Geteilte Reaktionen auf private Kontaktaufnahmen

Zwischen Ghost Jobs und Partnerbörse: LinkedIn wird zur Dating-App

Linkedin
Bildquelle: IB Photography / Shutterstock.com

Eine Studie von Zety zeigt, dass jeder fünfte Befragte LinkedIn zur Recherche potenzieller Partner nutzt. Einige knüpfen dort sogar Liebesbeziehungen.

Das Karriereportal Zety hat im April eine Umfrage unter mehr als 1000 amerikanischen Erwerbstätigen durchgeführt, deren Ergebnisse im Juli 2026 veröffentlicht wurden. Demnach nutzen immer mehr Menschen das berufliche Netzwerk LinkedIn für private Zwecke. Ein Fünftel der Befragten gab an, die Plattform gezielt zu nutzen, um Informationen über potenzielle Dating-Partner einzuholen. Fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer bewertet die dort hinterlegten Angaben zu Karriere und Biografie als vertrauenswürdiger als die Profile auf klassischen Dating-Apps wie Tinder oder Hinge.

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Zudem gab jeder achte Teilnehmer an, dass eine eigene romantische Beziehung ihren Anfang auf LinkedIn genommen hat. Obwohl 65 Prozent der Befragten besorgt sind, dass solche Aktivitäten dem beruflichen Ruf schaden könnten, betrachten 26 Prozent die Plattform als legitiven Ort für die Partnersuche. Männer halten diese Nutzung dabei doppelt so häufig für angemessen wie Frauen.

Generationengraben und Kriterien für Attraktivität

Bei der persönlichen Nutzung der Plattform zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den Generationen. Millennials führen die Gruppe mit 33 Prozent an, gefolgt von der Generation Z mit 27 Prozent. Bei der älteren Generation X nutzen lediglich 19 Prozent das Netzwerk zur Überprüfung potenzieller Partner, während es bei den Baby-Boomern nur 6 Prozent sind. Als die fünf wichtigsten Faktoren, die das romantische Interesse auf einem Profil wecken, wurden das Profilfoto, die Biografie, die Anzahl gemeinsamer Kontakte, der Karriereweg und das Bildungsniveau identifiziert. Jasmine Escalera, Karriereexpertin bei Zety, erklärte den Trend in einer Stellungnahme:

„Die moderne Belegschaft trennt berufliche und persönliche Identität nicht mehr so sauber wie früher. LinkedIn-Profile vermitteln heute weit mehr als den Jobtitel einer Person. Sie bieten Einblick in Persönlichkeit, Werte und Glaubwürdigkeit, was erklärt, warum einige Menschen über das Networking hinausblicken und die Plattform aus einer persönlicheren Perspektive betrachten.“

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Jasmine Escalera, Karriereexpertin bei Zety

Geteilte Reaktionen auf private Kontaktaufnahmen per LinkedIn

Die Akzeptanz von Nachrichten mit romantischem Hintergrund ist unter den Nutzern der Plattform jedoch nicht einheitlich. Während sich 34 Prozent der Befragten bei solchen Zuschriften unwohl fühlen, stehen ihnen 31 Prozent je nach konkreter Situation neutral gegenüber. Weitere 19 Prozent gaben an, Absender solcher Nachrichten direkt zu blockieren oder zu melden, wohingegen sich 16 Prozent geschmeichelt fühlen. Die Studienautoren sehen in der Entwicklung eine Reaktion auf zunehmende Frustrationen im Online-Dating, bei denen verifizierte Lebensläufe als Sicherheitsfaktor dienen.

Im Abschlussbericht der Analysten heißt es dazu: „LinkedIn ist unbeabsichtigt zum blauen Haken der Dating-Welt geworden und dient als zuverlässigere Hintergrundüberprüfung als traditionelle Dating-Apps. In einer Ära von Online-Ghosting und Täuschung werden ein Lebenslauf und eine verifizierte Karrierehistorie nun als die wahren Indikatoren für Stabilität und Charakter angesehen.“

(red)

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