Mittlere Management-Ebenen eliminiert

Meta entlässt zehn Prozent der Belegschaft für KI-Agenten

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Bildquelle: Skorzewiak /Shutterstock.com

Der Facebook-Konzern Meta entlässt zehn Prozent seiner Belegschaft und versetzt 7.000 Angestellte in neue Abteilungen zur Entwicklung von KI-Agenten.

Der Technologiekonzern Meta Platforms hat eine tiefgreifende Umstrukturierung seiner weltweiten Organisation eingeleitet. Wie aus einem internen Memo der Personalchefin (Chief People Officer) Janelle Gale hervorgeht, wird die Facebook-Mutter am kommenden Mittwoch zehn Prozent ihrer globalen Belegschaft entlassen. Flankiert werden diese Kündigungen von der zeitgleichen Versetzung von rund 7.000 Mitarbeitern in neu geschaffene Abteilungen, die sich ausschließlich mit der Entwicklung und Implementierung von künstlicher Intelligenz befassen.

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Insgesamt sind von den Entlassungen und internen Transfers etwa 20 Prozent der Angestellten direkt betroffen. Für Mitarbeiter in Nordamerika wurde für Mittwoch vorsorglich die Arbeit im Homeoffice angeordnet. Das Unternehmen, das Ende März 2026 laut offiziellen Börsenberichten 77.986 Angestellte zählte, strich zudem rund 6.000 bereits ausgeschriebene, aber noch unbesetzte Stellen. Ein Konzernsprecher lehnte eine offizielle Stellungnahme zu den Plänen ab.

Mittlere Management-Ebenen eliminiert

Die internen organisatorischen Veränderungen zielen darauf ab, die Arbeitsabläufe des Konzerns grundlegend zu verändern und zu beschleunigen. In dem internen Schreiben erläuterte Janelle Gale, dass zahlreiche Führungskräfte des Konzerns bei der Ausarbeitung der neuen Strukturen gezielt „native KI-Designprinzipien“ integriert haben.

Das operative Ziel dieser Transformation ist die Etablierung einer deutlich flacheren Organisationsstruktur. Große Abteilungen sollen in kleinere, flexiblere Teams – sogenannte „Pods“ oder „Kohorten“ – aufgeteilt werden. Meta verspricht sich von dieser Fragmentierung eine höhere Geschwindigkeit bei Projektumsetzungen sowie eine stärkere Eigenverantwortung der einzelnen Gruppen. Im Zuge dieser Maßnahme werden gezielt mittlere Management-Ebenen und administrative Führungsrollen eliminiert, um Entscheidungsprozesse zu verkürzen.

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Die neuen Abteilungen der „AI for Work“-Initiative

Die rund 7.000 von den Versetzungen betroffenen Mitarbeiter, von der Belegschaft intern oft als „Eingezogene“ (drafted) bezeichnet, werden auf mehrere spezialisierte Initiativen verteilt. Diese Einheiten wurden teils im Vorfeld von Technologiechef (CTO) Andrew Bosworth als Kernbestandteil der konzernweiten Strategie „AI for Work“ angekündigt.

Zu den primären Zielstrukturen gehören die Teams Applied AI Engineering (AAI) und die fachübergreifende Einheit Agent Transformation Accelerator (ATA) XFN. Beide Initiativen verfolgen den Zweck, autonome KI-Agenten zu entwickeln, die in der Lage sind, komplexe Arbeitsaufgaben selbstständig auszuführen, die derzeit noch von menschlichen Angestellten erledigt werden. Ein weiterer Empfänger der personellen Ressourcen ist die Abteilung Central Analytics. Diese Einheit soll künftig die Produktivitätsmetriken und Datenanalysen messen, die für die fortlaufende Optimierung und das Training dieser编 autonomen Software-Agenten notwendig sind. Details zu einer weiteren neuen Initiative namens Enterprise Solutions sollen laut dem Memo in Kürze folgen.

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Interner Mitarbeiteraufstand gegen Maus-Tracking und KI-Training

Die weitreichenden Maßnahmen haben zu erheblichen Spannungen und einem offenen Protest innerhalb der Meta-Belegschaft geführt. Mitarbeiter äußerten ihren Unmut durch das Verteilen von Flyern in den Büros des Konzerns sowie durch kritische Beiträge auf der internen Kommunikationsplattform Workplace. Ein zentraler Streitpunkt ist der erzwungene Einsatz einer speziellen Software zur Überwachung von Mausbewegungen (mouse-tracking software). Mehr als 1.000 Angestellte haben bereits eine Petition unterschrieben, die sich gegen die Installation dieses Werkzeugs richtet.

Die Software dient dazu, die Interaktion von Menschen mit Computern detailliert aufzuzeichnen, um diese Daten anschließend für das Training der neuen KI-Modelle zu verwenden, die genau diese menschlichen Arbeitsplätze ersetzen sollen. Mitarbeiter warfen den Führungskräften vor, Datenschutzbedenken bezüglich dieser Technologie abzutun. Zudem kritisierten die Angestellten das wochenlange Schweigen des Managements zu den Entlassungsplänen, nachdem die Nachrichtenagentur Reuters bereits einen Monat zuvor über bevorstehende Kürzungen berichtet hatte. In dieser Phase des Schweigens reagierten Mitarbeiter auf Workplace-Beiträge von Managern systematisch mit Bildern von Elefanten, um symbolisch die Ansprache des „Elefanten im Raum“ einzufordern.

Die Entlassungswelle und die personellen Umschichtungen bei Meta sind Teil eines umfassenden Trends innerhalb der US-amerikanischen Technologiebranche im Jahr 2026. Zahlreiche Großunternehmen restrukturieren ihre Kostenstrukturen, um liquide Mittel für die Investitionen in KI-Infrastrukturen freizusetzen. Meta plant im Laufe des Jahres weitere tiefe Einschnitte, um KI-Agenten sowohl fest in den kommerziellen Produktangeboten für Endkunden als auch in den internen Betriebsabläufen zu verankern.

Autorenbild Lisa Löw

Lisa

Löw

Junior Online-Redakteurin

IT-Verlag

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