Erneut Handlungsbedarf bei NetScaler

Citrix drängt Admins zu schnellem Patch neuer NetScaler-Lücken

Citrix
Bildquelle: JHVEPhoto/ Shutterstock.com

Citrix warnt Kunden vor zwei neuen Schwachstellen in NetScaler Gateway und NetScaler ADC und rät zu einer umgehenden Absicherung betroffener Systeme.

Die schwerwiegendere der beiden Lücken, CVE-2026-19490, erlaubt es entfernten Angreifern ohne eigene Berechtigungen, die Authentifizierung zu umgehen, sofern das jeweilige Gerät als AAA-Virtual-Server oder als Gateway für SSL-VPN, ICA-Proxy, CVPN oder RDP-Proxy konfiguriert ist, abhängig von der jeweiligen NetScaler-Firmware-Version sowie einer aktivierten SAML-Aktion. Administratoren können anhand der Konfigurationszeichenketten für SAML-Aktionen sowie Authentifizierungs- oder VPN-Virtual-Server prüfen, ob ihr System betroffen ist.

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Die zweite, als hoch eingestufte Schwachstelle CVE-2026-19489 beruht auf einem Speicherüberlauf und lässt sich von entfernten, nicht authentifizierten Angreifern für Denial-of-Service-Angriffe missbrauchen, sofern der SIP Application Layer Gateway innerhalb einer groß angelegten NAT-Gruppenkonfiguration aktiviert ist. Citrix empfiehlt betroffenen Kunden ein Update auf NetScaler ADC und NetScaler Gateway Version 14.1-73.32 oder neuer beziehungsweise 13.1-63.21 oder neuer, für FIPS-Varianten entsprechend auf 14.1-73.32 FIPS oder 13.1-37.277. A

Auch SecurAccess-ZTNA-Hybrid-Installationen mit selbst verwalteten NetScaler-Instanzen sind betroffen und sollten aktualisiert werden. Citrix rät betroffenen Kunden dazu, die offizielle Sicherheitsmitteilung zu prüfen, die eigene Umgebung auf Betroffenheit zu untersuchen und betroffene Geräte schnellstmöglich auf die empfohlenen Versionen zu aktualisieren. Bislang liegen keine Hinweise auf eine aktive Ausnutzung der beiden neuen Schwachstellen vor.

Citrix: Frühere NetScaler-Lücken wurden zügig aktiv ausgenutzt

Dass Citrix-Warnungen dieser Art ernst zu nehmen sind, zeigt ein Präzedenzfall vom März: Damals hatte Citrix ebenfalls zwei andere NetScaler-Schwachstellen gemeldet, die bereits wenige Tage später aktiv ausgenutzt wurden. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA nahm eine davon, CVE-2026-3055, am 30. März in ihren Katalog aktiv ausgenutzter Schwachstellen auf und verpflichtete Bundesbehörden, betroffene Geräte innerhalb von drei Tagen abzusichern. Insgesamt hat CISA in den vergangenen fünf Jahren 22 Citrix-Schwachstellen als aktiv ausgenutzt eingestuft, sechs davon zusätzlich im Zusammenhang mit Ransomware-Angriffen.

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Nach Angaben der Shadowserver Foundation sind aktuell mehr als 22.000 NetScaler-ADC- sowie knapp 1.800 NetScaler-Gateway-Instanzen weltweit öffentlich aus dem Internet erreichbar. Eine Aufschlüsselung, wie viele davon tatsächlich für die beiden neuen Schwachstellen anfällig sind oder es sich um absichtlich aufgestellte Honeypots handelt, liefert die Organisation dabei nicht.

(red)

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