Arbeitslosigkeit erreicht Höchststand seit 2011

Jobmarkt für IT und Technik kühlt ab

Kündigung

Die schwache deutsche Konjunktur hinterlässt deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte und Ingenieure.

Laut dem aktuellen VDI-/IW-Ingenieurmonitor waren im vierten Quartal 2025 insgesamt 58.392 Menschen in Ingenieur- und IT-Berufen arbeitslos gemeldet, der höchste Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2011. Im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht das einem Anstieg von 16,7 Prozent. Die Zahl der offenen Stellen sank im Jahresvergleich um 18,2 Prozent, bleibt mit 96.760 unbesetzten Positionen aber weiterhin hoch.

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Technische Forschung und Produktionssteuerung besonders betroffen

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit verteilt sich nicht gleichmäßig auf alle Fachrichtungen. Besonders betroffen sind Berufe der technischen Forschung und der Produktionssteuerung, zu denen auch viele IT-nahe Tätigkeiten zählen, mit einem Plus von 34 Prozent. Im Bauingenieurwesen fällt der Anstieg mit 5,8 Prozent moderater aus. Für den VDI zeigt das, dass sich der Arbeitsmarkt für technische und digitale Berufe zunehmend ausdifferenziert: In manchen Bereichen bestehen weiterhin Engpässe, etwa in spezialisierten IT-Bereichen.

Verband warnt vor voreiligen Schlüssen

VDI-Direktor Adrian Willig erklärt: „Die aktuellen Zahlen zeigen, dass wir zwischen der konjunkturellen Lage und dem langfristigen Fachkräftebedarf unterscheiden müssen. Die schwache wirtschaftliche Entwicklung führt dazu, dass Unternehmen bei Investitionen und Neueinstellungen zurückhaltender sind. Daraus dürfen wir aber nicht ableiten, dass Deutschland künftig weniger technische Fachkräfte braucht.“

Zudem mahnt er: „Wer jetzt bei Nachwuchs, Qualifizierung und Fachkräftesicherung nachlässt, riskiert, dass bei einer wirtschaftlichen Erholung genau die Kompetenzen und Fachkräfte fehlen, die wir dann dringend brauchen.“

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Zuwanderung als tragende Säule der IT-Fachkräftesicherung

Zwischen 2012 und 2025 wuchs die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in IT- und Ingenieurberufen deutlich stärker als die Gesamtbeschäftigung in Deutschland. Von den insgesamt 224.700 zusätzlichen Beschäftigten entfällt ein Großteil auf ausländische Fachkräfte. Ohne Zuwanderung läge der Zuwachs laut Studie nur bei 91.800 Personen, gerade in IT-Berufen mit starkem internationalem Wettbewerb um Talente ein zentraler Faktor der Fachkräftesicherung.

Auch der Frauenanteil in technischen und digitalen Berufen entwickelt sich positiv: Zwischen 2015 und 2023 stieg die Zahl erwerbstätiger Frauen mit ingenieur- oder informatiknahen Abschlüssen um mehr als ein Viertel.

Weiterbildung wird zum entscheidenden Faktor

VDI-Arbeitsmarktexperte Maximilian Stindt betont: „Für die langfristige Fachkräftesicherung bleiben deshalb mehrere Hebel entscheidend: Es ist weiterhin wichtig, den Ingenieurnachwuchs zu fördern, besonders durch das Gewinnen von Frauen für den Ingenieurberuf, zudem das Halten älterer Beschäftigter und die erfolgreiche Integration ausländischer Studierender und Fachkräfte in den deutschen Arbeitsmarkt zu verbessern.“

Eine begleitende Umfrage der VDI-Initiative „Zukunft Deutschland 2050“ zeigt zudem: 80 Prozent der befragten Ingenieurinnen und Ingenieure halten es unabhängig von Alter und Branche für notwendig, sich neue Fähigkeiten anzueignen, um beruflich erfolgreich zu bleiben, ein Druck, der angesichts des raschen technologischen Wandels in IT-nahen Berufsfeldern besonders hoch sein dürfte. Programme wie VDI-WoMentorING oder VDI-XPand sowie gezielte Re-Skilling-Angebote sollen hier ansetzen.

(red)

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