Anzeige

Brexit

Nach vollzogenem Brexit endet am 31. Dezember 2020 nun auch die Übergangsphase, in der das Recht der Europäischen Union für das Vereinigte Königreich grundsätzlich weiterhin gilt und das Vereinigte Königreich Teil des EU-Binnenmarktes und der EU-Zollunion bleibt.

Bis jetzt konnte diese Schonfrist nicht genutzt werden, um ein Abkommen über die künftigen Beziehungen abzuschließen. Dazu erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg:

„Schon in wenigen Wochen droht ein harter Bruch. Großbritannien wird Binnenmarkt und Zollunion endgültig verlassen. Gibt es keinen Deal, droht ein Daten-Chaos, das weite Teile der deutschen und europäischen Wirtschaft erfassen würde. Im Bereich des Datenschutzes wird Großbritannien ab dem nächsten Jahr als Drittland eingestuft und der freie Datenverkehr zwischen Deutschland beziehungsweise der EU und den Britischen Inseln wäre unterbrochen. Das Vereinigte Königreich gehört zu den wichtigsten Standorten für die Verarbeitung von Daten, etwa in den Bereichen Logistik, Kundenbeziehungen und Mobilität. Das ist historisch gewachsen. Nahezu jedes Großunternehmen, aber auch Mittelständler und Startups in Deutschland und Europa tauschen Daten mit Standorten auf der Insel aus. Diese Verbindungen können nicht von heute auf morgen gekappt werden.

Neben den Verhandlungen über das Handelsabkommen, das bis zum Monatsende geschlossen und ratifiziert werden müsste, ist die EU-Kommission gefordert, eine sogenannte Adäquanzentscheidung zu treffen, um den Datenverkehr aufrechtzuerhalten. Diese beinhaltet, das Datenschutzniveau im UK zu prüfen und die Vereinbarkeit mit dem europäischen Datenschutzrecht zu bestätigen. Dies würde einen freien Datenfluss ohne Rechtsunsicherheit für die Unternehmen weiterhin gewährleisten und einen großen Schritt Richtung Rechtssicherheit bedeuten. Das Ringen um die Adäquanzentscheidung darf nicht zur politischen Verhandlungsspielmasse für den gesamten Brexit-Prozess werden. Beide Seiten, London und Brüssel, sind aufgefordert, sich in dieser Frage aufeinander zuzubewegen. Die Auswirkungen von Datenstaus wären viel größer als die Lkw-Schlangen an der Grenze.“

www.bitkom.org


Artikel zu diesem Thema

Brexit
Dez 09, 2020

Brexit: Riesige Herausforderung für das Vertragsmanagement

Obgleich das Thema im Zuge der derzeit grassierenden Pandemie in den letzten Monaten…

Weitere Artikel

Chatbot

Virtuelle Assistenten innerhalb von 72 Stunden einsatzbereit

USU unterstützt Unternehmen künftig durch eine sofort einsetzbare Lösung: Mit dem neuen Quickstart-Angebot profitieren Kunden durch den wirtschaftlichen Produktiv-Einsatz von Chatbots bereits nach 72 Stunden von den Vorteilen intelligenter virtueller…
Verständnis

Bitkom zum Gutachten zur Lage der Verbraucherinnen und Verbraucher

Heute hat der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen sein Gutachten zur Lage der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland vorgestellt.
Fußabdruck

Frühjahrsputz: Den digitalen Fußabdruck verkleinern

Der Alltag wird immer digitaler, das Internet ist ein fester Bestandteil des Lebens. Menschen hinterlassen dabei viele digitale Fußabdrücke.
Cyber Security

Secure Code – Risiken erkennen, lokalisieren, beheben

Die Potenziale der fortschreitenden Digitalisierung werden parallel durch ein zunehmendes Ausmaß an Schäden aufgrund von Cyberkriminalität bedroht.

Apple Event "Spring Loaded" - was erwartet uns?

Apple stellt neue Produkte wegen der Corona-Pandemie wieder nur bei einem Online-Event vor. Erwartet wird nach Medienberichten am Dienstag (ab 19.00 Uhr MESZ) vor allem ein neues Modell des Tablet-Computers iPad Pro.
Justitia

Das neue Telekommunikationsgesetz wird zur Ausbaubremse

Der Bundestag will in dieser Woche die Novelle des Telekommunikationsgesetztes (TKG) beschließen. Zum aktuellen Gesetzesvorschlag erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg:

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.