Nicht ein Modell, sondern alle

Perplexity baut “Computer” aus Konkurrenzmodellen zusammen

Perplexity Computer
Bildquelle: Perplexity

Der KI-Suchdienst Perplexity hat mit “Computer” ein System vorgestellt, das mehrere Sprachmodelle orchestriert und komplexe Aufgaben über lange Zeiträume hinweg autonom ausführen soll.


Man gibt einem KI-Assistenten eine Aufgabe, und fünf Minuten später muss man schon wieder eingreifen, weil irgendetwas nicht geklappt hat. Perplexity will das mit “Computer” grundlegend ändern. Das neue System sei, so das Unternehmen, “die nächste Evolutionsstufe der KI” und könne vollständige Workflows selbstständig planen und ausführen. Und das über Stunden oder sogar Monate hinweg.

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Unter-Agenten beauftragen Unter-Agenten

Das Prinzip klingt erst einmal simpel: Nutzer beschreiben ein gewünschtes Ergebnis, der Rest läuft automatisch. Computer zerlegt die Aufgabe in Teilaufgaben und erstellt dafür spezialisierte Unter-Agenten. Perplexity beschreibt das System als “digitalen Allzweck-Mitarbeiter, der dieselben Benutzeroberflächen bedient wie Sie.” Die Agenten können eigenständig im Web recherchieren, Dokumente verfassen, Daten verarbeiten oder API-Anfragen an angebundene Dienste stellen.

Stößt das System dabei auf ein Problem, erschafft es weitere Unter-Agenten und fragt nur dann beim Nutzer nach, wenn es wirklich nicht weiterkommt. Das Ergebnis sei laut Perplexity “ein sicherer Rahmen für leistungsstarke KI, universell zugänglich ohne lokale Einrichtung.”

Orchestrierung statt eigene Entwicklung

Technisch interessant ist vor allem, womit Perplexity “Computer” antreibt: nicht mit einem eigenen Modell, sondern mit einer Kombination aus Konkurrenzprodukten. Als zentrale Reasoning-Engine kommt Anthropics Claude Opus zum Einsatz. Für Recherchen läuft Googles Gemini, für schnelle Aufgaben Grok, für Aufgaben mit langen Kontextfenstern ChatGPT. Perplexity selbst stellt dabei nur den Rahmen.

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Die Logik dahinter formuliert das Unternehmen so: “Das leistungsstärkste KI-System basiert nicht auf einem einzelnen Modell oder einer Familie, es ist dasjenige, das sie alle orchestrieren kann.” Welches Modell für welche Teilaufgabe zuständig ist, können Nutzer dabei auch selbst festlegen.

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Skepsis bleibt angebracht

Ob diese Versprechen in der Praxis halten, ist eine andere Frage. Vergleichbare agentenbasierte Systeme haben bislang in realen Szenarien noch mit Zuverlässigkeitsproblemen zu kämpfen. Perplexity gibt sich dennoch selbstbewusst und verweist auf eine historische Parallele: Schon 1757 teilten menschliche “Computer” monatelang komplexe Rechenaufgaben unter sich auf, um den Halleyschen Kometen präzise vorherzusagen. Das Wort Computer habe sich seither weiterentwickelt, bedeute aber laut Perplexity “schon immer dasselbe: die autonome Aufteilung komplexer Arbeit, mit Genauigkeit als zentrale, zugrunde liegende Notwendigkeit.”

Perplexity Computer ist zunächst für Abonnenten des “Max”-Tarifs verfügbar, eine Unterstützung für Enterprise-Kunden soll in Kürze folgen.

Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

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