Cloud-Pionier tritt ab

Dropbox-Gründer Drew Houston räumt CEO-Sessel

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Bildquelle: Quelle-DANIEL CONSTANTE/Shutterstock.com

19 Jahre nach der Gründung tritt Drew Houston als Chef seines Cloud-Speicher-Dienstes ab. Den Übergang gestaltet er fließend, die langfristige Nachfolge ist aber bereits geregelt.

Bei Dropbox steht ein Führungswechsel an. Mitgründer Drew Houston wird seine Rolle als alleiniger CEO aufgeben und in die Position des Executive Chairman wechseln. Das hat das Unternehmen am Dienstag bekanntgegeben. Den Übergang organisiert Dropbox in zwei Stufen: Zunächst teilt sich Houston den Chefposten mit Ashraf Alkarmi, der bislang als Produktchef fungierte. Anschließend soll Alkarmi allein übernehmen. Wann genau dieser Schritt erfolgt, hat das Unternehmen nicht mitgeteilt.

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Houston ist 43 Jahre alt und hatte Dropbox mit 24 Jahren gegründet. Auslöser war nach eigener Darstellung der wiederholte Verlust von USB-Sticks während seiner Studienzeit am MIT. Das Unternehmen durchlief in der Folge das Gründerprogramm Y Combinator. Houston war nach Angaben von CNBC der erste, der ein dort gefördertes Startup bis an die Börse brachte. Der Gang aufs Parkett erfolgte 2018.

Geschrumpfte Bewertung, stagnierende Umsätze

Wirtschaftlich präsentiert sich Dropbox heute jedoch anders als zu Hochzeiten erwartet. Die aktuelle Börsenbewertung liegt bei etwas über sechs Milliarden US-Dollar. Am ersten Handelstag 2018 war das Unternehmen noch doppelt so viel wert, und schon 2014 hatten private Geldgeber Dropbox mit zehn Milliarden Dollar bewertet. Houston selbst kommt laut CNBC dennoch auf ein Vermögen von mehr als zwei Milliarden Dollar, was im Wesentlichen auf seinen Anteil am Unternehmen zurückgeht.

Beim Umsatz sieht es ähnlich verhalten aus. 2017 überschritt Dropbox erstmals die Marke von einer Milliarde Dollar Jahreserlös, vier Jahre später folgte die zweite. Seither bewegt sich die Kurve seitwärts, für 2025 meldet das Unternehmen sogar einen leichten Rückgang. Die Zahl der zahlenden Kunden liegt nach jüngsten Quartalszahlen bei über 18 Millionen. Als typische Nutzergruppen nennt das Unternehmen Medien-Profis, Grafiker und Architekten.

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Konkurrenzdruck von allen Seiten

Dropbox steht seit jeher zwischen großen Plattformanbietern. Cloud-Speicher gehört zum Standardrepertoire von Apple, Google, Microsoft und Amazon. Hinzu kommt mit Box ein direkter Wettbewerber, den Gründer Aaron Levie weiterhin führt und der mit rund 3,5 Milliarden Dollar bewertet wird.

Die jüngste Belastungsprobe heißt generative KI. In der gesamten SaaS-Branche wächst die Sorge, dass Modelle von Anbietern wie OpenAI oder Anthropic herkömmliche Abo-Produkte ersetzen könnten. Aktien von Monday.com, HubSpot oder Asana sind binnen eines Jahres laut CNBC um mehr als 60 Prozent gefallen. Dropbox kommt mit einem Minus von weniger als fünf Prozent vergleichsweise glimpflich davon.

Houston widerspricht der pessimistischen Lesart deutlich. Einen Kunden, der wegen ChatGPT sein Dropbox-Abo kündigen wolle, habe er noch nie getroffen, sagte er CNBC. Bei neuen Technologien werde regelmäßig zu schnell extrapoliert. Annahmen gingen zwar oft „in die richtige Richtung“, die tatsächliche Umsetzung dauere aber Jahre oder Jahrzehnte länger.

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Dash als KI-Antwort

Die strategische Antwort des Unternehmens auf KI heißt Dash. Mit dem Werkzeug lassen sich Inhalte aus verschiedenen Drittanbieter-Apps durchsuchen und bearbeiten, neben Text auch Video- und Audiomaterial. Die Analysten von Monness, Crespi, Hardt & Co. sehen darin Fortschritt, halten die Aktie aktuell aber nur. Bewertung und KI-Potenzial könnten allerdings Anleger ansprechen, die nach Substanzwerten suchen.

Den Vergleich mit anderen Y-Combinator-Erfolgen wie Airbnb, das laut CNBC inzwischen rund 80 Milliarden Dollar wert ist, wischt Houston beiseite. Sein 18-jähriges Ich würde ihm ein High Five geben, sagte er. Dropbox werde immer noch von „einem Prozent des Planeten“ verwendet.

Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

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