher, während multipel die Nutzung mehrerer Cloud-Anbieter beschreibt. Uns überrascht dies, da Hybrid-Speicher beispielsweise von den großen Marktforschern als Quasi-Standard ausgegeben werden, hier aber nur von jedem Zehnten genutzt wird. Multi-Cloud dagegen dürfte eher bei größeren Unternehmen Freunde finden, da vor allem die Preis-, Vertrags- und Betriebs-Organisation als komplex eingestuft werden. 

Immerhin 34 Prozent setzen bereits auf Objektspeicher, der lokal oder in der Cloud meist als kosteneffizienter und sicherer Speicher gilt, zum Beispiel als Ablage unstrukturierter Daten mit hohem Volumen und eingeschränkten Performance-Anforderungen. 

Die Zahlen machen indes deutlich, dass in der Regel ein größerer Mix an Storage-Systemen im Einsatz ist, je nach Anforderung an Kapazität, Leistung, Handhabbarkeit und Preis-/Leistungs-Ratio.

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Mit 88 Prozent ist NAS aktuell die dominante Speicherform in deutschen Unternehmen.
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Speicherformen der Zukunft

  1. File-Storage:
    • Kosten: Traditionelle File-Storage-Systeme können in der Anschaffung teuer sein, insbesondere wenn Hardware erforderlich ist. Die TCO kann jedoch bei sorgfältiger Verwaltung und Nutzung moderat sein.
    • Sicherheit & Compliance: Eigenständige Lösungen erlauben volle Kontrolle über die Datenplatzierung und -sicherheit. Die DSGVO-Konformität ist insofern leichter zu gewährleisten.
    • Skalierbarkeit: Oft beschränkt, es sei denn, man investiert in skalierbare File-Storage-Lösungen.
    • Nachhaltigkeit & Energieeffizienz: Ältere Hardware kann weniger energieeffizient sein.
    • Datenmobilität & Integration: Je nach Lösung variabel; moderne Systeme sind integrationsfreundlicher.
    • Benutzerfreundlichkeit: Häufig einfach zu verwenden, insbesondere für traditionelle IT-Teams.
  2. Block-Storage:
    • Kosten: Oft höhere Anschaffungskosten als File-Storage, aber Vorteile bei Performance-kritischen Anwendungen.
    • Sicherheit & Compliance: Ähnlich wie bei File-Storage.
    • Skalierbarkeit: Gute Skalierbarkeit, insbesondere bei SAN-Lösungen.
    • Nachhaltigkeit & Energieeffizienz: Ähnliche Bedenken wie bei File-Storage.
    • Datenmobilität & Integration: Gut für Datenbanken und Performance-intensive Anwendungen.
    • Benutzerfreundlichkeit: Kann komplexer in der Einrichtung sein.
  3. Object-Storage:
    • Kosten: Skaliert gut in Bezug auf Kosten und ist oft preiswerter bei sehr großen Datenmengen.
    • Sicherheit & Compliance: Kann DSGVO-konform gestaltet werden, insbesondere bei On-Premises-Lösungen.
    • Skalierbarkeit: Sehr skalierbar und geeignet für große Mengen unstrukturierter Daten.
    • Nachhaltigkeit & Energieeffizienz: Moderne Lösungen können energieeffizient sein.
    • Datenmobilität & Integration: Ideal für datenintensive Anwendungen und Big Data.
    • Benutzerfreundlichkeit: Könnte eine Lernkurve haben, ist aber zunehmend benutzerfreundlicher.
  4. Cloud-Storage:
    • Kosten: Kann kosteneffizient sein, aber es besteht die Gefahr, dass bei unsachgemäßer Nutzung hohe Kosten entstehen.
    • Sicherheit & Compliance: Viele Cloud-Anbieter haben EU-Datenzentren, was die DSGVO-Konformität erleichtert.
    • Skalierbarkeit: Extrem skalierbar.
    • Nachhaltigkeit & Energieeffizienz: Cloud-Anbieter investieren in erneuerbare Energien und moderne Datenzentren.
    • Datenmobilität & Integration: Hohe Mobilität und Integration mit vielen Diensten.
    • Benutzerfreundlichkeit: Oft benutzerfreundlich mit guter Dokumentation.
  5. Hybrid-Cloud:
    • Vereint die Vorteile von On-Premises und Cloud-Storage.
    • Könnte die ideale Lösung für viele mittelständische Unternehmen sein, da sie Flexibilität und Kontrolle bietet.
  6. Multi-Cloud:
    • Erlaubt die Nutzung mehrerer Cloud-Anbieter und kann Redundanz und Preiswettbewerb fördern.
    • Kann komplexer in der Verwaltung sein, bietet aber größere Flexibilität.

Empfehlung: Für mittelständische Unternehmen in Deutschland, die Wert auf Flexibilität, Sicherheit und Skalierbarkeit legen, könnte die Hybrid-Cloud-Lösung in den nächsten 5 Jahren am besten geeignet sein. Sie kombiniert die Vorteile von On-Premises und Cloud-Storage und ermöglicht es Unternehmen, von der Skalierbarkeit der Cloud zu profitieren, während sie gleichzeitig die Kontrolle über ihre kritischen Daten behalten.

Speicherkapazität für Primär- und Sekundärdaten

Die Zeiten, in denen Speichersysteme in erster Linie auf Kapazität reduziert wurden, sind längst vorbei. Mit Blick auf Performance, Kosten und Datensicherheit wird meist auf mehrstufige Speicher-Architekturen gesetzt. Neben Tiering sollen auch Technologien wie Komprimierung und Deduplikation die gesamte Datenmenge reduzieren. 

Auf die Frage nach der genutzten Speicherkapazität für Primärdaten, also jene, welche im produktiven Betrieb vor Ort benötigt werden, antworten 54 Prozent, sie kommen mit 50 TByte zurecht. Die ist ein Indiz, dass viele kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) zu den Umfrageteilnehmern zählen. 39 Prozent bewegen sich in einem mittleren Segment bis 1 PByte. Zwölf Prozent siedeln sich im Bereich über 1 PByte an und damit, je nach Branche, in einem Bereich, der auf größeren Mittelstand und Enterprise hinweisen kann.

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Genutzte Speicherkapazität für Primärdaten im Detail
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Auswahlkriterien für Primary-Storage

Ein auf Primärdaten ausgelegtes Storage-System ist dafür konzipiert, aktive und regelmäßig genutzte Daten eines Unternehmens zu speichern. Diese Daten sind in der Regel geschäftskritisch und müssen schnell und zuverlässig zugänglich sein. Bei mittelständischen Unternehmen kann der Umfang und die Art der Primärdaten variieren, aber bestimmte Funktionen und Aspekte sind nahezu universell wichtig.

Die 10 wichtigsten Funktionen bzw. Aspekte, die bei der Produktwahl für solch ein Storage-System bedacht werden sollten, sind:

  1. Performance: Schnelle Lese- und Schreibgeschwindigkeiten sind unerlässlich, da Primärdaten häufig zugegriffen und geändert werden. Eine hohe IOPS (Input/Output-Operationen pro Sekunde) und eine geringe Latenz sind hier Schlüsselindikatoren.
  2. Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit: Das System sollte hochverfügbar sein, da jede Ausfallzeit zu erheblichen Geschäftsunterbrechungen führen kann. Standardmäßig helfen hier Technologien wie RAID oder erweiterte Clustering-Lösungen.
  3. Skalierbarkeit: Das System sollte in der Lage sein, mit den wachsenden Datenmengen des Unternehmens zu wachsen, sowohl hinsichtlich der Kapazität als auch der Performance.
  4. Sicherheit: Funktionen wie Datenverschlüsselung (sowohl in Ruhe als auch bei der Übertragung) und sichere Zugriffskontrollen sind unerlässlich, um Daten vor unbefugtem Zugriff zu schützen.
  5. Datenintegrität: Mechanismen, die die Integrität der Daten sicherstellen, wie beispielsweise Fehlerkorrekturverfahren, sind wichtig, um Datenverlust oder -beschädigung zu verhindern.
  6. Einfaches Management: Ein intuitives Verwaltungs-Interface und automatisierte Verwaltungsfunktionen reduzieren den Aufwand für IT-Teams.
  7. Snapshots und Klonen: Die Fähigkeit, schnelle Snapshots oder Klone von Daten zu erstellen, kann für Backups, Tests und andere Anwendungen nützlich sein.
  8. Kompatibilität: Das Storage-System sollte sich möglichst nahtlos in die bestehende IT-Infrastruktur und Anwendungslandschaft des Unternehmens integrieren lassen.
  9. Tiering und Caching: Automatisches Verschieben von Daten zwischen verschiedenen Speicherklassen (z. B. von SSDs zu herkömmlichen Festplatten) oder das Vorhalten häufig zugegriffener Daten in einem Cache kann die Effizienz und Performance des Systems verbessern.
  10. Kosten: Sowohl die anfänglichen Anschaffungskosten als auch die laufenden Betriebskosten sollten in einem akzeptablen Rahmen für das Unternehmen liegen und einen guten ROI (Return on Investment) bieten.

Die Auswahl eines auf Primärdaten ausgelegten Storage-Systems sollte sorgfältig erfolgen, indem man sich sowohl mit den aktuellen Anforderungen als auch mit den zukünftigen Wachstumsplänen des Unternehmens auseinandersetzt. Es kann auch hilfreich sein, Beratung und Bewertungen von Drittanbietern in die Entscheidungsfindung einzubeziehen.

Sekundärspeicher

Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Blick auf die genutzte Speicherkapazität für Sekundärspeicher. Dafür werden im allgemeinen Tapes, HDD, Objektspeicher und Cloud-Ziele eingesetzt. Dabei handelt es sich um Daten, die IT-Manager nicht nur aus Gründen der Sicherung auf günstigere Medien verlagern. Auch selten genutzte Daten (Nearline) oder solche, die für Analysen und KI-Berechnungen genutzt werden, können darunterfallen. 

64 Prozent geben an, bis 500 TByte Kapazität für Sekundärdaten vorzuhalten. Zwölf Prozent verwenden zu diesen Zwecken bis zu ein sowie weitere zehn Prozent bis zu 10 PByte. In unserer Befragung geben 14 Prozent der Unternehmen an, über dieser Marke zu liegen. In der Spitzengruppe finden sich zwei Prozent der Unternehmen mit einer Anforderung von über 200 PByte konfrontiert. 

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Die Ergebnisse zum Einsatz von Sekundärspeicher spiegeln in der Verteilung jene für Primärspeicher, übersteigen diese aber in der Kapazität.

Auswahlkriterien für Sekundärspeicher

Ein auf Sekundärdaten ausgelegtes Storage-System bezieht sich in der Regel auf die Speicherung von Daten, die nicht regelmäßig benötigt werden oder inaktive Daten, die für Backups, Archivierung oder Disaster Recovery (DR) relevant sind. Dies unterscheidet sich von Primärdaten, bei denen es um aktive, geschäftskritische Daten geht. Bei Sekundärdaten stehen Langlebigkeit, Integrität und Kosten im Vordergrund.

Hier sind die 10 wichtigsten Funktionen bzw. Aspekte, die bei der Produktwahl für ein auf Sekundärdaten ausgelegtes Storage-System bedacht werden sollten:

  1. Langlebigkeit: Die Daten sollten über lange Zeiträume ohne Datenverlust oder -beschädigung gespeichert werden können.
  2. Kosteneffizienz: Da Sekundärdaten in größeren Mengen gespeichert werden, ist es wichtig, dass die Kosten pro TByte möglichst niedrig sind.
  3. Datenintegrität und -schutz: Funktionen wie Fehlerkorrektur, Checksummen und Parität können helfen, die Integrität der gespeicherten Daten zu gewährleisten.
  4. Skalierbarkeit: Das System sollte problemlos wachsen können, um größere Datenmengen aufzunehmen, ohne dass ein völliger Systemwechsel erforderlich wird.
  5. Datenredundanz: Möglichkeiten wie RAID, Erasure-Coding oder Spiegelung können dazu beitragen, die Datenresilienz zu erhöhen und gegen Datenverlust vorzubeugen.
  6. Such- und Abruffunktionen: Da Sekundärdaten oft für Compliance, Audits oder DR benötigt werden, sollte es einfache und effiziente Möglichkeiten geben, diese Daten bei Bedarf zu finden und wiederherzustellen.
  7. Automatisiertes Datenmanagement: Funktionen wie automatisiertes Tiering oder Datenlebenszyklus-Management können helfen, ältere Daten effizient zu verschieben, zu archivieren oder zu löschen.
  8. Kompression und Deduplizierung: Diese Technologien reduzieren den benötigten Speicherplatz, indem sie redundante Daten entfernen und die Speichereffizienz erhöhen.
  9. Sicherheit und Compliance: Datenverschlüsselung, Zugriffskontrollen und Audit-Protokolle können sicherstellen, dass die gespeicherten Daten sicher und konform mit Branchenvorschriften sind.
  10. Robuste Disaster-Recovery-Optionen(DR): In Katastrophenfällen sollte das System in der Lage sein, eine schnelle und zuverlässige Datenwiederherstellung zu ermöglichen.

Bei der Auswahl von Secondary-Storage-Systems ist es wichtig, die langfristigen Anforderungen des Unternehmens im Hinblick auf Datenwachstum, Compliance und DR-Bedarf zu berücksichtigen. Ein guter Sekundärdatenspeicher sollte nicht nur als reaktiver Speicher dienen, sondern dem Unternehmen proaktiv dabei helfen, Daten effizient zu verwalten und geschäftskritische Informationen im Bedarfsfall wiederherzustellen.

Anforderungen an Speichersysteme: Ein heterogenes Bild

Nach quantitativen Aspekten richten wir unseren Blick auf qualitative Einschätzungen rund um Speichersysteme. Hier sind Mehrfach-Nennungen möglich. 

Den Höchstwert für die Einstufung als »sehr wichtig« erreicht die Kategorie »Kontinuierlicher Betrieb und Hochverfügbarkeit« (66,67 Prozent), vor dem Peis-/Leistungs-Verhältnis (57,45 Prozent) und »Systemintegration und Kompatibilität«. Skalierbarkeit (60,42 Prozent) und Automatisierungsgrad (56,52 Prozent) werden am häufigsten als »wichtig« eingestuft. 

In der Addition von »wichtig« und »sehr wichtig«, halten 97,83 Prozent der Befragten die Kompatibilität für ein bedeutendes Entscheidungskriterium, gefolgt vom Peis-/Leistungs-Verhältnis (93,62) und einfacher Administration (91,49). Danach erst kommen Verfügbarkeit (85,42), Skalierbarkeit (83,34) und dem Automatisierungsgrad (80,43). 

Zur Gesamt-Einordnung lohnt sich ein Blick auf die dritte Bewertung »weniger wichtig«, die die Rest-Summe aus den erstgenannten ergibt (ohne Enthaltungen). 19,57 Prozent halten den Automatisierungsgrad für weniger wichtig, gefolgt von Skalierbarkeit mit 16,67 Prozent und 14,58 Prozent für Hochverfügbarkeit. 

Es ergibt sich also ein diffuses Bild. Das belegt auch, dass fast 38 Prozent mitteilen, »sonstige« Eigenschaften wären ihnen wichtiger, obwohl sechs der nach unserer Meinung gängigsten Kategorien zur Wahl standen (Skalierbarkeit; Kontinuierlicher Betrieb/Hochverfügbarkeit; Systemintegration & Kompatibilität; Einfache Administration; Hoher Automatisierungsgrad; Gutes Preisleistungsverhältnis). Die Anforderungen an Speicher werden also offenbar sehr individuell definiert. 

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Kapazität und Kosten sind die Herausforderungen 

Nach den Anforderungen stellen wir die Frage, welches die konkretes Herausforderungen und Lösungsansätze gesehen werden, um das »Problem Storage« zu meistern. 

Zunehmende Digitalisierung (beispielsweise im Gesundheitsbereich, der öffentlichen und innerbetrieblichen Administration, Daten-getriebener Transformation in der Produktion, IoT und vielen anderen Bereichen), ergeben wenig überraschend, dass der immer größer werdende Speicherbedarf von 58,33 Prozent als die größte Herausforderung angesehen wird. 

45,83 Prozent kämpfen mit hohen Investitionskosten, trotz Abo- und Miet-Modellen, um die Ausgaben in Richtung Betrieb versus Investition zu lenken (OPEX versus CAPEX). Noch mehr überrascht, dass 22,92 Prozent steigende Hardware-Preise bemängeln. Diese Angabe kann eigentlich bei der Betrachtung von Kosten pro GByte sämtlicher Datenträger (HDD, SSD, Tape) eigentlich kaum bestätigt werden.

Mit der Diversifizierung von Lösungen und Technologien leiden nach den Leser-Angaben 35,42 Prozent an der Inkompatibilität von Systemen und Komponenten. Auch dies eine Aussage, die keine Marketing-Abteilung bewährter Hersteller unterschreiben würde. Dort haben die Anbieter nun die Aufgabe, sich mit ihrer Klientel auseinanderzusetzen. 

Ungewöhnlich hoch sind immer noch Probleme bei der Beschaffung. Ein Viertel (exakt 25 Prozent) geben Lieferproblem bei der Hardware als Problem zum Betrieb ihrer Speicher-Anlagen an. 

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Aktuelle Herausforderungen zum Betrieb effizienter Speicher-Infrastrukturen.

Lösungsansätze: Wie Probleme meistern?

Dass deutsche Unternehmen durchaus offen sind für Innovationen, zeigen die Antworten auf die Frage, wie sie die Probleme lösen möchten. 69,39 Prozent setzen auf den Einsatz neuer Technologien, 30,61 Prozent sind bereit, ihren Hersteller zu wechseln. 24,49 Prozent befürworten den Einsatz von Managed Services, also die Intensivierung mit externen IT-Dienstleistern. 28,57 Prozent halten eine Erhöhung des Speicher-Budgets für notwendig und/oder sinnvoll.

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Zwei Drittel setzen auf den Einsatz neuer Technologie zu Lösung ihrer Probleme.

Zweierlei finden wir dabei bemerkenswert. Für 44,9 Prozent spielt das derzeit das Thema Nachhaltigkeit bei einer Neuausrichtung ihrer IT offenbar keine Rolle. Zugegeben, das Thema geht über die Grenzen eines Rechenzentrums hinaus, dennoch mehren sich Studien und Berichte zum Thema. Es ist zu einem Buzzword geworden, von dem man eine höhere Akzeptanz erwarten würde, nicht zuletzt im Zusammenhang mit Energieeffizienz und etwaiger zukünftiger CO2-Neutralität. 

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Fast der Hälfte der Befragten ist Nachhaltigkeit, also Recycling und Upcycling des Speichers, offenbar nicht wichtig. 

Zurück zum Einsatz neuer Technologien. Wir ließen bei der Fragestellung die Definition offen, was diese sind. Für den einen möge es Objektspeicher sein, für den anderen neue SSD-Generationen wie QLC, für den nächsten Distributed Storage mit verteilten Dateisystemen, für manche nachhaltigen Speicherbetrieb oder Software-defined Storage (SDS). Verwunderung hinterlässt jedoch, dass sechs Prozent sich äußern, nicht offen für neue Technologie-Ansätze zu sein, selbst wenn sie das IT-Budget senken. Gibt es hier schlechte Erfahrungen und deshalb ein Bestehen auf Altbewährtem?

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94 Prozent befürworten neue Technologien, wenn sie IT-Budgets entlasten. Sechs Prozent interessiert das offenbar nicht.

Exempel Software-defined Storage

Exemplarisch haben wir uns nach Software-defined Storage (SDS) als Alternative erkundigt. SDS ist eine Software-basierte Schicht zwischen physikalischen Speicherkapazitäten und der Applikationsseite. In der Regel arbeitet sie Hersteller-unabhängig, und dadurch günstiger als proprietäre Hardware. Hardware-Kosten und Kompatibilitätsprobleme, die in diesem Report ja bereits genannt wurden, sollen mit SDS gelöst werden.

Bei manchen seit Jahrzehnten im Einsatz, bei anderen eine gehandelte Innovation: In unserer Erhebung geben 18 Prozent an, SDS erfolgreich einzusetzen. 14 Prozent nutzen SDS, sind aber nicht hundertprozentig überzeugt. Nur vier Prozent evaluieren SDS und planen einen Einsatz in den kommenden zwölf Monaten. 22 Prozent haben SDS auf dem Schirm, aber noch keine Entscheidung getroffen. Für stolze 42 Prozent ist die Technologie bisher gar kein Thema.

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Insgesamt 78 Prozent sind (noch) nicht überzeugt von Software-defined Storage

Die Vor- und Nachteile von Software-defined Storage

Software-defined Storage (SDS) bezeichnet ein Speicherkonzept, bei dem die Speicherintelligenz und -verwaltung von der zugrunde liegenden Hardware getrennt ist. Das ermöglicht eine höhere Flexibilität, Skalierbarkeit und Anpassungsfähigkeit. Hier sind die Vor- und Nachteile von SDS in mittelständischen Unternehmen:

Vorteile:

  1. Flexibilität und Hardware-Unabhängigkeit: SDS-Systeme sind in der Regel hardwareagnostisch. Das bedeutet, dass Unternehmen jede beliebige Hardware verwenden können, was Investitionskosten senken, und die Wahlmöglichkeiten erhöhen kann. Daher besteht kein Vendor-Lock-in.
  2. Skalierbarkeit: SDS ermöglicht eine nahtlose Skalierung von Speicher-Ressourcen, sowohl hinsichtlich der Kapazität als auch der Performance.
  3. Kosteneffizienz: Durch die Möglichkeit, Standard-Hardware zu verwenden (anstatt proprietärer Storage-Systeme), lassen sich die Kosten senken.
  4. Zentrales Management: SDS bietet in der Regel ein zentrales Management-Interface, das die Verwaltung von Speicher-Ressourcen über verschiedene Standorte und Hardware-Plattformen hinweg erleichtert.
  5. Automatisierung: Viele SDS-Lösungen bieten automatisierte Speicherverwaltungsfunktionen, wie zum Beispiel automatisches Tiering, das Daten je nach Zugriffshäufigkeit zwischen verschiedenen Speichertypen verschiebt.
  6. Anpassungsfähigkeit: Die Trennung von Soft- und Hardware ermöglicht es Unternehmen, ihre Speicherumgebung je nach Bedarf und Technologieentwicklung anzupassen.

Nachteile:

  1. Komplexität: Die Implementierung von SDS kann für mittelständische Unternehmen, die nicht über umfangreiche IT-Teams verfügen, komplex sein. Es kann eine Einarbeitungszeit und gegebenenfalls Schulung erforderlich sein.
  2. Leistungseinbußen: Abhängig von der Implementierung und der verwendeten Hardware kann SDS in einigen Fällen zu Leistungseinbußen im Vergleich zu herkömmlichen Speicherlösungen führen.
  3. Integration: Obwohl SDS hardwareagnostisch ist, können bei der Integration bestimmter Hardware-Typen oder -modelle Kompatibilitätsprobleme auftreten.
  4. Abhängigkeit von Software-Anbietern: Einige proprietäre SDS-Lösungen könnten Unternehmen in eine Abhängigkeit von einem bestimmten Anbieter bringen, was zukünftige Technologieentscheidungen beeinflussen könnte.
  5. Versteckte Kosten: Während die Hardware-Kosten möglicherweise senken lassen, könnten die Kosten für Software-Lizenzen und -wartung höher sein als erwartet.

Für mittelständische Unternehmen, die eine flexible und skalierbare Speicherlösung suchen, kann Software-defined Storage eine attraktive Option sein. Es ist jedoch wichtig, mit einer Bedarfsanalyse sicherzustellen, dass die gewählte Lösung den spezifischen Anforderungen und Ressourcen des Unternehmens entspricht.

(Un-)Geliebtes Kind Backup

Backups, und damit mitgedacht natürlich die Wiederherstellung, sind des Deutschen liebstes Kind, oder auch nicht. Technisch betrachtet reicht das Spektrum von Tape, über Objektspeicher und anderen Cloud-Storage. Von Profis nicht gern gesehen, aber in der Realität nach wie vor existent ist die Sicherung auf mehreren lokalen Datenträgern. Im internationalen Vergleich gehen die hiesigen Unternehmen aber eher traditionell vor. Cloud-only Strategien, wie sie mancherorts gefeiert werden, sind bei unseren Lesern eher unüblich.

Nach der bewährten 3-2-1-Regel ist das eine Original-Kopie am Ort, an dem man gerade arbeitet, zwei Kopien auf unterschiedlichen Medien und einer ausgelagerten Kopie. Zum 3-2-1-0 wird das Szenario heute mit diversen Immutable- oder Zero-Tolerance-Technologien. Ein recht hoher Aufwand im täglichen Betrieb, der auch humane und Speicher-Kapazitäten fordert. Ohne unterstützende Software kaum zu leisten. Entsprechend fragen wir nach bei unseren deutschsprachigen Lesern. 

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Das tägliche Backup-Volumen im Unternehmen.

In unserer Umfrage sichert die Hälfte der Unternehmen (50 Prozent) unter zehn TByte, 20 Prozent zwischen 10 und 50 TByte Daten. Weitere 20 Prozent bis 500 TByte, darüber liegen acht Prozent mit bis zu 1 PByte. 

Backup ist per se keine Langzeitarchivierung, beispielsweise für Compliance-Anforderungen. Mit Blick auf die Kosten ist ein Langzeit-Backup zwiespältig zu betrachten. Einerseits kann es für Nearline-Aktivitäten schnell aufgerufen werden, entscheidender ist aber, angesichts von Bedrohungen wie Ransomware und anderer Schad-Software, ist von Profis Regelmäßigkeit eher zu empfehlen. Ein tägliches Backup mit Aufbewahrung von einer Woche hilft dann aus unserer Sicht über diverse Bedrohungen hinweg.

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Aufbewahrungsdauer von Backups

In unserer Befragung gaben zwei Prozent an, ein Backup bis zu sieben Tage aufzubewahren. Zehn Prozent tun dies für 14 Tage, 18 Prozent behalten die Backup-Daten für bis zu 4 Wochen. 22 Prozent verlassen sich bis zu sechs Monaten auf die Datenkopie, 48 Prozent sogar länger als ein halbes Jahr. Für die Archivierung ungeeignet, aber auch zur Wiederherstellung eines Produktivzustands eigentlich nicht optimal. 

Datensicherungsstrategien

Für mittelständische Unternehmen sind eine robuste Backup- und Recovery-Strategie sowie eine schnelle Wiederherstellung von Daten im Schadensfall entscheidend. Wo immer möglich, empfiehlt es sich Backups und Wiederherstellungsprozesse zu automatisieren, um menschlichen Fehlern vorzubeugen.

Hier sind einige Schritte und Überlegungen, die in diesem speziellen Fall berücksichtigt werden sollten:

  1. Lokale Sicherungen (On-Premises)
    • Disk-to-Disk-Sicherung (D2D): Hierbei werden Daten von einem Laufwerk auf ein anderes in derselben Umgebung übertragen. Das kann eine schnelle und zuverlässige Methode sein, besonders für die tägliche Datensicherung.
    • Tape-Backups: Bandlaufwerke können verwendet werden, um periodische Backups (z.B. wöchentlich, monatlich) zu erstellen. Sie sind in der Regel kostengünstiger pro GB als Festplatten, und die Bänder können außerhalb des Standorts sicher aufbewahrt werden.
  2. Regelmäßige Snapshots von Datenbanken
    • Datenbanken sollten regelmäßig und häufig gesichert werden, oft mehrmals täglich, je nach Datenmenge und -wert.
    • Es ist hilfreich, sowohl Voll-Backups als auch inkrementelle oder differentielle Backups zu verwenden, um die Zeit für die Datenwiederherstellung zu minimieren.
  3. Applikationsspezifische Backups
    • Für spezifische Anwendungen wie Buchhaltung und CRM sollten Sie sich mit den Backup-Funktionen vertraut machen, die direkt in der Software integriert sind. Einige Software-Anbieter bieten eigene Backup-Lösungen an, die sicherstellen, dass alle relevanten Daten und Konfigurationen gesichert werden.
  4. Backup-Validierung
    • Es reicht nicht aus, nur Backups zu erstellen. Sie sollten diese auch regelmäßig überprüfen, um sicherzustellen, dass sie funktionieren und die Daten wiederherstellbar sind.
  5. Notfall-Wiederherstellungsplan (Disaster-Recovery)
    • Erstellen Sie einen klaren Wiederherstellungsplan für den Fall, dass Daten verloren gehen oder Systeme ausfallen. Dies sollte schrittweise Anleitungen, Kontaktnummern und alle erforderlichen Ressourcen enthalten.
  6. Offline-Sicherungen
    • Backup-Kopien sollten zudem offline und getrennt von der Hauptinfrastruktur aufbewahrt werden. Dies schützt sie vor Ransomware und anderen Cyberbedrohungen.
  7. Redundante Systeme und Datenbankklone
    • Ein redundant eingerichtetes System oder geklonte Datenbanken können im Schadensfall schnell hochgefahren werden, um Ausfallzeiten zu minimieren.
  8. Regelmäßige Tests der Wiederherstellung
    • Periodische Tests des gesamten Wiederherstellungsprozesses sind essenziell, um sicherzustellen, dass im Notfall alles reibungslos abläuft.
  9. Dokumentation
    • Alle Prozesse, Verantwortlichkeiten und Anleitungen sollten klar dokumentiert und allen relevanten Mitarbeitern zugänglich gemacht werden.
  10. Schulung der Mitarbeiter
  • Mitarbeiter, die mit dem Backup und der Wiederherstellung beauftragt sind, sollten regelmäßig geschult werden, um sicherzustellen, dass sie mit den Prozessen und Best-Practices vertraut sind.

Backup-Medien: HDDs bevorzugt

Bei der Möglichkeit von Mehrfach-Nennungen erweist sich die Festplatte (86 Prozent) als das bevorzugte Backup-Medium vor Tape (46 Prozent). 36 Prozent nutzen die Cloud, zwölf Prozent leisten sich eine Datensicherung auf SSD. Angesichts sinkender Kosten unterschiedlicher Flash-Technologien, darunter auch hoch-kapazitiver (versus TLC- oder NVMe-Medien), dürfte sich dieser Prozentsatz in Zukunft zu Ungunsten der HDD steigern. 

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Backup-Medien im Einsatz

Backup-Medien: Vor- & Nachteile

Backup-Medien spielen in Rechenzentren eine wichtige Rolle, da sie dazu beitragen, Daten zu schützen und die Betriebskontinuität sicherzustellen. Hier sind die gängigsten Backup-Medien mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen sowie Vorschläge für bestimmte Speicherkapazitäten:

  1. Tape (Bandlaufwerke)
    • Vorteile: Kosteneffizient bei hohem Volumen, langlebig, tragbar, geringer Stromverbrauch im Vergleich zu laufenden Festplatten
    • Nachteile: Langsamerer Datenzugriff (sequenziell), zum Teil nicht abwärtskompatibel, physischer Platzbedarf
  2. HDDs (Hard Disk Drives)
    • Vorteile: Schneller Datenzugriff, gängig und einfach zu ersetzen, hohe Kapazität verfügbar
    • Nachteile: Mechanisch, begrenzte Lebensdauer, Wechselplatten und externe Laufwerke nur in kleineren Umgebungen praktikabel
  3. SSDs (Solid State Drives)
    • Vorteile: Sehr schneller Datenzugriff, weniger anfällig für physische Schäden als HDDs, hohe Kapazitäten im Kommen
    • Nachteile: Teurer pro GByte verglichen mit HDDs, begrenzte Schreibzyklen
  4. NAS (Network Attached Storage)
    • Vorteile: Zentralisierte Datenspeicherung, gängig und einfach zu ersetzen, einfacher Zugriff, RAID-Unterstützung für Redundanz, relativ preisgünstig, Systeme mit HDDs und/oder SSDs möglich
    • Nachteile: Abhängigkeit vom Netzwerk
  5. Cloud-Speicher
    • Vorteile: Skalierbarkeit, Zugriff von überall, keine physische Infrastruktur erforderlich, Pay-per-Use
    • Nachteile: Fortlaufende Kosten, Zugang und Geschwindigkeit abhängig von Internetverbindung, mögliche Datenschutzbedenken

Bei einem täglichen Backup-Volumen von bis zu 5 TByte genügen noch kleinere NAS-Systeme, Cloud-Dienste sind ebenfalls möglich sowie Tape-Laufwerke für eine langfristige Archivierung. Bis 25 bzw. 50 TByte empfehlen sich mittlere NAS-Server, Tape-Librarys und dedizierte Backup-Cloud-Dienste. Ab 50 bis 100 TByte sprechen wir von großen Tape-Librarys und Enterprise NAS/SAN-Speichern. Generell gilt es mit steigendem Sicherungsvolumen Skalierungsoptionen und die Recovery-Performance zu beachten. Auch die Gesamtbetriebskosten und die erforderliche Infrastruktur gehören zu den Auswahlkriterien. Eine Kombination aus mehreren Speichermedien gewährleitstet eine ausgewogene Lösung zwischen Kosten, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit.

Backup-Software: Deutsche Produkte bevorzugt

Mit Blick auf die eingesetzte Backup-Software, geben erstaunliche 40 Prozent an, sich auf zwei Produkte zu verlassen. 32 Prozent beschränken sich auf eines, sechszehn auf drei Software-Lösungen und acht Prozent haben gar mehr als fünf im Einsatz. 

Dabei geben 82 Prozent der User an, dass sie bei gleicher Funktionalität ein deutsches Produkt bevorzugen würden. Offenbar suggerieren sie neben der Bediensprache andere Lokalisierungen und einen zugänglicheren Support. 

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Nutzer verlassen sich mehrheitlich auf mehrere Backup-Programme.

Checkliste: Auswahlkriterien Backup-Software

  • Gibt es für alle zu sichernden Betriebssystem in ihrem Unternehmen die passenden Agenten, inklusive mobile Endgeräte und Smartphones?
  • Stehen Backup-Agenten für die bei Ihnen eingesetzten Datenbanken zur Verfügung?
  • Macht der Hersteller Ihrer Branchen-Software spezielle Vorgaben an eine Backup-Umgebung?
  • Sollen auch Ihre Netzwerk-Filer mit ins Backup? Achten Sie bei der Backup-Software auf NDMP.
  • Wird Ihre vorhandene Tape-Library unterstützt? Auch der Roboter darin? Und die Tape-Drives?
  • Backup-to-Disk und Backup-to-Disk-to-Tape sowie SSDs sind Möglichkeiten zur Verkürzung des Backup-Fensters. Achten Sie auf entsprechenden Support, wenn Sie diese Funktionen nutzen möchten.
  • Unterstützt die Software Disk-Images von virtuellen Maschinen?
  • Kann die Software ggf. ein Backup in einen Cloud-Storage speichern?
  • Können Sie ihre IT aus der Public-Cloud mit ins Unternehmens-Backup integrieren?
  • Welche Cloud-Anbieter werden unterstützt und ist ein hybrides Backup möglich (lokal und Cloud)?
  • Werden alle Arten mobiler Geräte unterstützt, die im Unternehmen eingesetzt werden (Android, iOS)?
  • Kann das Backup-System einen Backup-Status regelmäßig automatisiert berichten und bei Fehlern alarmieren?
  • Kommt ihre Netzwerk-Security-Abteilung mit Backup-Agenten in der DMZ klar, die viele TCP-/UDP-Ports nach innen offen halten während eines Backup-Laufs?
  • Kommt ihre Netzwerk-Security-Abteilung mit Backup-Agenten in der DMZ klar, die viele TCP-/UDP-Ports nach innen offen halten während eines Backup-Laufs?
  • Werden alle benötigten Wiederherstellungs-Funktionen unterstützt, wie einzelne Datei- und Ordner-Restore, Point-in-Time, Wiederherstellung in auf andere Systemen und sind Test-Wiederherstellungs-Funktionen enthalten?
  • Zuverlässigkeit und Integrität: Prüfsummen-Überprüfung, Datenvalidierung und Benachrichtigungen bei Backup-Fehlern
  • Sind Immutable Funktionen für unveränderliche Sicherungen vorhanden?
  • Sicherheit: Verschlüsselung während des Backups und im Ruhezustand, Role-Based Access Control (RBAC), Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA)
  • Lassen sich neben automatisierten Backup-Plänen auch ereignisgesteuerte Backups einrichten (z. B. nach System-Updates)?
  • Reports aller Backup-Aktivitäten, wie detailliert sind Berichte und Protokolle?
  • Remote-Zugriff für Administratoren
  • Lizenzierung: Beachten Sie die Flexibilität und Einfachheit der Lizenzierungen (per User, Datenmenge, Server…)
  • Support und Service: Welche Support-Stunden und Reaktionszeiten sind möglich, ist ein deutschsprachiger Support gewährleistet, gibt es eine Wissensdatenbank oder Community und welche Schulungen sind möglich bzw. nötig?

Storage-Projekte 2023: Datensicherheit, Performance und Kosten auf der Agenda

Zum Abschluss interessieren wir uns für die Agenda 2023 hinsichtlich der Storage-Projekte deutscher Unternehmen. Auch hier geben wir mehrere Antwort-Optionen zur Auswahl. 

An der Spitze steht mit 61,7 Prozent der Ausbau der Cybersicherheit, bei dem Speicher eine wichtige Rolle spielt. 48,94 Prozent arbeiten an einer Verbesserung ihrer Datenwiederherstellung in puncto Geschwindigkeit. Man kann davon ausgehen, dass die zahlreichen Berichte von Datenverlusten etwa durch Hacker oder Ransomware dazu geführt haben, genau den Restore mehr in den Vordergrund zu rücken, um langfristige Systemausfälle und damit verbundene hohe Kosten zu minimieren. Folgerichtig beschäftigen sich 38,3 Prozent auch mit einer Erneuerung bzw. den Ausbau ihrer Datensicherung allgemein.

42,55 Prozent versuchen im den Projekten des Jahres 2023, ihre Betriebskosten zu senken. Dies dürfte ein allgemeines Bestreben sein. Auch die steigenden Energiepreise könnten hier als Motiv mit einfließen. Nicht auszuschließen ist auch, dass die Betriebskosten im Vergleich zu einmaligen Investitionskosten durch die vermehrte Nutzung von Cloud-Angeboten überproportional gestiegen sind. 

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An diesen Speicher-bezogenen Projekten arbeiten Unternehmen 2023

Darüber hinaus fokussiert jedes dritte Unternehmen (jeweils 34 Prozent) den Ausbau der Automatisierung und betrieblichen Effizienz sowie eine Verbesserung der Performance für wichtige Speicher, die vermutlich größtenteils lokal anzusiedeln sind.

Dem vielzitierten Datenwachstum möchten 40,43 Prozent der Unternehmen mit dem Ausbau der Speicherkapazität begegnen. Ein Teil der 23,4 Prozent, die sich die Einführung oder den Ausbau von Cloud-Storage vorgenommen haben, dürften dabei auch die Kapazitäten ins Auge gefasst haben, denn gleichzeitig haben 17 Prozent das Ziel, Anschaffungskosten zu senken. Dabei erwägen aber nur 6,38 Prozent die Einführung oder den Ausbau von Managed-Services.

Resümee und Take-Aways

Dies sind die Ergebnisse einer Leserbefragung, die it-daily.net in Kooperation mit speicherguide.de im Mai 2023 online durchgeführt haben. Wir wollten vor allem wissen, welche Herausforderungen und Schwierigkeiten unsere Leser rund um das Thema Storage sehen und welche Strategien, Lösungen und Pläne sie diesbezüglich verfolgen. Ausgewertet wurden rund 500 Datensätze von Unternehmen unterschiedlichster Größe und Branchen. Mehrfach-Nennungen waren möglich.

Die Mehrheit nutzt File-Speicher (88 Prozent), die Hälfte (50 Prozent) Block-Speicher. 40 Prozent nennen Cloud-Speicher, zehn Prozent setzt auf die hybride Cloud und acht Prozent auf multiple Cloud-Lösungen. 34 Prozent nutzen Objekt-Speicher.

Bei Primärspeicher bewegen 39 Prozent sich in einem mittleren Segment bis 1 PByte Gesamtkapazität. Zwölf Prozent siedeln sich im Bereich über 1 PByte an.

Bei Sekundärspeicher geben 64 Prozent geben an, bis 500 TByte Kapazität für Sekundärdaten vorzuhalten. Zwölf Prozent verwenden bis zu ein sowie weitere zehn Prozent bis zu zehn PByte. Zwei Prozent der Unternehmen haben Bedarf von über 200 PByte.

Ein heterogenes Bild ergibt sich bei der Betrachtung der allgemeinen Anforderungen an Speicher: In der Addition von »wichtig« und »sehr wichtig«, halten 97,83 Prozent der Befragten die Kompatibilität für ein bedeutendes Entscheidungskriterium, gefolgt vom Peis-/Leistungs-Verhältnis (93,62) und einfacher Administration (91,49). Danach erst folgen Verfügbarkeit (85,42), Skalierbarkeit (83,34) und dem Automatisierungsgrad (80,43). 

Die größten Herausforderungen bereiten der wachsende Speicherbedarf (58,33 Prozent), 45,83 Prozent kämpfen mit hohen Investitionskosten, 22,92 Prozent beklagen steigende Hardware-Preise

Zur Lösung dieser Probleme setzen 69,39 Prozent auf den Einsatz neuer Technologien, 30,61 Prozent sind bereit, ihren Hersteller zu wechseln. 24,49 Prozent befürworten den Einsatz von Managed-Services, 28,57 Prozent halten eine Erhöhung des Speicherbudgets für notwendig und/oder sinnvoll.

Für das Backup sichern 70 Prozent der Unternehmen täglich bis zu 50 TByte Daten. Weitere 20 Prozent bis 500 TByte und acht Prozent mit bis zu 1 PByte. 

Zehn Prozent bewahren Backups für 14 Tage, 18 Prozent für bis zu 4 Wochen auf. 22 Prozent verlassen sich bis zu sechs Monaten auf die Datenkopie, 48 Prozent sogar länger als ein halbes Jahr.

Disk (86 Prozent) ist das bevorzugte Backup-Medium vor Tape (46 Prozent). 36 Prozent nutzen die Cloud, zwölf Prozent leisten sich eine Datensicherung auf SSD.

68 Prozent verwenden mehr als eine Backup-Software.

Bei den aktuellen Storage-Projekten 2023 steht der Ausbau der Cybersicherheit an der Spitze (61,7 Prozent. 48,94 Prozent arbeiten an einer Verbesserung ihrer Datenwiederherstellung in puncto Geschwindigkeit. 42, 55 Prozent versuchen, ihre Betriebskosten senken. 40,43 Prozent sind mit dem Ausbau der Speicherkapazität beschäftigt. 

Anforderungen an neue Storage-Systeme

Anforderungen für die Beschaffung neuer Speichersysteme in mittelständischen Unternehmen:

Technische Aspekte:

  1. Kapazität: Ausreichend Speicherplatz, um aktuelle und zukünftige Datenmengen zu bewältigen.
  2. Skalierbarkeit: Fähigkeit, die Speicherkapazität je nach Bedarf zu erhöhen.
  3. Performance: Schnelle Lese-/Schreibgeschwindigkeiten und niedrige Latenzzeiten.
  4. Zuverlässigkeit: Minimale Ausfallraten und Robustheit gegen Datenverlust.
  5. Redundanz: Möglichkeit zur Datenreplikation und Failover-Mechanismen.
  6. Kompatibilität: Integration in bestehende Systeme und Unterstützung gängiger Schnittstellen.
  7. Sicherheit: Starke Verschlüsselung, sichere Authentifizierung und regelmäßige Sicherheitsupdates.
  8. Backup und Disaster Recovery: Einfache und zuverlässige Backup- und Wiederherstellungsprozesse.
  9. Datenintegrität: Mechanismen zur Überwachung und Behebung von Datenfehlern.
  10. Energieeffizienz: Niedriger Stromverbrauch und effektive Wärmeableitung.

Organisatorische Aspekte:

  1. Budget: Anschaffungs- und Betriebskosten müssen im Einklang mit dem Budget des Unternehmens stehen.
  2. Schulung: Verfügbarkeit von Schulungen für IT-Mitarbeiter zur Verwaltung und Wartung des Systems.
  3. Support: Zuverlässiger und schneller Kundensupport, idealerweise mit deutschsprachigen Technikern.
  4. Compliance: Einhaltung deutscher und europäischer Datenschutzbestimmungen (z.B. DSGVO).
  5. Zukunftssicherheit: Möglichkeit zur Integration zukünftiger Technologien und Anforderungen.
  6. Wartbarkeit: Einfachheit von Hardware-Austausch und Software-Upgrades.
  7. Lieferkette: Zuverlässige Lieferanten und schnelle Verfügbarkeit von Ersatzteilen.
  8. Dokumentation: Umfassende und verständliche Dokumentation des Systems in deutscher Sprache.
  9. Lokaler Partner: Vorhandensein eines lokalen Partners oder Dienstleisters für physische Wartungs- oder Upgrade-Anforderungen.
  10. Benutzerfreundlichkeit: Intuitive Benutzeroberfläche und einfache Management-Tools für Administratoren.

Diese Liste stellt eine solide Grundlage dar, kann jedoch je nach spezifischen Anforderungen und Branchenspezifikationen des mittelständischen Unternehmens angepasst werden. Es ist immer ratsam, eine gründliche Bedarfsanalyse durchzuführen, bevor man sich für ein bestimmtes Storage-System entscheidet.

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