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Vor Börsengang

Anthropic meldet Milliardenverlust

Anthropic widmet 5 Prozent seiner Aktien einem Gemeinwohlfonds. Laut Prospektentwurf lag der Halbjahresverlust bei 80,7 Milliarden Dollar.

Anthropic meldet Milliardenverlust
Bildquelle: Stockinq / Shutterstock.com

Wenige Wochen vor dem geplanten Börsengang hat Anthropic einen Fonds für das Gemeinwohl angekündigt. Zwei Tage später wurden über einen Entwurf des Börsenprospekts erstmals detaillierte Finanzzahlen des Unternehmens bekannt.

5 Prozent der Aktien für einen Public Benefit Fund

Anthropic stellt 5 Prozent seiner Aktien für einen sogenannten Public Benefit Fund bereit. Er ist als Einheit im vollständigen Besitz des Unternehmens aufgebaut. Für jede Steigerung des Unternehmenswerts um 50 Prozent kann Anthropic weitere 2 Prozent einbringen. Zusammen mit der Zusage der Mitgründer, 80 Prozent ihrer Anteile zu spenden, und einem Programm, das Spenden von Beschäftigten aufstockt, sind damit laut Reuters rund 20 Prozent der Aktien für gemeinnützige Zwecke vorgesehen, spätere Aufstockungen nicht eingerechnet.

Wofür der Fonds Mittel einsetzt, ist noch offen. Laut Anthropic könnte er große Spenden an gemeinnützige Organisationen leisten oder Zahlungen direkt an bestimmte Bevölkerungsgruppen prüfen. „Ein Beispiel sind Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt”, schreibt das Unternehmen. KI könne für viele Beschäftigte Instabilität verursachen. Für die Erforschung dieser Folgen hatte Anthropic bereits 200 Millionen US-Dollar zugesagt. Details zu Struktur, Steuerung und den Bewertungsschwellen für zusätzliche Anteile will das Unternehmen in den kommenden Monaten nennen.

Lise Buyer, Partnerin der auf Börsengänge spezialisierten Beratung Class V Group, sagte gegenüber CNBC, der Zeitpunkt der Ankündigung sei mit Blick auf den Börsengang notwendig und zugleich gut für das Image des Unternehmens. Elon Musk empfahl auf X, die Aktien direkt an die Öffentlichkeit zu geben.

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Verlust vor allem durch Bilanzierungseffekte

Laut dem Prospektentwurf, über den das Wall Street Journal berichtet, verzeichnete Anthropic im ersten Halbjahr 2026 einen Nettoverlust von 80,7 Milliarden Dollar, nach 13 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. 72 Milliarden Dollar davon gehen auf nicht zahlungswirksame Bilanzierungseffekte zurück. Sie hängen mit Wertänderungen von Wandelanleihen und anderen Finanzinstrumenten zusammen, über die sich Anthropic finanziert hat.

Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr auf 16,3 Milliarden Dollar, nach 1,1 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Rund 20 Prozent davon stammten laut WSJ von nur zwei Kunden. Für Rechenleistung und Infrastruktur gab Anthropic in den ersten sechs Monaten knapp 9 Milliarden Dollar aus, nach 2,3 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum und mehr als im gesamten Jahr 2025 mit 7,3 Milliarden Dollar. In den kommenden Jahren könnte das Unternehmen laut Reuters bis zu 750 Milliarden Dollar für zusätzliche Rechenkapazität ausgeben. Im Prospekt räumt Anthropic laut Investing.com ein, mehr Kapazität nachgefragt zu haben, als Cloud-Anbieter bereitstellen wollten. Anthropic äußerte sich gegenüber Reuters zunächst nicht.

Börsengang im November erwartet

Anthropic hatte Investoren für das dritte Quartal einen Umsatz von 16,8 Milliarden Dollar genannt. Der Börsengang an der Nasdaq wird für Mitte November erwartet. Angestrebt ist eine Bewertung von rund 2 Billionen Dollar.

(red)

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