Microsoft hat mit MAI-Cyber-1-Flash sein erstes eigenes Cybersecurity-Modell vorgestellt. Im CyberGym-Test soll es Modelle von Anthropic, OpenAI und Google übertreffen.
Microsoft hat MAI-Cyber-1-Flash angekündigt, das erste eigens für die Cybersicherheit entwickelte KI-Modell des Unternehmens. Es soll gezielt schwer auffindbare Schwachstellen in komplexem Code identifizieren und ist in MDASH integriert, den Multi-Agenten-Rahmen von Microsoft zur Erkennung und Behebung von Sicherheitslücken. MDASH koordiniert nach Unternehmensangaben mehr als 100 spezialisierte KI-Agenten über mehrere Frontier- und destillierte Modelle hinweg und wurde bereits eingesetzt, um zahlreiche Schwachstellen im eigenen Code von Microsoft aufzudecken.
Im Cybersicherheits-Testframework CyberGym erzielte die Kombination aus MAI-Cyber-1-Flash, MDASH und GPT-5.4 laut Microsoft eine Erfolgsquote von rund 96 Prozent bei der Schwachstellenerkennung. Damit habe das System besser abgeschnitten als Googles kürzlich vorgestelltes 3.5 Flash Cyber, OpenAIs GPT-5.6 Sol sowie Anthropics Mythos 5, das laut Microsoft rund 12 Prozentpunkte darunter liegt.
Kombination mehrerer Modelle soll Kosten bei Microsoft senken
Nach Angaben von Microsoft wurde MAI-Cyber-1-Flash so ausgelegt, dass es bis zu 90 Prozent aller Aufgaben eigenständig bewältigt. Für die verbleibenden 10 Prozent besonders anspruchsvoller Aufgaben greift MDASH auf größere und teurere Modelle wie GPT-5.4 zurück. Diese Kombination aus mehreren aufeinander abgestimmten Modellen soll gegenüber der bisherigen MDASH-Konfiguration aus GPT-5.4, GPT-5.4-mini und GPT-5.3-Codex Kosteneinsparungen von 50 Prozent ermöglichen.
MAI-Cyber-1-Flash wird über Project Perception bereitgestellt, ein agentenbasiertes Sicherheitsangebot von Microsoft, mit dem Unternehmen Angriffe simulieren, Bedrohungen erkennen und untersuchen sowie Schwachstellen beheben können. Project Perception soll ab dem 3. August in die öffentliche Vorschauphase gehen. In einem Blogbeitrag erklärte Microsoft dazu:
„Wir sehen über Identitäten, Endpunkte, Anwendungen, Daten, Clouds und KI-Systeme hinweg und bieten damit breite Sichtbarkeit über den gesamten digitalen Bestand. Ebenso wichtig ist, dass wir Kunden dabei helfen können, in diesen Umgebungen auch tatsächlich zu handeln.“
Microsoft
(red)