Anzeige

Virus

Handys des Typs UL40 von American Network Solutions (ANS), die einkommensschwache US-Amerikaner im Rahmen des "Lifeline Assistance"-Programms bekommen, haben vorinstallierte Malware. Das bestätigt eine Analyse eines Geräts von Nathan Collier, Senior Malware Intelligence Analyst bei Malwarebytes.

Nutzer werden dadurch mit Pop-up-Werbung überflutet, was die Geräte für die Internet-Nutzung weitgehend unbrauchbar macht. Geförderte Handys, die gegen eine digitale Kluft helfen sollen, scheinen leider öfters derart vorverseucht.

Nutzlose Rettungsleine

Geförderte Lifeline-Handys, wie es sie bei Assurance Wireless gibt, sollen eigentlich sicherstellen, dass auch einkommensschwache Amerikaner Zugang zu Telekommunikation und Internet haben. Doch das Android-basierte UL40 macht Probleme. "Sobald es Internet erkannte, hat es mit Pop-ups angefangen", so Rameez Anwar, ein Betroffener, gegenüber "Cnet". Er hat sein Gerät daher Collier zur Verfügung gestellt, dem von vielen Seiten Beschwerden über ANS-Modelle zu Ohren gekommen waren. Anhand von Anwars konnte der Sicherheitsspezialist nachweisen, dass dieses offenbar wirklich mit vorinstallierter Malware kommt.

Insbesondere ist Colliers Analyse zufolge die App für Einstellungen, also eine notwendige System-App, die nicht entfernt werden kann, mit einem Trojaner verseucht - doch macht sie offenbar gar nicht die Probleme. Dafür ist eine vorinstallierte App für kabellose Updates verantwortlich, die ohne Zutun des Nutzers Adware installieren kann und eben das auf dem UL40 auch tut. Bei aktiver Internetverbindung wird der Bildschirm des Geräts daher mit Werbung zugemüllt - was es effektiv ziemlich nutzlos als Gerät für die Internetnutzung macht. Dabei sollen diese als digitale Rettungsleine beispielsweise helfen, mit Freunden oder behandelnden Ärzten in Kontakt zu bleiben.

Längst kein Einzelfall mehr

Leider scheint das Problem kein Einzelfall zu sein. Anwar hat sich unter anderem deshalb an Collier gewandt, weil Malwarebytes im Januar mit dem Unimax U683CL bereits ein anderes, ähnlich vorverseuchtes Handy für Einkommensschwache in den USA entdeckt hatte. Unimax hatte damals darauf beharrt, dass es sich um eine Schwachstelle, nicht um Malware handle - diese aber relativ zeitnah behoben. Eben danach habe er von vielen Nutzern Beschwerden über verschiedene ANS-Geräte gehört, so Collier - doch Anwars UL40 war bislang das einzige, das er auch wirklich analysieren konnte.

www.pressetext.com


Newsletter Anmeldung

Smarte News aus der IT-Welt

Sie möchten wöchentlich über die aktuellen Fachartikel auf it-daily.net informiert werden? Dann abonnieren Sie jetzt den Newsletter!

Newsletter eBook

Exklusiv für Sie

Als Newsletter-Abonnent erhalten Sie das Booklet „Social Engineering: High Noon“ mit zahlreichen Illustrationen exklusiv und kostenlos als PDF!

 

Artikel zu diesem Thema

Email Virus
Sep 01, 2020

Emotet meldet sich mit weiteren Sprachen und QBot-Malware zurück

Vor wenigen Wochen erst konnte Proofpoint die Rückkehr der Hackergruppe TA542 (Threat…

Weitere Artikel

Industrie Digitalisierung

Digitalisierung in der EU-Industrie uneinheitlich

Bei der Digitalisierung der europäischen Industrie gibt es nach Ansicht des Europäischen Rechnungshofes große Unterschiede. Zwar habe diese in den vergangenen Jahren Fortschritte gemacht.
Hackergruppe

Spur der Uniklinik-Hacker führt offenbar nach Russland

Nach dem Hacker-Angriff auf die Düsseldorfer Uni-Klinik führt eine mögliche Spur der Täter laut Justizministerium nach Russland. So hätten die Hacker eine Schadsoftware namens «DoppelPaymer» in das System eingebracht.
Cloud Rechenzentrum

Thüringen-Cloud: Drei kommunale Rechenzentrum könnten beteiligt sein

Die Pläne, in Thüringen eine gemeinsame digitale Infrastruktur für alle Kommunen zu schaffen, werden konkreter. Die Landkreise Schmalkalden-Meiningen, Greiz und Sömmerda könnten in den nächsten Jahren gemeinsam mit einem IT-Dienstleister einen…
Internet ICE

5G-Mobilfunk an vielen ICE-Halten verfügbar - mit Speed-Unterschieden

Wer an einem ICE-Bahnhof wartet, kann immer häufiger auf den neuen Mobilfunkstandard 5G zurückgreifen. Bereits an 21 Fernbahnhöfen sei dies im Telekom-Netz möglich, ergab eine Untersuchung des Vergleichsportals Verivox.
Security

Das tun deutsche Unternehmen für ihre IT-Sicherheit

"Die Corona-Pandemie und die vermehrte Arbeit im Homeoffice stellt auch die IT-Infrastruktur von Unternehmen vor große Herausforderungen", konstatiert das Statistische Bundesamt und wirft einen statistischen Blick auf das Thema IT-Sicherheit in Deutschland.
Business

Heinrich Rönner Gruppe konsolidiert ERP-Landschaft mit ams.erp

Die Heinrich Rönner Gruppe ist eine familiengeführte Unternehmensgruppe mit breitem Leistungsspektrum, das vom Yacht- und Schiffbau, dem Stahlwasserbau, dem schweren Stahlbau, dem Brückenbau und der Herstellung Stahl- und Aluminium­konstruktionen sowie der…

Anzeige

Newsletter Anmeldung

Smarte News aus der IT-Welt

Sie möchten wöchentlich über die aktuellen Fachartikel auf it-daily.net informiert werden? Dann abonnieren Sie jetzt den Newsletter!

Newsletter eBook

Exklusiv für Sie

Als Newsletter-Abonnent erhalten Sie das Booklet „Social Engineering: High Noon“ mit zahlreichen Illustrationen exklusiv und kostenlos als PDF!