Ein 35-GB-Datensatz mit Stripe-Kundendaten und aktiven API-Schlüsseln ist im Darknet aufgetaucht. Höchste Phishing-Gefahr für Händler.
In einem Cybercrime-Forum ist ein rund 35 Gigabyte großer Datensatz aufgetaucht, der sensible Informationen von Händlern und Kunden des Zahlungsdienstleisters Stripe enthält. Erste Analysen von Sicherheitsforschern von Cybernews und Hudson Rock deuten darauf hin, dass das veröffentlichte Material authentisch ist. Der geleakte Datensatz umfasst unter anderem:
- Händler- & Transaktionsstatistiken: Kundenzahlen, Umsätze und Transaktionsvolumina einzelner Online-Shops.
- Kundendaten: Vollständige Namen, E-Mail-Adressen, Postanschriften sowie verknüpfte Kaufhistorien.
- System-Zugänge: Rabattcodes, Produkt-Logs und kompromittierte Stripe-API-Schlüssel.
Gefährliche API-Schlüssel und Risiko für Spear-Phishing
Besonders brisant: Nach Angaben des Sicherheitsunternehmens Hudson Rock befinden sich unter den Daten mindestens 650 aktive Geheimschlüssel („Secret Keys“). Über solche API-Schlüssel können Angreifer potenziell direkten Lese- und Schreibzugriff auf Händlerkonten erlangen, um Auszahlungen umzuleiten, unautorisierte Abbuchungen vorzunehmen oder Rückerstattungen einzuleiten.
Zudem ermöglicht die Verknüpfung von Klarnamen mit der genauen Kaufhistorie hochgradig zielgerichtete Phishing-Kampagnen (Spear-Phishing), da Kriminelle exakt nachvollziehen können, welche Produkte Opfer in welchen Online-Shops erworben haben.
Kein direkter Stripe-Hack, sondern verteiltes Datenleck
Sicherheitsexperten betonen, dass es sich aller Voraussicht nach nicht um einen direkten Einbruch in die Kerninfrastruktur von Stripe handelt. Stattdessen wurden die API-Schlüssel vermutlich von den jeweiligen Händlern selbst fahrlässig offengelegt – etwa durch versehentliche Veröffentlichungen in Quellcode-Repositories oder Logfiles.
Der Angreifer behauptet, Zugriff auf rund 20.000 kompromittierte Stripe-APIs zu besitzen, und droht mit der schrittweisen Veröffentlichung weiterer Datenpakete. Betroffenen Unternehmen wird dringend empfohlen, ihre API-Keys umgehend zu rotieren und einzuschränken.
(red)