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Abhängigkeit bei Updates

Nachrichtendienste planen ND-Cloud auf Google-Basis

BND, BfV und MAD wollen laut NDR und WDR geheime Daten über eine abgeschottete Google-Cloud austauschen. Kritiker sehen neue Abhängigkeiten.

Nachrichtendienste planen ND-Cloud auf Google-Basis
Bildquelle: Kittyfly/Shutterstock.com

Die deutschen Nachrichtendienste wollen geheime Informationen künftig über eine gemeinsame Cloud austauschen und setzen dafür offenbar auf Technik von Google. Das berichten NDR und WDR. Beteiligt sind der Bundesnachrichtendienst (BND), das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und der Militärische Abschirmdienst (MAD). Die sogenannte ND-Cloud soll Informationen bis zur Geheimhaltungsstufe „Geheim” verarbeiten. Perspektivisch könnten auch die Verfassungsschutzbehörden der Länder angeschlossen werden. Die Kosten schätzen Insider auf mindestens 500 Millionen Euro. Fragen zur Cloud wollten die drei Dienste nicht beantworten.

Air-Gapped-Version ohne Internetverbindung

Technische Grundlage soll laut den Recherchen die Google Distributed Cloud (GDC) in einer Air-Gapped-Version sein. Sie wird eigenständig und ohne direkte Verbindung zum Internet oder zu Google betrieben. Die Daten sollen in Deutschland gespeichert werden, Google soll keinen Zugriff darauf erhalten. Einzelne Komponenten durchlaufen derzeit noch Zulassungsverfahren beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Betrieben werden soll die Cloud nach aktuellen Plänen unter Beteiligung der BWI, des IT-Systemhauses der Bundeswehr. Die BWI hatte bereits im Sommer 2025 eine Partnerschaft mit Google angekündigt, um Daten der Bundeswehr auf abgeschotteten Systemen von Google zu verarbeiten.

Bislang werden als „Vertraulich” oder „Geheim” eingestufte Unterlagen in besonders abgeschirmten IT-Systemen gespeichert, ein Austausch zwischen den Diensten ist entsprechend aufwendig.

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Abhängigkeit bei Updates

Kritiker verweisen darauf, dass die Dienste trotz der Abschottung vom Hersteller abhängig blieben. Sven Herpig, Leiter Cybersecurity & Emerging Threats beim Thinktank Interface, weist darauf hin, dass Updates für das System weiterhin von Google kommen würden. Als Risiko wird in der Debatte etwa genannt, dass US-Sanktionen Google daran hindern könnten, weiterhin Updates zu liefern. Wie die Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof zeigen, können US-Maßnahmen den Zugang zu Diensten von US-Unternehmen beeinträchtigen. Als europäische Alternative wird unter anderem die Cloud STACKIT der Schwarz-Gruppe genannt.

Die Leiter der Nachrichtendienste hatten zuletzt im Bundestag betont, dass die Dienste auf leistungsfähige Technik angewiesen seien und die Herkunft eines Anbieters nur ein Faktor bei der Entscheidung sein könne. Die Opposition kritisiert die berichtete Entscheidung. Eine Vergabe an Google dürfte die Debatte über digitale Souveränität in Deutschland weiter verschärfen. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, die Abhängigkeit der Verwaltung von außereuropäischen IT-Anbietern zu verringern.

(red)

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