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Hotelgäste

Mit Hotel-WLAN: Ehepaar verschickt 480.000 Phishing-Mails

Ein Ehepaar soll einen Computer hinter dem Kühlschrank eines Hotelzimmers versteckt haben. Ein Komplize steuerte ihn offenbar aus der Ferne.

Mit Hotel-WLAN: Ehepaar verschickt 480.000 Phishing-Mails

Die Polizei in der japanischen Präfektur Hyogo hat ein chinesisches Ehepaar aus Kobe festgenommen und angeklagt. Die beiden 39-Jährigen sollen einen kleinen Computer in einem Hotelzimmer versteckt haben, über dessen WLAN mindestens 480.000 Phishing-Mails verschickt wurden. Auf dem Gerät fanden die Ermittler zudem rund 2,4 Millionen E-Mail-Adressen als mögliche Ziele. Wie sich die Beschuldigten zu den Vorwürfen äußern, hat die Polizei nicht mitgeteilt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Laut Polizei betrat der Mann am 15. Mai 2025 mit einer weiteren Person als angeblicher Gast ein Hotel in Kobe. Vor dem Auschecken sollen die beiden den Computer mit dem WLAN des Zimmers verbunden und hinter dem Kühlschrank versteckt haben. Bei der Durchsuchung des Zimmers fanden die Ermittler das Gerät, das noch mit dem Internet des Hotels verbunden war.

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Gefälschte Mails von Kreditkartenfirmen

Die Phishing-Mails gaben sich als Nachrichten von Kreditkartenunternehmen aus und leiteten Empfänger auf gefälschte Websites, die Zahlungsdaten abgreifen sollten. Die Ermittler gehen davon aus, dass eine andere Person den Computer aus der Ferne steuerte. Über das WLAN des Hotels sollte demnach der tatsächliche Standort der Täter verschleiert werden. Die Systeme des Hotels wurden dabei nicht gehackt. Der Mann wird der betrügerischen Behinderung eines Geschäftsbetriebs und des Hausfriedensbruchs beschuldigt. Beiden wird zudem Computerbetrug vorgeworfen, weil sie mit fremden Kreditkartendaten eingekauft haben sollen.

Auslöser war laut Tom’s Hardware ein Empfänger einer Phishing-Mail, der in den Metadaten die IP-Adresse des Hotels fand und die Hotelleitung informierte. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Paares wurden demnach 74 Smartphones sichergestellt. Die Polizei ermittelt, ob das Paar auf Anweisung handelte und ob ein grenzüberschreitendes Betrugsnetzwerk beteiligt ist.

Auch in Europa nutzen Angreifer Hotelnetze. Microsoft hatte im Oktober vor der russischen Gruppe Storm-2945 gewarnt, die WLAN-Anmeldeseiten in Hotels und an Flughäfen manipuliert, um Reisenden Schadsoftware unterzuschieben.

(red)

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