Apple plant für 2029 die Rückkehr in den Servermarkt: Ein neuer Enterprise-Server mit M8-Ultra-Chips soll den boomenden Markt für KI-Entwickler bedienen.
Comeback im Servermarkt nach fast zwei Jahrzehnten
Apple arbeitet einem Bericht von The Information zufolge an einem eigenen KI-Server für Unternehmenskunden. Das System soll auf den leistungsstarken M-Series-Ultra-Prozessoren des Herstellers basieren, die bisher vor allem in Mac-Desktops verbaut werden. Ein geplanter Marktstart im Jahr 2029 würde das erste dedizierte Server-Produkt des Konzerns seit der Einstellung des Xserve im Januar 2011 markieren. Geplant seien zwei Systemkonfigurationen, die wahlweise mit zwei oder vier der zukünftigen M8-Ultra-Chips bestückt sind. Das Projekt wurde vor rund einem Jahr ins Leben gerufen und vom neuen Apple-CEO John Ternus unterstützt – damals noch in seiner Rolle als Leiter der Hardware-Entwicklung, bevor er am 1. September 2026 die Nachfolge von Tim Cook antrat.
Hohe Mac-Nachfrage durch KI-Entwickler als Treiber
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer stark steigenden Nachfrage nach Mac-Hardware in der KI-Branche. Entwickler und Tech-Unternehmen greifen vermehrt auf den Mac mini und Mac Studio zurück, um KI-Workloads auszuführen. Den Berichten zufolge hat etwa OpenAI Zehntausende Mac minis und Mac Studios angeschafft, um KI-Agenten über bestärkendes Lernen (Reinforcement Learning) zu trainieren. Auch das KI-Unternehmen Anthropic mietet Mac minis über Amazon Web Services an. Die hohe Beliebtheit der M-Spezialchips für solche Berechnungen hat Apple offenbar darin bestärkt, eine eigene Server-Lösung für Rechenzentren zu entwickeln.
Mögliche Nvidia-Kooperation und Hürden in der Lieferkette
Für die Vernetzung der M8-Prozessoren prüft Apple dem Vernehmen nach den Einsatz von Rechenzentrum-Netzwerktechnik von Nvidia. Führungskräfte beider Konzerne führen Gespräche darüber, wie Apple Nvidias „NVLink Fusion“-Technologie für seine KI-Initiative nutzen könnte. Allerdings sei das Projekt noch nicht final gesichert und könne im Verlauf der Entwicklung angepasst oder ohne Nvidia-Komponenten umgesetzt werden. Zudem steht das Vorhaben – wie die gesamte IT-Branche – vor Herausforderungen in der Lieferkette: Durch den weltweiten Bauboom von KI-Rechenzentren hält die Verknappung von Speicherchips an, was bereits zu spürbaren Preiserhöhungen bei zahlreichen Unterhaltungselektronik-Produkten und Smartphones führt.
(red)