Anthropic startet Claude Tag als permanent mitlesenden KI-Assistenten in Slack. Das Tool speichert Kontext und agiert eigenständig in Team-Chats.
Anthropic hat einen neuen Dienst namens Claude Tag eingeführt. Dabei handelt es sich um eine dauerhaft aktive Funktion, die direkt in der Kommunikationsplattform Slack integriert ist und als virtuelles Teammitglied agiert. Das Feature steht Unternehmenskunden der Tarife Claude Enterprise und Claude Team ab Juni 2026 in einer Beta-Version zur Verfügung. Nutzer können die künstliche Intelligenz über die Erwähnung des Profilnamens in Unterhaltungen einbinden, um Analysen anzufordern oder Aufgaben zuzuweisen.
Im Vergleich zu bisherigen Integrationen verfügt das System über ein dauerhaftes Gedächtnis. Das Entwicklungsunternehmen erklärte dazu: „Indem Claude seinem Kanal folgt, lernt es immer mehr über die Arbeit.“ Bei entsprechender Freigabe durch die Systemadministration kann die Anwendung zudem Informationen aus anderen Kanälen der Organisation zusammenführen.
Administrative Kontrolle und proaktiver Arbeitsmodus
Innerhalb eines Slack-Kanals greifen alle Teammitglieder auf dieselbe Identität der künstlichen Intelligenz zu. Dadurch bleibt der Bearbeitungsverlauf von Aufgaben für alle Beteiligten einsehbar, sodass Konversationen nahtlos von verschiedenen Personen fortgeführt werden können. Administratoren legen fest, auf welche Werkzeuge, Daten und Kanäle die jeweilige Instanz Zugriff erhält. Die Speicherinhalte bleiben strikt auf die zugewiesenen Bereiche beschränkt, um eine unerwünschte Datenübertragung zwischen verschiedenen Abteilungen wie der Rechts- und der Entwicklungsabteilung zu verhindern.
Bei der Zuweisung von Aufgaben unterteilt das System diese in einzelne Phasen und arbeitet sie mithilfe der verfügbaren Tools ab. Die Ergebnisse werden direkt im jeweiligen Slack-Thread veröffentlicht. Neben der direkten Ansprache verfügt die Software über einen Umgebungsumodus. In diesem Zustand schaltet sich das Programm eigenständig in Chats ein, um Aktualisierungen zu liefern, organisationsübergreifende Themen zu melden oder an unerledigte Aufgaben zu erinnern. Laut Anthropic soll sich die Interaktion anfühlen, als würde man „mit einem echten Kollegen zusammenzuarbeiten – einem, der Arbeit für alle sichtbar erledigen kann, mit weitaus mehr Kontext und Verständnis als zuvor.“
Konkurrenzumfeld für Claude bei Unternehmensdaten im Cloud-Bereich
Die Erfassung und Bereitstellung des spezifischen Unternehmenskontextes gilt als zentraler Faktor bei der Einführung von KI-Systemen in Betrieben. Neben Anthropic verfolgen auch andere Technologiekonzerne diesen Ansatz. Microsoft nutzt hierfür die Struktur Microsoft Graph im Zusammenspiel mit Copilot und Work IQ. Datenplattformen wie Snowflake und Databricks positionieren ihre Systeme als technologische Basis, die das organisatorische Wissen für autonome Agenten bereithält. Das Unternehmen Glean entwickelt ebenfalls eine spezialisierte Intelligenzschicht, die als Vermittler zwischen den KI-Modellen und den internen Datenbeständen von Unternehmen agiert.
(red)