Anzeige

Hackerangriff

Die US-Regierung und mehrere Verbündete machen China für «unverantwortliche böswillige Cyberaktivitäten» wie Hackerangriffe verantwortlich.

Die Europäische Union, Großbritannien, die NATO und weitere Partner werfen dem kommunistischen China gemeinsam «bösartige Cyberaktivitäten» vor, wie das Weiße Haus am Montag erklärte. Unter anderem machen die USA China für den Angriff auf die E-Mail-Software Exchange Server vom US-Konzern Microsoft im März verantwortlich. Chinas «Muster unverantwortlichen Verhaltens» sei nicht mit Pekings Anspruch zu vereinbaren, in der Welt als verantwortungsbewusste Führungsmacht gesehen zu werden, hieß es.

Das chinesische Ministerium für Staatssicherheit (MSS) setze auch kriminelle Hacker für Cyberangriffe ein, erklärte das Weiße Haus. In einigen Fällen hätten die mit der Regierung verbundenen Hacker auch sogenannte Ransomware-Angriffe gegen Unternehmen durchgeführt, mit denen Hacker Millionen Dollar erpressen wollten. Auch der Diebstahl von geistigem Eigentums und Kryptowährungen gehöre zum Repertoire von Chinas Cyberkriminellen. Chinas Weigerung, die Aktivitäten seiner Auftragshacker zu stoppen, koste Regierung und Unternehmen wegen gestohlener Daten, Erpressungen und Gegenmaßnahmen Milliarden Dollar.

Keine Sanktionen

Die US-Regierung und die Verbündeten kündigten jedoch zunächst keine Konsequenzen wie Sanktionen gegen China an. US-Präsident Biden sagte am Montag, China führe die Angriffe nicht selbst aus, «aber sie schützen jene, die es machen und unterstützen sie vielleicht». Gegen Russland hat Bidens Regierung in der Vergangenheit wegen Hackerangriffen bereits Sanktionen verhängt.

Basierend auf Erkenntnissen der Geheimdienste geht die US-Regierung davon aus, dass Hackern mit MSS-Verbindungen für den Angriff auf den Microsoft Exchange Server verantwortlich waren. Dabei seien «Zehntausende Computer und Netzwerke» kompromittiert worden. Die US-Regierung habe in Gesprächen mit führenden Politikern in China deswegen ihre Bedenken kommuniziert, hieß es weiter.

Das Justizministerium kündigte am Montag eine Anklage gegen vier MSS-Hacker an. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, jahrelang geistiges Eigentum in den Bereich der kommerziellen Luftfahrt, der Verteidigung und der Entwicklung von Medikamenten gestohlen zu haben. Auch die Formel für die von einem US-Hersteller produzierten Impfung gegen Ebola wollten die Hacker der Anklageschrift zufolge stehlen.

Diebstahl

«Diese strafrechtliche Anklage zeigt einmal mehr, dass China weiterhin Angriffe mit Cyberfähigkeiten nutzt, um zu stehlen, was andere Länder herstellen - in krassem Widerspruch zu seinen bilateralen und multilateralen Verpflichtungen», erklärte die stellvertretende Justizministerin Lisa Monaco. Das Ausmaß von Chinas Cyber-Angriffen gegen zahlreiche Branchen und Länder zeige, «dass kein Land und keine Industriezweig sicher ist», erklärte sie.

Auch der Europäische Rat in Brüssel prangerte die «böswilligen Cyberaktivitäten» Chinas an, wie es am Montag hieß. Diese hätten erhebliche Auswirkungen auf Regierungsinstitutionen und politische Organisationen der EU-Mitgliedstaaten sowie auf europäische Schlüsselindustrien gehabt. Die EU fordere China auf, sich an internationale Normen zu halten und entschlossen gegen Cyberangriffe vorzugehen, erklärte der Rat.

dpa


Artikel zu diesem Thema

Cybercrime
Jul 19, 2021

Zunehmende Bedrohungslage durch Cyberangriffe

Die Kriminellen schleichen sich über das Netz an - und schrecken auch mitten in der…
Microsoft Exchange
Jul 15, 2021

Umfangreicher Patch Tuesday - Exchange-Server bleibt weiter im Fokus

Microsoft hat seine regelmäßigen Patch Tuesday ungewöhnlich viele Updates veröffentlicht.

Weitere Artikel

Mitarbeiter Team

Auch zufriedene Mitarbeiter wechselwillig

Viele Unternehmen unterschätzen die Gefahr, Mitarbeiter zu verlieren, obwohl sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind. Das ist das Ergebnis einer Studie der New Yorker PR-Agentur Zeno Group. Demnach sind 48 Prozent aus dieser Gruppe offen für neue Möglichkeiten.
Urlaub Smartphone

72 Prozent sind im Sommerurlaub dienstlich erreichbar

Ein Video-Call am Strand, eine Chatnachricht am Flughafen, eine SMS an der Hotelbar: Fast Dreiviertel der Berufstätigen, die in diesem Sommer einen Urlaub planen, sind währenddessen für dienstliche Belange erreichbar.
Zoom

Millionenzahlung: Deal soll "Zoombombing"-Klage beenden

Als in der Corona-Pandemie Zoom schlagartig populär wurde, gab es immer wieder Ärger mit Störenfrieden, die in fremde Videokonferenzen platzten. US-Nutzer zogen deswegen vor Gericht, jetzt will Zoom ihre Sammelklage mit einer Zahlung von bis zu 85 Millionen…
künstliche Intelligenz

KI erlaubt Wetterprognose für zehn Tage

Mit Künstlicher Intelligenz (KI) und Deep Learning wollen Forscher der Ocean University of China Wetterprognosen für die nächsten zehn Tage ermöglichen.
5G

5G-Standard bei US-Smartphones deaktiviert

Fast 40 Prozent der US-Bürger, die ein 5G-Smartphone haben, begnügen sich mit dem langsameren 4G-Netz, obwohl sie 5G bezahlen. Sie schalten die Funktion dauerhaft aus, wie eine Umfrage von "Android Authority" zeigt, an der sich 1.300 Leser beteiligt haben.
Hackerangriff

50 Verfahren im Zusammenhang mit Krypto-Handys

Beim Thüringer Landeskriminalamt (LKA) laufen nach Informationen des MDR etwa 50 Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit sogenannten Krypto-Handys.

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.