Der deutsche Hosting-Anbieter Hetzner passt zum 1. April 2026 seine Preise an, sowohl für Cloud-Produkte als auch für Dedicated Server.
Hetzner hat angekündigt, die Preise für sein gesamtes Produktportfolio anzuheben. Die Änderungen treten zum 1. April 2026 in Kraft und gelten laut Unternehmensangaben für alle Standorte weltweit, also Deutschland, Finnland, USA und Singapur. Wer vor dem Stichtag bestellt, dessen Server aber erst danach bereitgestellt wird, zahlt ebenfalls die neuen Preise.
Cloud-Server: Aufschläge von rund 30 bis 35 Prozent
Im Cloud-Bereich fallen laut der veröffentlichten Liste die Preiserhöhungen je nach Produkt und Standort unterschiedlich aus, sind aber durchweg spürbar. Der Einstiegsserver CX11 kostet in Deutschland künftig 5,34 Euro pro Monat statt bisher 3,92 Euro, ein Aufschlag von rund 36 Prozent. Ähnlich sieht es beim CAX11 aus, der von 3,92 auf 5,34 Euro steigt.
Auch die leistungsstärkeren Modelle bleiben nicht verschont: Der CCX63, Hetzners stärkstes Cloud-Server-Modell am deutschen Standort, klettert von 342,71 auf 445,64 Euro monatlich. Load Balancer verteuern sich ebenfalls, der Load Balancer 11 etwa von 6,41 auf 8,91 Euro pro Monat. Zusätzlich steigen die Preise für Volumes und Snapshots: Volumes kosten künftig 0,0681 statt 0,0524 Euro pro Stunde, Snapshots 0,0170 statt 0,0131 Euro.
Am Standort Singapur fällt die Erhöhung prozentual ähnlich aus, das Preisniveau ist dort aber grundsätzlich höher. Der CCX63 kostet dort nach der Anpassung rund 746 Euro im Monat.
Dedicated Server: Teils deutlich mehr als zuvor
Bei den Dedicated Servern variieren die Aufschläge stärker. Während der AX41-NVMe in Deutschland nur moderat von 48,91 auf 50,34 Euro steigt, trifft es andere Modelle härter: Der AX42-U verteuert sich von 56,29 auf 68,19 Euro, was einem Plus von rund 21 Prozent entspricht. Die großen Speicherserver wie der SX295 steigen von 472,79 auf 550,14 Euro.
Für Nutzer der sogenannten Server-Börse, über die gebrauchte Hetzner-Server günstig gemietet werden können, gilt pauschal eine Erhöhung von drei Prozent. Am finnischen Standort sind die Preise generell etwas niedriger als in Deutschland, die prozentualen Aufschläge bewegen sich aber auf ähnlichem Niveau.
Kein Einzelfall in der Branche
Hetzner gehört zu den günstigsten Anbietern im europäischen Hosting-Markt. Preiserhöhungen dieser Größenordnung dürften dennoch vor allem kleinere Entwickler und Startups treffen, die auf das preiswerte Angebot angewiesen sind.
Hetzner steht mit der Preiserhöhung nicht allein. Die gesamte Hosting- und Cloud-Branche sieht sich seit geraumer Zeit mit steigenden Kosten konfrontiert. Ein wesentlicher Treiber ist die enorm gewachsene Nachfrage nach Rechenkapazität, die vor allem durch den KI-Boom der vergangenen Jahre ausgelöst wurde. Hinzu kommen gestiegene Energiekosten, teurere Hardware sowie Engpässe bei der Verfügbarkeit moderner Prozessoren und Speicherchips.