Verkürzte Hardware-Lebensdauer

OpenAI Codex zerstört SSD-Lebensdauer durch Log-Fehler

OpenAI Codex
Bildquelle: Robert Way / Shutterstock.com

Ein Fehler im KI-Werkzeug OpenAI Codex verursacht extreme Schreibmengen auf SSDs und verkürzt die Lebensdauer der Festplatten drastisch.

Ein Softwarefehler im Programmierassistenten Codex von OpenAI führt zu einer extremen Belastung von Solid-State-Drives (SSDs) bei den Anwendern. Der Fehler wurde in einem GitHub-Fehlerbericht unter der Nummer 28224 öffentlich gemacht. Die Ursache liegt in einer im Februar 2026 eingeführten Änderung der lokalen Diagnose-Protokollierung, bei der SQLite-Protokolle standardmäßig auf der Detailstufe TRACE geschrieben werden.

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Diese übermäßig ausführliche Protokollierung speichert kontinuierlich Daten auf den lokalen Datenträgern. Laut dem Entwickler Rui Fan, Mitglied des Project Management Committees von Apache Flink, schrieb das System auf seinem Computer innerhalb von 21 Tagen rund 37 Terabyte an Daten. Hochgerechnet auf ein ganzes Jahr entspricht dies einer Schreibmenge von etwa 640 Terabyte.

Wirtschaftlicher Schaden und verkürzte Hardware-Lebensdauer

Diese enormen Datenmengen übersteigen die herstellerseitig garantierte Schreibkapazität (Terabytes Written, TBW) vieler handelsüblicher Festplatten. Gängige Verbraucher-SSDs wie die Samsung 9100 PRO mit einem Terabyte Speicherkapazität sind oft nur für eine Gesamtschreibleistung von 600 Terabyte zertifiziert. Die fehlerhafte Protokollierung von Codex kann diese garantierte Lebensdauer somit in weniger als einem Jahr vollständig aufbrauchen.

Auf Basis von Berechnungen des Werkzeugs, die von einem Wertverlust von 0,13 US-Dollar pro geschriebenem Terabyte ausgehen, beziffern Entwickler den entstandenen Schaden. In der Community wurde eine offizielle Einschätzung zu den finanziellen Auswirkungen geteilt: „Dieser Rückschritt hat im Zeitraum von März bis Juni schätzungsweise einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag an SSD-Lebensdauer bei den Nutzern verbrannt.“

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OpenAI arbeitet an Behebung des Diagnose-Problems

Die Diagnose-Protokolle sind seit der Einführung der Anwendung im vergangenen Jahr standardmäßig aktiv und verbleiben lokal auf dem Gerät, sofern sie nicht manuell an einen Fehlerbericht angehängt werden. Besonders auffällig ist, dass die betroffenen Code-Änderungen im Februar von Codex selbst geprüft wurden, das vermutlich auf dem Modell GPT-5.3 basiert, ohne dass der Fehler erkannt wurde. Ein Sprecher von OpenAI bestätigte, dass die Ingenieure das Problem kennen und an einer Lösung arbeiten. Erste Code-Anpassungen (Pull Requests) wurden bereits eingereicht, um das Datenvolumen der Protokolle zu reduzieren, allerdings melden Betroffene weiterhin anhaltende Probleme mit übermäßigen Schreibvorgängen.

(red)

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