Das US-Heimatschutzministerium verpflichtet zivile Bundesbehörden, Produkte von DeepSeek und darauf basierende Dienste zu entfernen und nicht mehr zu kaufen.
USA verbannen DeepSeek aus Behörden-IT

Das US-Heimatschutzministerium (DHS) hat die zivilen Bundesbehörden der USA verpflichtet, Produkte des chinesischen KI-Unternehmens DeepSeek aus ihren IT-Systemen zu entfernen. Das gilt auch für Produkte und Dienste anderer Anbieter, die mit DeepSeek-Modellen entwickelt wurden. Zudem dürfen die Behörden solche Produkte nicht mehr beschaffen. Die Anordnung mit der Nummer 2026-01 wurde am 19. Oktober öffentlich, in Kraft ist sie bereits seit Ende Juli. Unterzeichnet hat sie Heimatschutzminister Markwayne Mullin am 24. Juli. Grundlage ist ein Gesetz aus dem Jahr 2018 zur Sicherheit von Lieferketten in der Bundesbeschaffung.
Ministerien betroffen, Militär ausgenommen
Die Anordnung gilt für zivile Behörden wie das Finanz-, das Außen- und das Justizministerium. Das Militär und die Nachrichtendienste sind ausgenommen, da das DHS ihnen keine Vorgaben machen kann. Für Bundesstaaten, private Unternehmen und andere Regierungen gilt das Verbot nicht. Einen konkreten Termin, bis zu dem die Behörden die Produkte entfernen müssen, enthält die veröffentlichte Fassung nicht.
Sorge vor Datenabfluss nach China
Das DHS begründet die Anordnung mit Sicherheitsrisiken. Die Nutzung von DeepSeek durch Beschäftigte oder Dienstleister der Regierung könne zur Übermittlung sensibler Daten nach China führen. Die Server von DeepSeek stehen in China, wo die Regierung laut DHS weitreichende Befugnisse hat, auf die Infrastruktur privater Unternehmen zuzugreifen. Die Modelle könnten zudem personenbezogene Daten sammeln und Nutzer verfolgen oder digital identifizieren. „Die Modelle selbst können Schadsoftware oder andere Sicherheitslücken enthalten”, heißt es in der Anordnung. Einen konkreten Fall, in dem Regierungsdaten an DeepSeek gelangt sind, nennt das Dokument nicht.
Bereits zuvor hatten unter anderem das US-Handelsministerium und die US-Marine DeepSeek auf Dienstgeräten verboten, ebenso mehrere Bundesstaaten wie New York, Tennessee und Virginia. In einem bereits im Juli verschickten Memo hatte das DHS die Behörden zudem angewiesen, den Datenverkehr ihrer Websites auf Verbindungen zu DeepSeek zu überwachen.
Auch in Europa umstritten
In Europa hatte die italienische Datenschutzbehörde die DeepSeek-App bereits im Januar 2025 gesperrt. Die Berliner Datenschutzbeauftragte forderte Apple und Google im Juni 2025 auf, die App aus ihren Stores zu entfernen, da sie personenbezogene Daten unrechtmäßig nach China übermittle. DeepSeek hatte im Januar 2025 mit dem kostengünstigen Modell R1 für Aufsehen gesorgt. Am 17. Oktober 2026 veröffentlichte das Unternehmen mit V4.1-Flash eine neue Version seiner Modelle.
(red)




