Eine Untersuchung von Pangram Labs zeigt: Über 40 Prozent der langen Posts auf LinkedIn werden vollständig von künstlicher Intelligenz verfasst.
Die KI-Erkennungsplattform Pangram Labs, ein von Stanford-Ingenieuren in New York gegründetes Startup, hat in einem aktuellen Forschungsbericht die Verbreitung von automatisierten Texten in sozialen Netzwerken untersucht. Bei der Plattform LinkedIn sind demnach über 40 Prozent der langen Beiträge vollständig durch künstliche Intelligenz generiert worden. Das Unternehmen teilte dazu mit:
„LinkedIn war die am stärksten mit KI gesättigte Plattform, auf der mehr als 40 % der Langform-Beiträge als vollständig KI-generiert markiert wurden.“
KI-Erkennungsplattform Pangram Lab
Obwohl LinkedIn-Beiträge insgesamt nur etwa ein Drittel des gesamten Untersuchungsmaterials ausmachten, stellten sie 62 Prozent aller von der Software als KI-generiert eingestuften Texte dar. Die Plattform fördert diese Entwicklung unter anderem durch integrierte Funktionen zur Beitragsoptimierung.
Situation auf X und Substack
Die statistische Auswertung zeigt, dass das Phänomen der automatisierten Texterstellung nicht auf LinkedIn beschränkt bleibt. Auf der Plattform X ist der Anteil von Beiträgen mit KI-Beteiligung in irgendeiner Form am höchsten. Nahezu die Hälfte der dort analysierten Langform-Beiträge wurde entweder vollständig von einer KI verfasst (23,9 Prozent) oder unter KI-Unterstützung erstellt (22,9 Prozent). Selbst auf der für Autorenplattformen bekannten Seite Substack ist mehr als jeder fünfte Beitrag entweder komplett KI-generiert oder KI-assistiert. Die Analysten von Pangram Labs, die für die Untersuchung ihr neuestes Modell Pangram 3.3 mit einer Fehlalarmquote von 0,01 Prozent einsetzten, erklärten dazu: „Unsere Daten zeigen, dass KI-generierte Inhalte ein Problem auf allen Plattformen sind, und dass sie Langform-Inhalte besonders hart treffen“.
Reaktionen und Gegenmaßnahmen der Plattformen
Die zunehmende Flut minderwertiger KI-Texte, die im Dezember 2025 vom US-Wörterbuch Merriam-Webster mit dem offiziellen Begriff Slop zum Wort des Jahres gewählt wurden, sorgt zunehmend für Kritik bei Nutzern und Beobachtern. Tech-Unternehmer Elon Musk kritisierte die Inhalte auf LinkedIn in diesem Kontext öffentlich. Um der Entwicklung und der sinkenden Textqualität entgegenzuwirken, kündigte das Management von LinkedIn kürzlich den Einsatz eines hauseigenen Algorithmus an, der KI-generierte Beiträge im Newsfeed der Nutzer automatisch abwerten soll. Laut dem Bericht von Pangram Labs wies diese Initiative jedoch eine softwareseitige Besonderheit auf: Die offizielle Ankündigung des LinkedIn-Sprechers zu den Anti-KI-Maßnahmen wurde von den Analysetools selbst als KI-generierter Text eingestuft.
(red)