Stellenanzeigen-Analyse

Unternehmen kämpfen um die wenigen KI-Experten

Entwickler

Unternehmen suchen händeringend nach KI-Experten. Allein im IT-Sektor wurden im ersten Quartal 2026 fast 9.000 entsprechende Stellen ausgeschrieben.

Die Nachfrage nach KI-Kompetenzen auf dem deutschen Arbeitsmarkt zieht weiter spürbar an. Das geht aus dem aktuellen KI-Kompetenzmonitor der Berliner Personalmarktforschung Index Research hervor, der quartalsweise Stellenanzeigen auf entsprechende Anforderungen hin auswertet. Immer mehr Arbeitgeber nennen KI-Skills demnach bereits direkt im Anforderungsprofil ihrer Ausschreibungen und nicht erst im späteren Auswahlprozess.

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Mit fast 9.000 Stellenanzeigen im ersten Quartal 2026 entfällt der größte Anteil der Jobs mit KI-Bezug erwartungsgemäß auf den IT-Sektor. Auf Platz zwei folgen jedoch bereits Personaldienstleister mit über 6.000 Angeboten. Das ist ein Indiz dafür, dass Unternehmen die Suche nach geeigneten Kandidaten zunehmend auslagern. „Unternehmen setzen vor allem bei schwer zu besetzenden Schlüsselpositionen auf externe Recruiting-Partner“, sagt Jürgen Grenz, CEO der Index Gruppe. Der Wettbewerb um Talente nehme spürbar zu, weil künstliche Intelligenz mittlerweile in fast allen Arbeitsbereichen zum Einsatz komme.

Maschinelles Lernen vor generativer KI

Wenn man einen Blick in die Anzeigentexte wirft, dominiert ein Begriff klar das Feld: Maschinelles Lernen wurde zwischen Januar und März 2026 branchenübergreifend rund 12.000 Mal genannt. Es folgen die allgemeine Bezeichnung „Künstliche Intelligenz“ mit etwa 8.000 Erwähnungen sowie generative KI mit knapp 6.000 Nennungen.


Aufschlussreich ist auch, welche konkreten Tools die Unternehmen explizit erwarten. Bei den universellen KI-Assistenten teilen sich ChatGPT und Microsoft Copilot mit jeweils rund 4.000 Nennungen die Spitze, deutlich abgeschlagen folgt Anthropics Claude mit etwa 1.000 Erwähnungen. Im Bereich Medien- und Textbearbeitung führt der Videoeditor CapCut mit etwa 1.900 Nennungen vor dem Bildgenerator Midjourney (488) und Adobe Firefly (166).

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Bemerkenswert ist die Lage bei den Entwicklungswerkzeugen. Hier hat der KI-Editor Cursor mit 933 Nennungen Platzhirsch GitHub Copilot (767 Nennungen) überholt. Dazwischen platziert sich Claude Code mit 836 Erwähnungen. Das deutet darauf hin, dass agentische Coding-Tools im professionellen Umfeld inzwischen Fuß gefasst haben.

Süddeutschland und NRW als Hotspots

Regional konzentriert sich die Nachfrage nach KI-Spezialisten auf die wirtschaftsstarken Bundesländer. Bayern führt das Ranking mit fast 10.000 Stellen im ersten Quartal an, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit rund 7.000 Angeboten. Berlin landet mit über 6.000 Ausschreibungen auf dem dritten Platz und zeigt damit, dass die Hauptstadt im KI-Recruiting weiterhin eine überproportionale Rolle spielt, gemessen an Einwohnerzahl und Wirtschaftsleistung.


Der KI-Kompetenzmonitor analysiert quartalsweise die Nachfrage nach KI-Skills nach Branchen, Berufsgruppen, Unternehmen und Regionen. Das Online-Tool basiert auf der Stellenanzeigen-Datenbank Index Anzeigendaten.

Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

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