Drohvideo gegen Stargate

Iran droht ChatGPT-Rechenzentrum in Abu Dhabi anzugreifen

Iran Uniform

Die iranischen Revolutionsgarden reagieren auf Trumps Kriegsrhetorik mit einer gezielten Drohung gegen US-Technologieinfrastruktur am Persischen Golf. Im Fadenkreuz steht OpenAIs milliardenschweres Rechenzentrumsprojekt in den Emiraten.

Der schwelende Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat eine unerwartete Dimension erreicht. Nicht mehr nur klassische militärische Ziele, sondern auch zivile Technologieinfrastruktur wird nun offen als Angriffsziel benannt. Die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) haben Anfang April ein Drohvideo über den X-Account eines staatlich kontrollierten Nachrichtenportals veröffentlicht, das sich unmissverständlich gegen OpenAIs im Bau befindliches Rechenzentrum in Abu Dhabi richtet. Darin kündigt die Organisation an, US-amerikanische Energie- und Technologieunternehmen in der Golfregion vernichten zu wollen.

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Dass ausgerechnet ein KI-Rechenzentrum zum Gegenstand geopolitischer Drohgebärden wird, zeigt, welchen strategischen Stellenwert diese Infrastruktur mittlerweile einnimmt. Große Rechenzentrumsprojekte sind nicht nur technologische Prestigeobjekte, sondern auch wirtschaftliche Knotenpunkte mit enormem Investitionsvolumen und damit verwundbare Ziele.

Ein Projekt der Superlative

Im Mittelpunkt der Drohung steht das Stargate-Projekt, ein beispielloses Infrastrukturvorhaben, das OpenAI gemeinsam mit einer Reihe hochkarätiger Partner vorantreibt. Neben Oracle, Nvidia und Cisco ist auch der japanische Technologieinvestor SoftBank beteiligt. Das gesamte Projektvolumen wird auf rund eine halbe Billion US-Dollar beziffert, was Stargate zu einem der ambitioniertesten Technologieprojekte weltweit macht.

Der Standort in den Vereinigten Arabischen Emiraten allein soll rund 30 Milliarden Dollar verschlingen. Wie weit die Bauarbeiten dort tatsächlich fortgeschritten sind, lässt sich von außen nur schwer beurteilen. Ein Update vom Herbst 2025 sprach davon, dass die Arbeiten planmäßig vorangingen. Als Nahziel wurde genannt, bis 2026 zunächst 200 Megawatt an Rechenkapazität bereitzustellen, bei einer geplanten Gesamtkapazität von gewaltigen 16 Gigawatt. Das Rechenzentrum soll damit zu den leistungsfähigsten der Welt gehören.

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OpenAI selbst hat sich zu den iranischen Drohungen bislang nicht öffentlich geäußert.

Propagandavideo mit Panne

Das IRGC-Video bedient sich neben martialischer Rhetorik auch konkreter Bildelemente: So sind offenbar Satellitenaufnahmen des Baugeländes von Google Maps zu sehen, die den Standort des Rechenzentrums zeigen sollen. Daneben präsentiert das Video ein Foto der am Projekt beteiligten Führungskräfte, allerdings nicht ohne Fehler. Ciscos Chief Product Officer Jeetu Patel wird darin fälschlicherweise als Microsoft-CEO Satya Nadella identifiziert. Eine Verwechslung, die der Ernsthaftigkeit des Videos zumindest auf Beobachterseite einen unfreiwillig komischen Beigeschmack verleiht.

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Trumps Drohungen als Auslöser

Die iranischen Drohgebärden stehen nicht im luftleeren Raum. Auslöser der jüngsten Eskalation waren Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der den Iran am Wochenende in mehreren Statements massiv unter Druck setzte. Auf seiner Plattform Truth Social kündigte er an, der kommende Dienstag werde zum “Tag der Kraftwerke und Brücken”, sollte Teheran die Straße von Hormus nicht für den internationalen Schiffsverkehr freigeben. Die strategisch bedeutsame Meerenge ist eine der wichtigsten Handelsrouten für den globalen Ölhandel.

In einem Interview mit dem Sender ABC News ging Trump noch deutlich weiter und stellte in Aussicht, das gesamte Land zerstören zu wollen, falls der Iran nicht zu einem Abkommen mit den Vereinigten Staaten bereit sei. Das iranische Außenministerium wies die Drohungen entschieden zurück und betonte die Entschlossenheit Teherans, die eigene nationale Sicherheit und Souveränität mit allen verfügbaren Mitteln zu verteidigen.

Damit rücken Technologieprojekte wie Stargate zunehmend in den Fokus geopolitischer Spannungen, eine Entwicklung, die Investoren und beteiligte Unternehmen gleichermaßen beunruhigen dürfte.

Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

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