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Hohe Risikoprämien

Chinas Moonshot will Nvidia-Chips in Europa mieten

Um US-Ausfuhrverbote für moderne Blackwell-GPUs zu umgehen, verhandelt das chinesische KI-Labor Moonshot über Cloud-Kapazitäten in Europa.

Chinas Moonshot will Nvidia-Chips in Europa mieten
Bildquelle: Robert Way/Shutterstock.com

Das chinesische KI-Startup Moonshot AI versucht offenbar, die strikten US-Exportbeschränkungen zu umgehen, indem es Rechenleistung von fortschrittlichen Nvidia-Chips in europäischen Rechenzentren anmietet. Wie der US-Sender CNBC unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, führte das in Peking ansässige Unternehmen in diesem Jahr konkrete Gespräche mit europäischen Cloud- und Rechenzentrumsanbietern. Ziel sei es, Zugriff auf hochentwickelte Grafikprozessoren zu erhalten, die nicht direkt nach China geliefert werden dürfen.

Cloud-Zugriff als regulatorisches Schlupfloch

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Im Zentrum des Interesses stehen Nvidias moderne Blackwell-Systeme. Die US-Regierung untersagt die Ausfuhr dieser Spitzenchips nach China streng, um den technologischen Vorsprung westlicher Entwickler wie OpenAI und Anthropic im KI-Wettlauf abzusichern. Bislang greifen die Ausfuhrkontrollen aus Washington jedoch primär bei physischen Lieferungen der Hardware. Die Fernnutzung über ausländische Cloud-Infrastrukturen stellt ein rechtliches Schlupfloch dar, das den zuständigen Behörden derzeit kaum direkte Handhabe bietet.

Bereits im Juli hatte das Weiße Haus dem chinesischen Entwickler vorgeworfen, über eine Anlage in Thailand auf Blackwell-Systeme zugegriffen zu haben. Die jüngsten Verhandlungen in Europa zielen laut den Berichten auf Cluster mit 8.000 oder mehr Blackwell-GPUs ab. Moonshot treibe die Suche nach zusätzlicher Rechenleistung demnach äußerst aggressiv voran, um Kapazitäten für das Training und den laufenden Betrieb seiner Modelle zu sichern.

Hohe Risikoprämien für Rechenkraft

Moonshot AI zählt zu den führenden KI-Start-ups in China und entwickelte unter anderem die Modellfamilie Kimi. Mit der Veröffentlichung des Modells Kimi K3 beanspruchte das Unternehmen, die Leistungslücke zu führenden US-Konkurrenten geschlossen zu haben – bei gleichzeitig deutlich geringeren Nutzungskosten. Der daraus resultierende Nutzeransturm brachte die Infrastruktur des Start-ups an ihre Grenzen, sodass Neuregistrierungen zwischenzeitlich gestoppt werden mussten.

Europäische Rechenzentrumsbetreiber lassen sich das regulatorische Risiko allerdings bezahlen. Quellen zufolge wurden Vereinbarungen diskutiert, bei denen Moonshot zwischen 30 und 50 Prozent höhere Vorauszahlungen leisten sollte als westliche Kunden. Diese Aufschläge dienen den Betreibern als finanzielle Absicherung für den Fall, dass die US-Behörden den Fernzugriff auf die Systeme künftig doch noch unterbinden.

Washington will Lücke schließen

In den USA wächst der politische Druck, derartige Ausweichmanöver gesetzlich zu unterbinden. Das US-Repräsentantenhaus verabschiedete Anfang des Jahres einen Gesetzentwurf, der die Exportkontrollen explizit auf cloudbasierten Fernzugriff ausweiten soll; die Zustimmung des Senats steht allerdings noch aus.

Auch Nvidia selbst versucht, regulatorischen Sanktionen zuvorzukommen. Der Halbleiterkonzern wies Cloud-Anbieter jüngst an, mindestens 51 Prozent ihrer Kapazitäten an nicht-chinesische Kunden zu vermarkten. Ob und wann die westlichen Behörden den Fernzugriff chinesischer Entwickler auf europäische Serverfarmen rechtlich vollständig kappen, bleibt vorerst offen.

(red)

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