HPE-Netzwerkchef Rami Rahim erwartet, dass in zwei bis drei Jahren kein Störungsticket mehr Menschen braucht. Heute seien es noch 20 bis 30 Prozent.
HPE: KI soll Netzwerk-Tickets bald ohne Menschen lösen

Rami Rahim, früher CEO von Juniper Networks und heute President und General Manager der Netzwerksparte von Hewlett Packard Enterprise (HPE), erwartet, dass Netzwerkadministratoren in wenigen Jahren keine Störungstickets mehr bearbeiten müssen. Das sagte er in einem Interview mit The Register. HPE treibt unter dem Begriff „selbstfahrende Netzwerke” KI-gestützte Überwachung und automatische Fehlerbehebung voran, ein Teilbereich von AIOps.
„Ich denke, wir sind jetzt bei etwa 70 bis 80 Prozent aller Tickets, die kein menschliches Eingreifen erfordern. Innerhalb von zwei bis drei Jahren werden wir keine Probleme mehr haben, die Menschen erfordern.”
Rami Rahim, President und General Manager der Netzwerksparte von Hewlett Packard Enterprise (HPE)
Ausnahme Hardwaretausch
Eine Ausnahme sieht Rahim beim Austausch defekter Hardware. Auch dafür sollen aber keine Fachkräfte mehr nötig sein: Das System solle automatisch ein Ersatzteil bestellen, das dann ein Praktikant anschließen könne, alles Weitere laufe automatisch.
Automatisierung Schritt für Schritt
Auf die Frage, warum Netzwerkadministratoren der KI vertrauen sollten, verwies Rahim auf Robotaxis in der Bay Area. Menschen hätten schrittweise Vertrauen in Automatik-Getriebe, Tempomat, Spurhalteassistenten und schließlich autonomes Fahren gewonnen. Ähnlich könnten Betreiber bei HPE automatisierte Aktionen einzeln freischalten, zum Einstieg etwa den Neustart eines Switch-Ports. Als Maßstab für den Erfolg nennt Rahim die Zahl der Tickets zu schlechter WLAN-Leistung und die Zeit bis zu ihrer Behebung. Probleme mit Anwendungen, dem WAN oder Cloud-Anbietern würden von Nutzern meist zuerst als schlechtes WLAN wahrgenommen.
Zudem erwartet Rahim, dass in Unternehmen bald deutlich mehr KI-Agenten als Menschen arbeiten. Diese bräuchten zuverlässige Netzwerkverbindungen und erzeugten so viel Datenverkehr, dass Netze ohne KI nicht mehr zu verwalten seien.
Integration von Juniper
HPE hatte die Übernahme von Juniper im Juli 2025 abgeschlossen. Laut Rahim lassen sich WLAN-Zugangspunkte der Marken Aruba und Juniper inzwischen mit den Verwaltungswerkzeugen beider Hersteller steuern. Die Technik für selbstfahrende Netzwerke aus dem Juniper-Portfolio will HPE nun auf weitere Produkte ausweiten. Die Verwaltung von Netzwerk-Fabrics ist bereits in die Observability-Software OpsRamp für hybride Cloud-Umgebungen integriert.
(red)




