Einer der günstigsten Anbieter

DeepSeek senkt Preise für KI-Modell V4-Pro dauerhaft um 75 Prozent

DeepSeek
Bildquelle: QINQIE99/Shutterstock.com

Das chinesische KI-Start-up DeepSeek senkt die API-Kosten für sein Modell V4-Pro dauerhaft um 75 Prozent und setzt auf Rechenchips von Huawei.

Das chinesische Technologie-Start-up DeepSeek hat eine dauerhafte Reduzierung der Nutzungspreise für sein aktuelles Flaggschiff-Modell V4-Pro angekündigt. Wie das Unternehmen in einer offiziellen Stellungnahme bekannt gab, wird der im Vormonat eingeführte Preisnachlass von 75 Prozent dauerhaft beibehalten. Damit verbleiben die Kosten für Unternehmenskunden und Softwareentwickler bei einem Viertel des ursprünglichen Niveaus.

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Dieser Schritt erfolgt inmitten eines intensiven globalen Preiskampfes im Segment der großen Sprachmodelle, bei dem chinesische Anbieter zunehmend versuchen, westliche Konkurrenten über aggressive Tarifstrukturen im Enterprise-Bereich zu unterbieten. Gleichzeitig verdeutlicht die Entscheidung die wachsende Unabhängigkeit chinesischer KI-Entwickler von US-amerikanischer Hardware, da die zugrundeliegende Recheninfrastruktur maßgeblich auf heimischen Halbleitern basiert und technologische Blockaden somit umgangen werden sollen.

DeepSeek wird einer der günstigsten Anbieter

Die konkrete Preisanpassung betrifft die Zugriffskosten über die Programmierschnittstelle, die API. Nach Angaben des Unternehmens sinken die Kosten für das Modell V4-Pro auf eine Spanne zwischen 0,025 und 6 Yuan pro Million Token. Dies entspricht umgerechnet etwa 0,0035 bis 0,83 US-Dollar pro Million Einheiten, abhängig von der spezifischen Art der Nutzung wie der reinen Texteingabe oder der komplexeren Textgenerierung. Vor der dauerhaften Absenkung beliefen sich die Preise auf 0,1 bis 24 Yuan pro Million Token.

Ein Token definiert in diesem Kontext die kleinste semantische Texteinheit, die von einem Algorithmus verarbeitet werden kann, typischerweise ein Wort oder ein Wortbestandteil. Durch diese drastische Kostensenkung positioniert sich DeepSeek im internationalen Vergleich als einer der günstigsten Anbieter für hochentwickelte Sprachmodelle im kommerziellen Sektor, was den Druck auf etablierte Plattformen im Jahr 2026 erhöht.

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Huaweis Ascend-Prozessoren helfen bei der Kostenreduktion

Bei der Markteinführung des Modells V4 im vergangenen Monat hatte das Start-up die Pro-Version noch zu einem Preis angeboten, der bis zu zwölfmal höher lag als der Tarif für die weniger leistungsstarke Flash-Variante. Das Management begründete diese erhebliche Preisdifferenz damals mit massiven Engpässen bei den High-End-Rechenkapazitäten, welche die flächendeckende Verfügbarkeit des Modells einschränkten. In der aktuellen Mitteilung ließ DeepSeek jedoch offen, ob die nun dauerhaft niedrigen Preise direkt auf eine stabilisierte und ausgeweitete Lieferkette des chinesischen Technologiekonzerns Huawei zurückzuführen sind.

Das Start-up nutzt für die Maximierung der Rechenleistung des V4-Modells Halbleiter vom Typ Huawei Ascend 950. Das Unternehmen hatte zuvor prognostiziert, dass die Preise für die Pro-Infrastruktur deutlich fallen würden, sobald die sogenannten Supernodes von Huaweis Ascend-Serie in der zweiten Jahreshälfte 2026 in großen Mengen auf dem Markt verfügbar sind.

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Geopolitische Auswirkungen der US-Exportkontrollen auf den Halbleitermarkt

Der verstärkte Einsatz von Huawei-Chips durch chinesische KI-Unternehmen steht in direktem Zusammenhang mit den anhaltenden geopolitischen Spannungen und den Exportbeschränkungen der Vereinigten Staaten. Die US-Regierung hat strenge Handelsbarrieren erlassen, die es dem amerikanischen Marktführer Nvidia untersagen, seine fortschrittlichsten Grafikprozessoren und KI-Beschleuniger an Kunden in der Volksrepublik China zu verkaufen. Von diesen Handelsbeschränkungen profitiert die Halbleitersparte von Huawei, da chinesische Technologiekonzerne gezwungen sind, auf einheimische Alternativen auszuweichen.

Allerdings ist auch Huawei von westlichen Sanktionen betroffen. Separate Exportverbote für hochentwickelte Maschinen zur Chipherstellung limitieren die Fähigkeiten des Konzerns, die Massenproduktion der Ascend-Prozessoren schnell und in großem Stil zu skalieren. Dieses Spannungsfeld zwischen hoher Nachfrage im Inland und technologischen Produktionshürden prägt den chinesischen Markt für künstliche Intelligenz im Jahr 2026 nachhaltig.

Compliance- und Sicherheitsfragen für europäische Firmen

Für internationale Unternehmen und IT-Verantwortliche verschiebt sich durch die dauerhafte Preissenkung das ökonomische Gefüge bei der Implementierung von künstlicher Intelligenz. Während viele westliche Anbieter mit steigenden Betriebskosten und komplexen tokenbasierten Abrechnungsmodellen kämpfen, demonstriert der chinesische Markt eine aggressive Skalierung über den Preis. Die extrem niedrigen API-Kosten machen den Einsatz von Modellen wie dem V4-Pro für datenintensive Anwendungen im Enterprise-Bereich wie der automatisierten Datenanalyse hochgradig attraktiv.

Allerdings wirft die Nutzung von Modellen, die auf rein chinesischer Infrastruktur und unter der dortigen Gesetzgebung betrieben werden, komplexe Compliance- und Sicherheitsfragen für europäische und amerikanische Firmen auf. Die IT-Governance von Großunternehmen muss daher im Jahr 2026 verstärkt abwägen, ob die massiven Kostenvorteile die potenziellen geopolitischen und regulatorischen Risiken beim Datenexport aufwiegen.

Autorenbild Lisa Löw

Lisa

Löw

Junior Online-Redakteurin

IT-Verlag

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