Kernel-Entwickler Sasha Levin schlägt eine AGENTS.md-Datei für den Linux-Kernel vor. Sie soll KI-Agenten auf die Regeln für Patches hinweisen.
Der Linux-Kernel könnte künftig eine Datei namens AGENTS.md erhalten. Der langjährige Kernel-Entwickler Sasha Levin hat am 24. September einen entsprechenden Patch auf der Linux-Kernel-Mailingliste (LKML) eingereicht. AGENTS.md ist eine Markdown-Datei, die KI-Coding-Agenten projektspezifische Anweisungen liefert. Bislang enthält der Kernel-Quellbaum keine solche Datei, obwohl dort zunehmend Patches eingehen, die mit KI-Agenten erstellt wurden.
Linux: Verweis auf README und Dokumentation
Die vorgeschlagene Datei enthält selbst keine eigenen Regeln, sondern verweist auf die README-Datei des Kernels. Von dort aus gelangen Agenten zur Dokumentation über Coding-Assistenten und zu weiteren Informationen für Kernel-Entwickler.
Levin hat bereits andere KI-Projekte für den Kernel vorangetrieben, darunter die KI-gestützte Auswahl von Patches für die Rückportierung in stabile Kernel-Versionen und die Auflösung von Merge-Konflikten mit KI.
Agenten setzten falsche Tags
Hintergrund sind Tests mit zwei nicht näher benannten KI-Agenten. Ohne AGENTS.md fügte der erste Agent einem Kernel-Patch ein „Signed-off-by“-Tag hinzu. Dieses Tag darf nur gesetzt werden, wenn der Nutzer den Patch ausdrücklich selbst abzeichnet. Zudem verwendete der Agent eine eigene Kennzeichnung statt des im Kernel vorgeschriebenen „Assisted-by“-Tags. Der zweite Agent verzichtete ohne die Datei ganz auf eine Kennzeichnung.
Mit AGENTS.md hielten sich beide Agenten an die Kernel-Vorgaben. Der zweite Agent setzte die Arbeitsweise der Kernel-Entwicklung laut Levin zudem insgesamt besser um.
Einwände wegen Token-Verbrauch
Auf der Mailingliste gibt es Widerspruch gegen den Vorschlag. Kritiker führen an, dass KI-Agenten die gesamte README und die verlinkte Dokumentation einlesen müssten, was den Token-Verbrauch erhöht. Eine kürzere, speziell auf KI-Agenten zugeschnittene Dokumentation könnte den Verbrauch senken. Ob und in welcher Form die Datei in den Kernel aufgenommen wird, ist noch offen.
(red)